Mein Eindruck zur aktuellen Lage bei den Tigers
Ich lese hier im Forum schon lange mit und habe oft gedacht: „Die Dauernörgler übertreiben mal wieder.“ Dieses Jahr muss ich aber ehrlich sagen – irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie recht haben.
Das Grundproblem scheint mir seit Jahren dasselbe: Die Führungsebene bei den Tigers ist seit Ewigkeiten mehr oder weniger unverändert. Ab und zu kommt mal ein Vorstandsmitglied hinzu aber man hat den Eindruck, dass dort keinerlei Bereitschaft besteht, neue Wege zu gehen. Es herrscht ein Weiter so, egal, wie sich die Zeiten ändern.
Zur Erinnerung: Letztes Jahr kam mit Philipp Reinhardt ein GM, der von Anfang an gesagt hat, er wolle einiges umkrempeln. Am Anfang fand das jeder gut. Aber als es konkret wurde, ist er letztlich ausgebremst worden. Das Interview mit dem GEA belegt das sehr deutlich:
„Der Franke (Philipp Reinhardt) hatte versucht, Veränderungen beim Traditionsstandort anzustoßen, wurde dabei aber immer wieder ausgebremst. Zu Beginn seiner Amtszeit hatte Reinhart im GEA-Interview seine Herangehensweise noch mit den Worten beschrieben: »Ich nerve nicht gerne, aber ich nerve bestimmt.« Denn es liege in der Natur der Sache, »dass man nicht gleich mit jedem im Einklang ist, wenn man nachfragt, Ideen in den Raum wirft, Ideen umsetzen will und manche Sachen einfach auch mal macht«. Offenbar ist der Marketing- und Sponsoring-Experte damit dem einen oder anderen langjährigen Funktionsträger bei den Tigers doch zu sehr auf die Nerven gegangen. Die »einvernehmliche« Beendigung der Zusammenarbeit ist das Ergebnis mehrerer Gespräche zwischen dem 35-Jährigen und dem Vorstand der Zweitliga-Basketballer. Reinhart wurde in seinem Tatendrang wohl zu sehr gestoppt. Am Ende sah er keinen Weg mehr, den Verein mit den ihm gegebenen Möglichkeiten und ohne Rückendeckung für nötige Veränderungen voranzubringen.“
Für mich ist das die Bestätigung: Solange in der Führungsebene die alten Strukturen bestehen, wird sich auch nichts ändern. Da können die Leute hier im Forum schimpfen, so viel sie wollen – die Blockade sitzt oben fest.
Ein zweiter Punkt, der mich seit der letzten Saison ärgert, ist der Hallensprecher. Seine Ansagen sind einfach einschläfernd, seine Kommentare wirken oft unbeholfen und schaffen es nicht, die Halle mitzunehmen. Viele fordern längst einen neuen, weil Basketball eben nicht nur Sport, sondern auch Event ist. Aber auch hier wird nichts passieren, da er als Vereinsfunktionär zu den alten Strukturen gehört. Austausch ausgeschlossen.
Und trotzdem: Bei aller Kritik darf man nicht vergessen, was die Verantwortlichen über viele Jahre hinweg für den Basketball in Tübingen geleistet haben. Ohne ihr Engagement gäbe es den Verein in dieser Form vermutlich gar nicht mehr. Aber genau deshalb wäre es doch jetzt an der Zeit, den oft versprochenen neuen Weg auch wirklich einzuschlagen – mit frischen Ideen, neuer Energie und Strukturen, die den Verein fit für die Zukunft machen.
Unterm Strich bleibt bei mir die Erkenntnis: Egal ob Scouting, Trainer, Spieler oder das ganze Drumherum – solange die Vereinsführung aus immer denselben Leuten besteht, wird sich bei den Tigers absolut nichts ändern. Tolle Aussichten für den Tübinger Basketball. Irgendwann spielt man dann nur noch vor 500 Leuten … echt traurig!
Es wäre schön, wenn man in Tübingen endlich den Mut findet, neue Wege wie versprochen, zu gehen – im Interesse aller, die den Basketball hier lieben.