Union Baskets Schwelm

Union Baskets verlieren den Krimi gegen ALBA

Pucki am 13.02.2005 um 14:27

Der Aufsteiger und Tabellenletzte Union Baskets Schwelm verpasste die große Überraschung nur denkbar knapp. Mit 84:95 nach Verlängerung unterlag das Team von Coach Torsten Daume dem Topfavoriten ALBA Berlin. Dabei sprach lange alles für einen perfekten Basketballabend in der Wuppertaler Uni-Halle. 3.000 Zuschauer sorgten für eine prächtige Stimmung, der Fernsehsender Premiere übertrug erstmals live und die Union Baskets präsentierten ihren Neuzugang Kendrick Johnson. Die Gäste aus der Hauptstadt hatten den besseren Start.

Umsichtig geführt von Gerald Brown lag das Team von Henrik Rödl schnell mit 11:4 in Front. Nach einer Auszeit der Schwelmer schrumpfte der Vorsprung allerdings nach und nach. Nach den ersten Punkten von Kendrick Johnson und einem Dreier des sehr guten Marko Piplovic führte der Außenseiter erstmals mit 17:15. Doch bereits in dieser Phase wurde die Partie von einigen zumindest fragwürdigen Schiedsrichter-Entscheidungen gestört. Nach starken Szenen von Vilius Gabsys (UBS) und Stefano Garris (ALBA) endete das erste Viertel mit 22:20.

Anfangs des zweiten Durchgangs setzte der Aufsteiger weiter die Akzente. Bruno Roschnafsky und immer wieder Kendrick Johnson begeisterten das Publikum. Doch der Meisterschaftsfavorit ließ sich nicht abschütteln, blieb auf Tuchfühlung. Kurz vor dem Seitenwechsel brachte der "Wuppertaler Jung" Benni Rust durch vier schnelle Punkte die Halle fast zum Überkochen.

Nach dem Seitenwechsel übernahm ALBA das Kommando. Stark agierten die Center Jovo Stanojevic (100% Wurfquote) und Michael Wright. Der Favorit setzte sich langsam ab, während man beim Gastgeber zum wiederholten Male mit den Schiedsrichtern haderte. Marko Piplovic kassierte sein viertes Foul, Kendrick Johnson wurde ein unsportliches Foul zur Last gelegt. Dagegen spielten die Albatrosse fast sieben Minuten foulfrei.

Vor dem Schlussviertel setzten wohl nicht mehr viele der Beobachter auf die Union Baskets. Doch nach zwei "Wahnsinnsdreiern" des sehr starken Vilius Gabsys war Schwelm wieder im Rennen. In den letzten Minuten ging es dann Schlag auf Schlag. Johnson, Gabsys und Bond trafen für die Gastgeber, Stefano Garris und Michael Wright brillierten bei den Gästen. Letztlich hieß es 76:76, die Verlängerung musste entscheiden. Und hier zeigte ALBA Berlin, warum dieses Team zu den Besten der Liga gehört. Clever und cool behielten vor allem Michael Wright und Gerald Brown die Nerven und entschieden die Partie. Nach dem 5. Foul gegen Ryan Bond und anschließendem T-Foul gegen den US-Amerikaner blieben die Union Baskets ohne echte Chance.

Die respektable Leistung des Aufsteigers war unübersehbar. Kendrick Johnson ist die erhoffte Verstärkung, ist nicht nur korbgefährlich, sondern war mit sieben Assists auch der beste Vorbereiter seiner Mannschaft. Insbesondere Vilius Gabsys konnte davon profitieren. Marko Piplovic zeigte eine sehr starke Leistung, die leider bereits sehr früh durch "Foultrouble" unterbrochen wurde. Die Union Baskets fabrizierten weniger Turnovers als Berlin, hatten mehr Assists und Steals. Das Reboundverhältnis war nahezu ausgeglichen (34:39), in der Wurfquote verbuchten jedoch die Albatrosse ein Plus (51% zu 41%). Bei der Foulverteilung hatten besonders die Union Baskets-Center kein gutes Standing bei den Referees. Während Ryan Bond und Marko Piplovic mit jeweils fünf Fouls das Feld verlassen mussten, kassierten Michael Wright und Jovo Stanojevic in der gesamten Spielzeit gemeinsam nur drei Foulpfiffe. So feierten die Fans nach der Partie ihre Mannschaft trotz der Niederlage, verabschiedeten das Schiedsrichter-Dreigestirn Schmidt/Rucht/Stratemann allerdings mit einem gellenden Pfeiffkonzert aus der Halle.

Henning Harnisch (Team-Manager ALBA): "Großen Respekt vor Schwelm, die hier eine Riesenleistung gezeigt haben. Ich glaube, dass die Union Baskets noch einige Spiele gewinnen werden. Sie sind nicht aufgetreten wie ein Tabellenletzter. Wir hatten zweimal die Chance uns abzusetzen, was uns aber nicht gelungen ist."

Henrik Rödl (Trainer ALBA Berlin): "Schwelm hat wahnsinnig gut gekämpft. Wir waren im Spiel nicht in der Lage einen draufzusetzen. Die Union Baskets sind viel Risiko gegangen und haben das Spiel bis in die Verlängerung ausgeglichen gestaltet. Die Schiedsrichter haben ihre Sache so gut gemacht wie sie konnten."

Torsten Daume (Trainer Union Baskets): "Glückwunsch an Berlin! Spielentscheidend war aus meiner Sicht das dritte Viertel, in dem wir nur einen Foulpfiff bekommen haben. Das hat uns aus unserem sehr guten Rhythmus gebracht. Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft. In der Overtime hatten wir zweimal die Möglichkeit, dass Heft in die Hand zu nehmen. Zwei verworfene Schüsse waren mehr drin als draussen. Mit diesen zwei Treffern mehr, hätten wir das Spiel gewonnen. Nach der T-Foul-Entscheidung hatten wir keine Chance mehr, zurück ins Spiel zu kommen."

Union Baskets: Gabsys 24/4, Johnson 16/4, Piplovic 14/1, Bond 10, Ignatavicius 9/1, Roschnafsky 4, Rust 4, Speier 2, Markevicius 1, Evans.

ALBA Berlin: Wright 18, Brown 17, Mamic 17/3, Stanojevic 17, Garris 11/1, Szewczyk 8, Mazeika 7, Tein, Grünheid.

Presseinfo: Union Baskets Schwelm (Martin Schrader)

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