medi bayreuth

Heroes Of Tomorrow bringen den Meister mächtig zum Wackeln

TheBloob am 27.12.2016 um 09:02

Am Ende unterliegt medi bayreuth nach Verlängerung mit 88:92 gegen Bamberg

Von diesem Spiel des 16. Spieltages in der easyCredit Basketball Bundesliga wird man noch lange sprechen! Das 72. Oberfrankenderby zwischen medi bayreuth und Brose Bamberg hatte für die 3.300 Zuschauern in der wieder einmal ausverkauften Oberfrankenhalle wahrlich alles auf Lager, was man sich von einem Spitzenspiel erwarten darf.

Bis in die Verlängerung boten sich beide Mannschaften einen leidenschaftlichen Kampf, in dem das Team von Head Coach Raoul Korner den amtierenden deutschen Meister am Rande einer Niederlage hatte. Am Ende unterlagen die Heroes Of Tomorrow den Domstädtern, die vor allem in den kritischen Phasen des Spiels kaltschnäuzig einmal mehr ihre ganze Klasse unter Beweis stellten, hauchdünn mit 88:92 (41:40, 83:83) nach Verlängerung.

Das sagt Andreas Seiferth

„Es ist ärgerlich, dass wir, wie im ersten Saisonspiel gegen Ulm, in die Verlängerung gehen mussten und dann dort verloren haben. Der Wurf von Strelnieks am Ende war ganz schwer. Dass er ihn getroffen hat, hat auch etwas mit Glück zu tun. Ich glaube, dass wir den Sieg heute auch verdient gehabt hätten, denn wir haben eine sehr gute Leistung gezeigt. Natürlich sind wir alle nun erst einmal enttäuscht. Ich bin froh, dass ich nach ein paar nicht so guten Spielen wieder eines gemacht habe, zu dem ich viel beitragen konnte. Ich hätte mich und das Team dadurch gerne mit einem Sieg belohnt.”

Die Partie kurz zusammengefasst

Von Beginn an entwickelte sich ein packendes Oberfrankenderby, in das die Gäste aus Bamberg besser starteten. Nach knapp zwei Minuten netzte Nicolo Melli zum 8:4 ein, dann traf medi bayreuth aus der Distanz: Nate Linhart und zweimal Trey Lewis drehten die Partie zum 13:8 (4.). Konsequent zogen die Heroes Of Tomorrow ihr Spiel durch und mussten bis zur Viertelpause nur noch fünf Punkte der Gäste hinnehmen, darunter einen Dreier von Fabien Causeur mit der Schlusssirene. Auf Bayreuther Seite war Andreas Seiferth einer der Aktivposten. Mit sieben Punkten sorgte er dafür, dass es nach zehn Minuten 22:13 stand.

Durch Dreier von Darius Miller und Fabien Causeur kam Bamberg schnell wieder ins Spiel: 20:26 hieß es nach genau zwölf Minuten. Nachdem Robin Amaize für medi traf, legten die Domstädter einen 9:0 Lauf aufs Parkett und führten nach einem Staiger-Dreier mit 29:28 (16.). Das Team von Raoul Korner antwortete passend. Nate Linhart und Assem Marei trafen, dann folgte eine der besten Szenen der Partie: Auf Vorlage von Nate Linhart verwandelte De’Mon Brooks per Alley Oop zum 34:31 (17.). Auch wenn Bamberg den Rückstand verringern konnte, ging es mit einer 41:40 Führung für medi bayreuth in die Halbzeitpause.

Mit viel Selbstvertrauen kamen die Heroes Of Tomorrow aus der Kabine zurück und führten durch einen weiteren Lewis-Dreier mit 46:40 (22.). Durch ein 3-Punkt-Spiel von Fabien Causeur gelang es den Gästen, auf 45:48 (24.) zu verkürzen. In der 27. Minute brachte Assem Marei die Heroes Of Tomorrow beim 57:51 wieder sechs Zähler in Front. Da auf Bayreuther Seite die Mannschaftsfoul-Grenze bereits überschritten war, kamen die Gäste nun zu vielen Freiwürfen, die sie meist sicher nutzen konnten. So gelang es den Bambergern, Punkt um Punkt bis zum 58:59 nach dem dritten Viertel aufzuholen.

