Basketball in Deutschland ist ein Selbstzerstörungsmodell
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Das ist die Kernaussage in einem Artikel der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 09.03.2008.
Weiter heißt es:" Die Crux ist die große Zahl der Amerikaner in den Ligen. In der 2. Liga, der Pro A-Serie, spielen 55 Amerikaner. Die 6 Ausländer kommen oft auf 80% der Spielzeit und der Punkte. Selbst in der 4. Klasse gibt es noch Teams, die mit 4 Amerikanern spielen.
Die 1. Liga will im kommenden Jahr die deutsche Quote immerhin auf 4 Spieler erhöhen, doch vielmehr wird in der BBL nicht möglich sein. Eine weitergehende Beschränkung, da sind sich die meisten Juristen einig, würde einer gerichtlichen Prüfung kaum standhalten. Letztlich ist es nicht der Verband, der die fatale Entwicklung aufhalten könnte. Es sind vorallem die Vereine der 2.Liga, die umdenken, die auf Talentförderung statt auf Söldner setzen müssten. Die Bereitschaft dazu aber ist minimal, und deshalb rotiert der deutsche Basketball in einem Teufelskreis, der da lautet: immer mehr Amerikaner auch in den Ligen unterhalb der BBL, immer weniger Spielmöglichkeiten für deutsche Talente, immer weniger Sponsoren, immer weniger Fernsehzeit für die gesamte Sportart."
Für mich stellt sich als erstes die Frage, welche juristischen Probleme das sind. Dann ist mir unklar, wie manche Fans in der Pro A und der Pro B so euphorisch hinter ihrer rein amerikanischen Mannschaft stehen. Juristen vor! Kann der deutsche Basketball Bund nicht die Anzahl der deutschen Spieler festlegen, die auf dem Feld stehen müssen? -
also der deutsche Basketball bund kann in der BBL gar nichts mehr festlegen, das können nur noch die Vereine selbst in der Person Pommer
Der DBB kann direkt nur noch in die Amateurligen eingreifen, also ab Regionalliga.Nichtsdestotrotz behauptet Pommer, er würde gern was an den Regularien ändern, kann aber nicht. Ob er das überhaupt will, lasse ich mal dahingestellt.
Das Problem am dürfen ist (was in deine zeitungsartikel auch schon angedeutet worden ist), die Profilligen unterliegen EU arbeitsrecht. Jeder EU Bürger darf sich seinen Arbeitsplatz frei wählen. Die BBL könnte also regularien entwickeln, allerdings würde wohl schnell ein Spieler sein Arbeitsrecht einklagen.Zumindest behauptet dies Pommer, warum es in anderen Ligen innerhalb der EU trotzdem klappt versteh ich auch nicht. In allen großen europäischen Ligen gibt es wesentlich härtere Regularien als in Deutschland.
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warum ist dieses Thema in dem Pro B forum?
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Dass sich jeder EU-Bürger in die BBL-, PRO A- und PRO B-Teams einklagen kann, dürfte außer Frage stehen. Ob das einem US-Amerikaner auch gelänge, steht auf einem anderen Blatt. Hier hätten die Ligen die Chance zur Selbstbeschränkung. Die ist aber offensichtlich nicht gewollt.
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Auch wenn z.B. ein Jugoslawe mit Erfolg sein EU Arbeitsrecht einklagen würde, so könnte doch festgelegt werden, dass z.B. immer 4 deutsche Spieler auf dem Feld stehen müssen. Das war doch auch einmal beim Fußball so.Das würde doch niemanden sein Arbeitsrecht nehmen!
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On 2008-03-12 15:58, GD wrote:
Selbst in der 4. Klasse gibt es noch Teams, die mit 4 Amerikanern spielen.In der Regionalliga gilt meines Wissens nach die Regelung, dass nur 3 Spieler die nicht “Deutsch im Sinne des Grundgesetzes sind” eingesetzt werden dürfen…
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Regionalliga ist nicht das Problem. in der nächsten Saiosn dürfen sogar nur noch 2 eingesetzt werden.
