Basketball Löwen Braunschweig

Löwen verkaufen sich teuer: 74:82-Niederlage bei ALBA BERLIN

TheBloob am 13.02.2019 um 19:16

Basketball Löwen-Headcoach Frank Menz hatte vor der Partie am Dienstagabend beim Favoriten ALBA BERLIN gesagt, dass es für sein Team darauf ankäme, das verletzungsbedingte Fehlen von Leistungsträger Scott Eatherton so gut wie möglich zu kompensieren und unter den gegebenen Umständen ein gutes Spiel zu machen. Das ist den Löwen über weite Strecken richtig gut gelungen. Zwar verloren sie beim Tabellenvierten mit 74:82 (43:39), spielten aber hinten wie vorne eine starke erste Hälfte und führten zu Beginn des zweiten Viertels zurecht mit zwölf Punkten. Erst im dritten Viertel gelang es den Berlinern, ihre Vorteile unter den Körben auszuspielen, weshalb sie diesen Abschnitt deutlich mit 28:10 für sich entschieden. Der daraus resultierende Rückstand von 14 Punkten war eine zu große Hypothek und auch durch das gewonnene letzte Viertel nicht mehr aufzuholen. DeAndre Lansdowne avancierte mit 21 Punkten einmal mehr zum Löwen-Topscorer, Christian Sengfelder kam auf ein Double-Double von 15 Zählern und 10 Rebounds. Für die Berliner war Rokas Giedraitis mit 18 Punkten am erfolgreichsten.

Man musste sich fast schon die Augen reiben, so stark wie die Löwen in das Spiel starteten, obwohl ihnen Scott Eatherton fehlte (Informationen zur Verletzungen siehe unten). Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase lagen die Löwen nach einem Dreier von BJ Blake in der 6. Minute mit 12:8 vorne und ALBA-Coach Aito Garcia Reneses nahm seine erste Auszeit. Doch brachte die erstmal nichts. Denn das Menz-Team versenkte bis zur 9. Minute drei weitere Würfe vom Perimeter (56 Prozent Dreierquote) und klaute dem Gegner mit einer wachsamen Verteidigung gleich mehrfach den Ball.

Bis auf 10 Punkte enteilten Chris Sengfelder & Co. den Berlinern, ins zweite Viertel gingen sie aber mit einer 26:18-Führung. Und die bauten die Löwen ganz schnell auf zwölf Punkte aus (32:20, 12. Minute). Ab diesem Zeitpunkt bis zur 19. Minute war das Menz-Team allerdings nicht mehr aus dem Feld, sondern nur noch von der Freiwurflinie erfolgreich. Das lag zum einen an einer deutlich intensiveren Berliner Verteidigung. Aber auf der anderen Seite hatten die Löwen bei mehreren Würfen auch Pech und verloren ein, zwei Mal zu oft den Ball. Die Berliner holten deshalb auf. Doch netzte der erneut starke Christian Sengfelder in der letzten Minute des Viertels zwei Dreier zur 43:39-Halbzeitführung ein.

„ALBA hatte Größenvorteile unter den Körben, aber in der ersten Halbzeit haben wir es geschafft, dass sie davon wenig profitiert haben“, sagte Löwen-Headcoach Frank Menz nach dem Spiel. Doch genau dieser Punkt änderte sich im dritten Viertel. Die Berliner dominierten zusehends unter den Brettern. Sie holten sich mehrfach Offensiv-Rebounds und kamen durch ihr schnelles Passspiel teils zu einfachen Punkten in Korbnähe. Vor allem das Duo Sikma und Giedraitis drehte richtig auf und erzielte in diesem Viertel 20 Punkte. Und während es beim Tabellenvierten flutschte, stockte es bei den Löwen. Sie spielten ihre Würfe zwar auch sehr gut heraus, nur fielen die kaum. Die Folge: In der 29. Minute lagen die Löwen erstmals zweistellig hinten und gingen mit 14 Zählern (53:67) Rückstand ins letzte Viertel.