Mit dem ersten Korb des Schlussabschnitts gingen die Gäste durch Daniel Theis erstmals seit langer Zeit wieder in Führung. Es sah in den folgenden Minuten zunächst danach aus, als sei die Partie entschieden, denn nach einem Alley Oop von Daniel Theis, aufgelegt von Darius Miller, lag der Meister 68:62 (34.) voraus. Ein Lewis-Dreier startete dann ein 7:0-Lauf der Heroes Of Tomorrow, den Kyan Anderson mit Freiwürfen zum 69:68 (37.) beendete. Nun ging es Schlag auf Schlag und auch durch zwei weitere Dreier von Trey Lewis wechselte das Momentum. Weitere Anderson-Freiwürfe sorgten 45 Sekunden vor dem Ende für das umjubelte 79:75.

Die Crunch Time war nichts für schwache Nerven. Obwohl Assem Marei 17 Sekunden vor dem Ende zwei Freiwürfe zum 81:77 einnetzte, wurde es nochmals richtig spannend. Schnell verkürzte Nicolo Melli per Dreier. Anschließend ließ Trey Lewis einen von zwei Freiwürfen liegen, ehe es 0,7 Sekunden vor dem Ende auf einen Schlag so richtig still im Bayreuther Fanlager wurde, nachdem Janis Strelnieks einen Dreier der Marke “unmachbar” aus der Ecke, zum 83:82 der Bamberger verwandelte. Eine letzte Chance hatte medi bayreuth aber noch: der Einwurf von der Seitenlinie von Nate Linhart knallte gegen den Korb, ebenso wie unter dem Korb Nikolaos Zisis und De’Mon Brooks auf den Boden. Die Spielzeit war abgelaufen, doch nach Zuhilfenahme des Instant Replay entschieden die Schiedsrichter auf unsportliches Foul gegen Zisis und so konnte Kapitän Bastian Doreth, der für den verletzten De’Mon Brooks an die Freiwurflinie gegangen war, die Partie in die Verlängerung werfen.

In der Overtime avancierte zunächst Darius Miller zum Aktivposten. Fünf Punkte bedeuteten das 88:84 der Gäste, die nun das Spiel im Griff hatten. Die Heroes Of Tomorrow gaben noch einmal alles und kamen durch Trey Lewis 25 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung auf 88:90 heran, doch der Sieg sollte an die Gäste gehen. Der starke Nicolo Melli sorgte mit Freiwürfen für den 92:88 Endstand.

Drei Fakten zum Spiel

Bamberger Kaltschnäuzigkeit: 17 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit führte medi bayreuth mit 81:77, ehe zunächst Nicolo Melli mit einem Distanzwurf und dann Janis Strelnieks mit einem Wahnsinns-Dreier aus der rechten Spielfeldecke Bamberg wieder in Führung brachten. In der Verlängerung war es dann Darius Miller, der mit fünf Punkten in etwas mehr als 30 Sekunden für einen vier Punkte Puffer der Gäste sorgte.

Nicolo Melli: Der Italiener war einer der Garanten für den knappen Derbysieg. In der ersten Halbzeit, die zu großen Teilen an medi bayreuth ging, blieb der Power Forward mit vier Punkten zunächst blass. Auch nach weiteren fünf Punkte im dritten Abschnitt hatte es nicht den Anschein, als sollte er am Ende mit 21 Zählern bester Schütze seines Teams sein. Im letzten Abschnitt war der Italiener dann aber der Motor im Spiel des Meisters. Seine sicheren Würfe, vor allem von der Freiwurflinie, sorgten dafür, dass das Momentum zunächst kippte und die Bamberger den Weg in die Verlängerung fanden.

Trey Lewis: Mit 23 Punkten avancierte der US-Amerikaner zum besten Werfer des Oberfrankenderbys. Dabei gelangen dem 24-Jährigen 18 Zähler von jenseits der 6,75 Meter-Linie. Diese sechs Dreier bedeuten eine Karrierebestleistung in der easyCredit Basketball Bundesliga. Zudem holte der medi-Guard fünf Rebounds und bereitete fünf Körbe vor, was ihn zu einer Effektivität von 27 brachte - ebenfalls Bestwert der Partie.

