ProA

NINERS krönen sensationelles Comeback

TheBloob am 20.03.2017 um 19:43

Basketballherz was willst du mehr? Weit über 2.000 Zuschauer, echte Hexenkesselatmosphäre in der Richard-
Hartmann-Halle, zwei Kontrahenten, die sich keinen Millimeter schenkten, ein Spielverlauf in Hitchcock-
Manier und schlussendlich der richtige Sieger. Das Zweitligatopspiel zwischen den NINERS Chemnitz und den
MLP Academics Heidelberg ließ am Samstagabend wirklich keine Wünsche offen. Zunächst trumpften die
Gäste groß auf, lagen zeitweise bis zu elf Zähler vorn, doch mit einem furiosen Endspurt drehten Sachsens
beste Korbjäger das Match und feierten letztlich einen grandiosen 79:67-Erfolg. „Meine Spieler haben sich
heute zerrissen, ihr Kämpferherz gezeigt und sich mit einem wirklich hochverdienten Sieg belohnt“, strahlte
der argentinische NINERS-Cheftrainer Rodrigo Pastore noch lange nach der Partie.
Im direkten Duell zwischen dem Tabellenvierten und -fünften der 2. Basketball-Bundesliga ProA erwischte
Chemnitz den besseren Start und ging durch Treffer der US-Boys Virgil Matthews, Chris Carter sowie Joe
Lawson mit 9:4 in Front. Kurz darauf eroberte jedoch Bernard Thompson mit zwei staubtrockene Dreiern die
erste Gästeführung, welche Heidelberg lange Zeit nicht mehr hergeben sollte. Vielmehr setzten sich die
Academics nun sukzessive ab. Über ein 20:17 nach dem Startviertel wuchs der Vorsprung Mitte des zweiten
Durchgangs gar auf 34:23 an, wobei in dieser Phase vor allem Niklas Würzner und der wiedergenesene Shy
Ely glänzten. Erst kurz vor der Halbzeitpause gelangen den NINERS noch einige gute Aktionen, insbesondere
Centerhüne Martin Seiferth und Kapitän Michael Fleischmann, welcher mit der Sirene einen viel umjubelten
und psychologisch extrem wichtigen Dreier zum 31:37-Anschluss durch die Reuse jagte.
Dies war erst der dritte erfolgreiche NINERS-Distanzwurf in den ersten beiden Vierteln, während Heidelberg
zu jenem Zeitpunkt schon sieben Dreier eingenetzt hatte, wohlgemerkt bei lediglich elf Versuchen. Folglich
wollte Chemnitz den Perimeter im dritten Durchgang besser verteidigen, ließ dem Gast dabei aber Räume am
Brett, welche vor allem Vance Hall und Hrovje Kovacevic immer wieder erfolgreich nutzten, wenn auch
mehrfach erst mit ablaufender Wurfuhr. „Unser Aufwand wurde in jener Phase noch nicht belohnt, weil
Heidelberg einige schwere Schüsse traf“, kommentierte Fleischmann. Dem Kapitän unterlief wenig später ein
unsportliche Foul gegen Devin White, in dessen Folge Heidelberg seinen Vorsprung erneut zweistellig machte
(43:53). Doch die NINERS dachten keine Sekunde daran, dieses Match aufzugeben, was sich vor allem in der
letzten Aktion des dritten Viertels manifestierte. Seiferth stellte sich mit aller Macht Niklas Ney entgegen,
blockte dessen Wurfversuch, hechtete dem Ball hinterher, rettete ihn Millimeter vor der Auslinie, um dann
einen Pass übers ganze Feld zu spielen, welchen Craig Bradshaw zum mutmachenden 47:53 verwandelte.
Falls es noch irgendeiner Initialzündung bedurft hätte, so war diese gerade erfolgt. Chemnitz schöpfte neue
Hoffnung und zeigte nun die oft beschworene „NINERS-Identität“. Sowohl auf als auch neben dem Feld, denn
das Publikum machte die Halle fortan zur wahren „Hartmann-Hölle“ und verlieh dem Team neue Kräfte.
Angespornt von der grandiosen Atmosphäre verteidigten die Pastore-Mannen auf allerhöchstem Niveau und
gestatteten Heidelberg in den ersten fünf Minuten des Schlussviertels gerade einmal zwei magere Pünktchen.
Im gleichen Atemzug kehrte endlich auch vorn das Glück des Tüchtigen ein, so dass Virgil Matthews in der 33.
Spielminute die NINERS erstmals seit dem Startviertel wieder in Führung bringen konnte (57:55). Seinem
Distanztreffer ließ Bradshaw kurz darauf den nächsten Dreier zum 63:57 folgen und als Fleischmann ebenfalls
vom Perimeter auf 72:62 stellte, bog Chemnitz endgültig auf die Siegerstraße ein. Angesichts dieses Verlaufs
passte es perfekt ins Bild, dass auch der Schlusspunkt des Abends aus dem Dreipunkteland erfolgte. Von dort
markierte der frisch gebackene ProA-Spieler des Monats Februar, Joe Lawson, den letzten Chemnitzer Treffer,
avancierte so mit 22 Punkten zum Topscorer einer hart umkämpften Partie und durfte anschließend mit all
seinen Teamkameraden die stehenden Ovationen des Chemnitzer Publikums genießen.
STATISTIK:
NINERS Chemnitz vs. MLP Academics Heidelberg 79:67
(17:20, 14:17, 16:16, 32:14), 2.086 Zuschauer
Lawson (22 Punkte), Carter (20), Matthews (12), Fleischmann (7), Richter (7), Seiferth (6), Bradshaw (5), Wess, Ziegenhagen
TERMINE:
Nürnberg Falcons BC vs. NINERS Chemnitz
, Mittwoch, 22.03.2017, 19:30 Uhr, Berufsbildungszentrum Nürnberg
NINERS Chemnitz vs. ETB Wohnbau Baskets Essen
, Samstag, 25.03.2017, 19:00 Uhr, Richard-Hartmann-Halle


Pressemitteilung: BV Chemnitz, Matthias Pattloch 



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