1. ist Regionalliga eine Amatuerliga, dort gilt anderes recht
2. ist der DBB für die Regularien zustäandig und nicht die BBL bzw. AG 2. Bundesligabtw hab mal irgendwo gelesen, dass in Italien in der 3. Liga nur Italiener eingesetzt werden dürfen.
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Ich finde, die Beschränkung sollte nicht auf die Nationalität abzielen sondern auf die Qualifikation und Erfahrung - das wäre dann auch keine unerlaubte Diskriminierung die vor Gericht anfechtbar wäre.
Ein sinnvolles Qualifikationsmerkmal wären z.B. ca. 100 Spiele, die in Wettbewerben der BBL, der AG 2. Liga und des DBB ausgetragen wurden. Darauf würde ab der Regionalliga aufwärts geachtet. Je höher die Liga ist, desto mehr Ausnahmen werden gestattet.
In der überwiegenden Mehrzahl würden von der Quote deutsche Spieler profitieren. Ein Team mit überwiegend in deutschland aufgewachsenen Ausländern könnte immer noch in der Regionalliga spielen. Und langjährige Identifikationsfiguren in den Profiteams (Nate Fox, Ensminger, McCoy …) würden nicht auf die Quote drücken.
Edit: Ja, die Teams müssten es wollen und die BBL, 2. Liga und der DBB müssten sich einigen. Damit ist das leider keine realistische Perspektive /-:
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dass z.B. immer 4 deutsche Spieler auf dem Feld stehen müssen. Das war doch auch einmal beim Fußball so.Das würde doch niemanden sein Arbeitsrecht nehmen!
bin jetzt kein Jurist, befürchte aber, dass unsere spitzfindigen Juristen darin einen Nachteil für die Ausländer sehen. wenn x Ausländer auf dem feld stehen müssen, dann würde ein Verein nur eine begrenzte anzahl ausländer verpflichten wollen.
In Russland ist das übrigens möglich, dort müssen IMMER gleichzeitig 3 Russen auf dem Feld stehen. Aber in russland ist dsa wahrscheinlich auch rechtlich ganz anders als bei uns.
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Ist schon klar, dass es hier nicht primär um die Regionalliga geht, ich wollte das nur mal anmerken, da im von GD zitierten Artikel auch auf die 4.Liga Bezug genommen wurde und diese Aussage so nicht stimmen kann.
Wo das juristische Problem bei einer weiteren Beschränkung der Nicht-EU-Ausländer liegen soll, ist mir auch nicht klar. Wenn es in der Pro B geht, muss es auch in der Pro A möglich sein. Lediglich eine Beschränkung der EU-Ausländer ist im Profibereich auf Grund der Arbeitnehmerfreizügigkeit nicht möglich…
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Da das Thema weitgehender ist und damit mehr als die Pro B betrifft, wird der Thread in das “Basketball Allgemein” Forum verschoben.
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Mal ein Vergleich mit anderen Sportarten:
Handball: Handball ist ja einer der größten Konkurrenten zum geliebten Sport des orangenen Leders. Hier profitiert die deutsche Liga von den vielen Ausländer, die in jedem Top Team auch die Überzahl bilden. Es werden aber wohl deutsche Talente immer mal wieder gefunden, die dann von diesen Ausländern lernen und vom hohen Niveau in den Teams profitieren, so dass sie selbst besser werden und auf hohem Niveau spielen (können).
Eishockey: Experten vor, aber soweit ich weiß gibt es hier eine Beschränkung für Ausländer.
Fußball: In der ersten Bundesliga müssen sich 12 deutsche Spieler im Profikader der Teams befinden sprich: Aufstellung? Egal! Ersatzbank? Egal! Gehaltsliste? Reicht! Hier scheint die Regelung schlimmer zu sein, als im Basketball. Bei Vereinen wie Wolfsburg, Cottbus oder Berlin frage ich mich, wo sich die Deutschen befinden. Als überwiegend deutsche Mannschaft fällt mir erstmal nur der KSC ein…
Es ist schon richtig, dass sich EU-Bürger ihr Arbeitsrecht erklagen können, im Basketball sind Serben aber teurer, als College-Amis… Ob es das also bringt, sei dahin gestellt.
