Dieses Jahr läuft irgendwie unter “basketballerischer Entwicklungshilfe”.
Aber ist das nicht die originäre Idee der Veranstaltung gewesen, die Amis den unterentwickelten BB-Nationen, vor allem Germany, das Spiel näherbringen zu lassen? Die inoffizielle U18-WM war es dann eigentlich nur als Folgeerscheinung und eben offenbar auch nur zeitweise.
Liegt es am Termin?
Der hat sich ja nicht geändert.
Die BB-Welt aber schon. Problematisch ist dabei weniger, dass die FIBA ihre eher nachrangige Vereinsveranstaltung parallel hat (nur problematisch für die YBCL selbst). Viel gravierender da schon, dass die ACB versucht mit der LIGAU dem Collegesystem gegenzuhalten, denn da gibt es schon den ein oder anderen Kollateralschaden. Warum die anderen (Frankreich, Litauen, Australien, Kanada) nicht, keine Ahnung. Finanzielle Erwägungen (müssen eigentlich Versicherungen gezahlt werden?), schwindende Reputation des Turniers (offenes internationales Get-together gegenüber dem harten Business des Nachwuchsbasketballs), doch Termine oder alles gepaart? Von daher sehr gute Frage von dir!!!
Und Du hast recht: Es fehlten viele Top-Nationen und bei denen, die da waren, fehlten 1-2 der Topspieler.
Es war trotzdem ein interessantes Turnier und sicher gerade für das deutsche Team Gold wert, auch um zu sehen wie die Spieler so drauf sind, nachdem die Jahrgänge 2008/2009 im letzten Jahr m.E. in der Entwicklung etwas geschwächelt hatten. Hier konnten sich nun viele (alle?) erstaunlich gut einbringen und ihr Potential zeigen und umsetzen.
Keiner von denen (die Frage war ja mal aufgekommen) wird jemals ein NBA Lotterypick. Das wäre allenfalls möglich, wenn man die Physis und Athletik von Vossenberg mit den Skills von Kayser irgenwie kreuzen könnte. (Ich befürchte, dass die jeweiligen Defizite bei den beiden Topprospects mit 14/15, jedes für sich den ganz großen Durchbruch schwierig bis unmöglich machen wird.)
Aber es gibt so viele posititive Kleinigkeiten:
die geradezu steinbachschen Saugnäpfe von Kröger,
die tolle Vertikalität von Kemmer (bitte noch dazu den klassischen aus, der Mode gekommenen PF-Halbdistanzwurf a la Malone entwickeln),
die Entwicklung und der Motor von Borczanowski,
das Grace under pressure von Edoka,
die Toughness von Dopfer,
undundund.
Auch dass sich Coach I-Magic immer mehr zum besten Turniercoach auf diesem Erdball entwickelt
kann man gar nicht oft genug wiederholen.
Die Herausforderungen (z.B. dass Lucai Anderson dringend an seiner rechten Hand und an seinem Passing arbeiten muss) mal dahinggestellt.
Was das alles wirklich wert ist, sehen wir ohnehin wie @calle meinte dann in Trento Ende Juli … ach, gibt schlimmere Reiseziele!