Aber die Partie war noch nicht entschieden. Denn die Verteidigung des Menz-Teams griff im letzten Viertel wieder besser und forcierte sechs ALBA-Ballverluste. Zudem versenkten die Löwen um Topscorer DeAndre Lansdowne in den letzten zehn Minuten insgesamt noch fünf weitere Dreier und waren in der 39. Minute auf 69:75 dran. Allerdings hatten sie Berlins Martin Hermannsson 73 Sekunden vor dem Ende für einen Moment zu frei an der 6,75-Meterlinie stehen lassen. Der versenkte seinen Wurf eiskalt zum 69:78 aus Löwensicht – und das war die Entscheidung.

Viertel aus Löwensicht: 26:18, 17:21, 10:28, 21:15;

Trainerstimmen zum Spiel:

Frank Menz (Basketball Löwen Braunschweig): „Heute mussten wir auf einen unserer zwei mit Abstand überragenden Spieler dieser Saison verzichten. Das war schwer für uns zu kompensieren. Ich bin froh, dass wir ein knappes Spiel hatten und zur Halbzeit sogar geführt haben. ALBA hatte Größenvorteile unter den Körben, aber in der ersten Halbzeit haben wir es geschafft, dass sie davon wenig profitiert haben. Aber in der zweiten Hälfte hat ALBA mit seiner schlauen Spielweise sehr gut reagiert und uns sehr wehgetan. ALBA hat dann richtig gut gespielt. Ich bin froh, dass wir wie immer in dieser Saison trotzdem keine Sekunde nachgelassen haben und am Ende sogar noch die Chance hatten, das Spiel knapp zu machen.“

Aito Garcia Reneses (ALBA BERLIN): „Unser Start war sehr schlecht. Wir haben zahlreiche Bälle verloren und waren mental nicht bereit genug. Braunschweig ist ein sehr gut organisiertes Team und sie haben es uns sehr schwer gemacht. Ich bin froh, dass es uns noch gelungen ist, unseren Spielstil zu finden. Das war nicht einfach für uns, denn unser letztes Spiel liegt nur 48 Stunden zurück. Wir sind noch in allen drei Wettbewerben im Rennen, was mich fast etwas überrascht, bei all den Problemen die wir mit Verletzungen haben. Jetzt konzentrieren wir uns auf das Pokalfinale am Sonntag in Bamberg..“

Basketball Löwen Braunschweig: Nawrocki 7, Blake 6, Lansdowne 21 (4 Ballgewinne), Klepeisz 11 (4 Assists), Sengfelder 15 (10 Rebounds), Kovacevic, Koné 5 (3 Assists), Hines 4 (3 Ballgewinne), Rahon 2 (6 Assists), Lagerpusch 3 (5 Rebounds).

ALBA BERLIN: Saibou 2, Siva 8 (4 Assists), Giffey 12, Mattisseck n.e., Hermannsson 10 (8 Assists), Wagner, Ogbe, Giedraitis 18 (7 Rebounds, 5 Ballgewinne), Thiemann 13, Nnoko 4 (7 Rebounds), Sikma 15.


Zur Verletzung von Scott Eatherton: Glück im Unglück

Die Löwen können in Bezug auf Scott Eatherton's Verletzung ein wenig aufatmen: Die Befürchtungen, dass ihr Leistungsträger und ALLSTAR Scott Eatherton sich am vergangenen Wochenende beim Auswärtsspiel in Jena einen Innenbandriss zugezogen haben könnte, haben sich nicht bestätigt. Untersuchungen am Herzogin Elisabeth Hospital (HEH, Melverode) haben stattdessen ergeben, dass der Löwen-Center sich eine schwere Überdehnung der Bandstrukturen im Kniegelenk zugezogen hat. Damit fällt Scott Eatherton für mehrere Wochen aus.


Pressemitteilung: Basketball Löwen Braunschweig 



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