Ich vermute, dass man vor allem das Niveau der Liga halbwegs erhalten wird. Wie es ausgeht, wenn eine überwiegend deutsche Mannschaft international spielt, hat man diese Saison an Bamberg gesehen. Chancenlos war da in einigen Spielen noch harmlos…
Ansetzen muss man wirklich in Ligen wie der ProB und auch der ProA. Ja, das Niveau der ProA soll nah bzw. näher an der BBL sein, schön wäre es, wenn dies über qualitativ gute Deutsche als durch den x-ten College-Ami erreicht würde. Eine gewisse Zahl an Amis ist ok, mehr als 2-3 sollten es aber nicht sein, lieber noch ein paar Europäer aus dem Ausland dazu…Es bleibt abzuwarten, wie sich die Liga bzw. die Ligen weiter entwickeln werden, eine Quote, die deutsche Spieler auf dem Feld fordert wäre EU-rechtlich mit Sicherheit kein Problem, da geht es eher um die Gehaltsliste.
Es ist also jedem Verein freigestellt, sich Ausländer auf die Gehaltsliste zu packen, in welcher Position auch immer. Da kann man sich meiner Meinung nach auch einklagen. Ob es in der Liga eine Quote gibt, hängt wohl vom Vorstand ab. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass sich allzu viel ändern wird… -
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In allen anderen Top-Ligen gibt es Ausländer Beschränkungen, das könnte man hier gar nicht machen da man damit die Zuschauer vergraulen würde und in diesen Ländern hat Basketball eine ganz andere Rolle. Dort ist Basketball etabliert und hat Tradition zudem gibt es keine Probleme mit dem Finanziellen bzw mit der Medienpräsenz. In Deutschland ist Basketball einfach nur eine Randsportart und wird es auch die nächsten Jahre bleiben. Ich bin selber begeisterter Basketball Fan und mit ist es egal, ob ein Deutscher, ein Togolese oder was auch immer auf dem Feld steht. Mit der NBBL ist ein gutes Instrument in die Welt gerufen worden, aber es dauert halt einige Jahre, bis man die Früchte daraus ernten kann.
Und gute deutsche Spieler müssen halt mal die A****backen zusammenkneifen und sich mal an ausländischen Spielern vorbeikämpfen, ansonsten haben sie auch nichts in der BBL zusuchen! -
Ich liiiiiiiebe dieses Thema!
Ausland (zurzeit bessere Ausbildung und ARBEIT) = Gute Spieler.
Gute Spieler = Erfolg
Erfolg = Zuschauer.
Zuschauer = Sponsoren.
Sponsoren = Geld.
Geld = Macht.
Macht = persönliche Befriedigung.
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das ist natürlich einfach gesagt mit Abacken zusammenkneifen und durch.Nur leider muss der teuer bezahlte Ami auch spielen,auch wenn der Deutsche manchmal im Training besser ist.Ich weiß,training ist immer was anderes,aber woanders haben Deutsche ja keine Chance sich zu präsentieren und kommt mir nicht mit dem Spruch,das der Trainer im Training guckt und dann den Besseren spielen läßt,das gibts inna u20,aber nicht mehr im Profigeschäft.Und wenn mal jemand das Risiko eingeht und der deutsche spielt dann schlecht und der teure Ami hat nicht gespielt,dann gibts richtig Feuer vom Management.Da kann sich nen Deutscher die Abacken zusammennähen lassen und da passiert nicht.Es muss sich einfach nur an der Einstellung der Vereine(Bundesliga,ProA,ProB) was ändern.Damit meine ich nicht 4Deutsche spielen lassen,aber auch nicht alle 4auf der Bank schmoren lassen oder mit 4min Garbage beschenken,worauf auch keiner was gibt.Gute Nacht