Trainerstimmen

Andrea Trinchieri (Brose Bamberg): “Ich wünsche allen frohe Weihnachten und gratuliere Raoul. Sie haben bislang eine erstaunliche Saison gespielt. Es war für uns ein hart erkämpfter Sieg. Ich glaube, dass ich schon viele Spiele gesehen habe, viele Spiele gecoacht habe. Ich habe Dinge gesehen, von denen ich dachte, dass ich sie nie sehen werde. Vielleicht war es heute anders weil Weihnachten war. Das war etwas, abseits von der Qualität des Spiels und der beiden Mannschaften. Wie die Schiedsrichter den letzten Pfiff behandelt haben, war sonderbar. Ich glaube, dass ich recht habe, was ich nun sage, das prüfe ich zu Hause. Ich glaube, es ist nicht möglich, ein Aktion ohne Pfiff in eine gepfiffene Aktion zu wandeln. Ich rede nicht darüber, ob es ein Foul war oder nicht. Ich denke, man kann das Instant Replay nicht dafür hernehmen. Es gab keinen Fight, es war eine ganz normale Aktion. Wir haben kein großes Spiel gemacht, wir mussten nach kurzer Regeneration kämpfen, um unsere Physis zu entwickeln. In der zweiten Hälfte des vierten Viertels und der Verlängerung haben wir die Dreierlinie gut verteidigt. Bayreuth ist hier eines der besten Teams. Wir haben sie bei 35 Prozent gehalten. Das war der Schlüssel, denn wir waren in anderen Teilen des Spiels schlecht. Es war ein sehr hart erspielter Sieg mit einem Big Shot am Ende und einer erfolgreichen Verlängerung.”

Raoul Korner (medi bayreuth): ”Ich schließe mich den Weihnachtswünschen an und gratuliere Coach Trinchieri und seiner Mannschaft. Es war eine herzbrechende Niederlage. Beide Teams haben sich auf Augenhöhe bekämpft. Es war ein offener Schlagabtausch, wir hatten den besseren Start, Bamberg das zweite Viertel. Danach war es ausgeglichen. Ich muss sagen, vom Fokus und der Intensität hier war es eines unserer besseren Spiele der letzten Wochen, wahrscheinlich sogar das Beste. Dass es am Ende nicht gereicht hat, ist auf die hohe individuelle aber auch kollektive Qualität von Bamberg zurückzuführen. Sie haben genügend enge Spiele in dieser Saison bestritten um eine gewisse Erfahrung zu haben und aus anderen Spielen zu lernen. Und sie haben die Qualität, am Ende unglaubliche Würfe zu machen. Wir haben ein, zweimal versäumt zu foulen, das führe ich aber auf die Erfahrung meiner Mannschaft zurück. Das macht am Ende den Unterschied in so einem Spiel aus. Ich bin aber froh, dass ich über vergebene Würfe und Kleinigkeiten reden kann, die den Ausschlag gegeben haben und nicht über mangelnde Physis und Qualität auf unserer Seite. Ich bin stolz auf die Burschen, die Fans können das auch sein. Ich hoffe, dass De’Mon nicht schlimmer am Handgelenk verletzt ist, sonst haben wir ein großes Problem.”

medi bayreuth vs. Brose Bamberg 88:92 n. V.
( 22:13 - 19:27 - 18:18 - 24:25 - 5:9 )

medi bayreuth: LEWIS 23 (5 Assists), LINHART 13, SEIFERTH 13, BROOKS 12, Marei 11 (9 Rebounds), ANDERSON 9, Amaize 4, Wachalski 2, Doreth 1, Trieb, Adler, Dejworek.
Dreier: Lewis 6, Linhart 2.

Brose Bamberg: MELLI 21, CAUSEUR 16, STRELNIEKS 15 (4 Assists), Miller 15 (4 Assists), Theis 11 (9 Rebounds), Zisis 8, Staiger 3, RADOSEVIC 2, HECKMANN 1, Lo 0, Kratzer 0.
Dreier: Miller 3, Causeur 2, Melli 2, Zisis 2, Staiger 1, Strelnieks 1.

Schiedsrichter: Rodriguez, Panther, Krause.

Alle Statistiken unter www.easycredit-bbl.de/de/n/spielberichte/2016-17/nachbericht/2016-12-26-bay-bam


Pressemitteilung: medi bayreuth 



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