Giessen46ers

Phoenix überragt bei 46ers-Sieg gegen Spitzenreiter

_Tigger am 09.01.2005 um 12:54

Die Gießen46ers haben am letzten Hinrunden-Spieltag in der Basketball-Bundesliga für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Vor 3.150 Zuschauern, die in der ausverkauften Sporthalle Ost dank einer von Anfang an großartigen Unterstützung zum sechsten Mann auf Seiten des Heimteams avancierten, besiegten die Lahnstädter den bis dato erst zweimal bezwungenen Spitzenreiter RheinEnergie Köln am Samstagabend mit 89:78 (43:30). In der Tabelle weisen die 46ers nach diesem unerwarteten Erfolg mit 16:14-Punkten wieder ein positives Punktekonto auf.

Überragender Mann auf dem Feld war Power Forward Justin Phoenix, der am Ende auf 28 Punkte kam, sechs von sieben Dreipunktversuchen im Korb unterbringen konnte und sich aufgrund seiner herausragenden Darbietung ein Sonderlob von Trainer Stefan Koch einheimste. Den schönsten Korberfolg hatte sich der 31jährige, der auch in der Verteidigung gegen keinen Geringeren als den fünftbesten Scorer der Liga und Ex-NBA-Profi William Edwards Akzente setzen konnte, für das Schlussviertel aufgehoben, als sein aus gut und gerne neun Metern Entfernung abgefeuerter Distanzwurf unter dem ohrenbetäubenden Jubel der Zuschauer zum 71:53 (31.) durch die Kölner Reuse flutschte. Als Heiko Schaffartzik, der aus der Ferndistanz ebenfalls hochprozentig traf (3/6), wenig später einen weiteren Treffer von jenseits der 6,25-m-Linie zum 76:53 folgen ließ, war die Partie schon sieben Minuten vor dem Ende so gut wie gelaufen.

Stefan Koch freute sich nach der Begegnung neben der guten Trefferquote von den Außenpositionen auch über das von Beginn an aggressive Auftreten seiner Schützlinge, welches ein wichtiger Faktor gewesen sei. Während die Gießener beim letzten Spiel bei GHP Bamberg in der ersten Hälfte anfangs gar nicht so recht an ihre Siegchance geglaubt hatten und in Folge dessen fast hoffnungslos in Rückstand geraten waren, konnten sie gegen Köln an die in Bamberg in den zweiten 20 Minuten gezeigte Leistung anknüpfen und der Partie gegen den Tabellenführer nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (18:18, 10.) spätestens im zweiten Viertel ihren Stempel aufdrücken.

Neben Phoenix war 46ers-Center Souleymane Wane in punkto Rebounds einmal mehr nicht zu stoppen. Elf Abpraller sammelte der Senegalese mit den Krakenarmen in knapp 25 Minuten Spielzeit. Darüber hinaus profitierte er des Öfteren von den Ablegern seiner in die Zone ziehenden Teamkameraden. So etwa beim 35:30, als Anton Gavel einmal mehr auf Teufelkommraus in Richtung Kölner Korb zog, im letzten Moment Wane bediente und dieser den Ball durch den Ring stopfte (18.). Zwei Phoenix-Dreier und ein Phoenix-Abstauber auf Pass von Chuck Eidson ließen den Vorsprung zur Pause auf 13 Zähler anwachsen.

Eidson musste sich seine Punkte gegen die Kölner Verteidigung, die ihm erwartungsgemäß viel Beachtung schenkte, hart erarbeiten. Wenn er sich in Korbnähe einer Doppeldeckung gegenüber sah, fand der 24-jährige US-Boy aber auch immer wieder den freien Mitspieler. Am Ende hatte der mit 15 Punkten zweitfleißigste Punktelieferant auf 46ers-Seite als Lohn auch sechs Vorlagen auf seinem persönlichen Konto stehen.

Nach der Pause bauten die Gastgeber ihre Führung zunächst leicht aus. Gavel vergab zwar einen Freiwurf, sicherte sich aber den Offensivrebound und legte zum 52:34 (23.) ab. In der Folge kamen die Rheinländer heran, ohne den Rückstand entscheidend minimieren zu können (55:45, 27.). Die Koch-Schützlinge blieben in der Schlussphase des dritten Viertels von außen treffsicher (Campbell, Phoenix), gestatteten den Gästeakteuren um die Routiniers Sasa Obradovic und Marko Pesic sowie den ungemein flinken und vor allem im Fastbreak gefährlichen US-Boy Immanuel McElroy weiterhin wenig Freiräume und legten nach dem 66:53 (30.) einen 10:0-Lauf auf das Parkett, der das Spiel beim bereits erwähnten Zwischenstand von 76:53 vorzeitig zu Gunsten des fünfmaligen Deutschen Meisters entschied. Kein Wunder, dass sich bei den Hausherren angesichts der klaren Führung in den letzten Minuten leichte Konzentrationsmängel offenbarten, die es den Kölnern ermöglichten, noch einmal etwas näher heranzukommen. Den Schlusspunkt setzten aber die Mannen in den weiß-roten Trikots. Dem wenige Sekunden zuvor erstmals ins Spiel gekommenen Schweden Chris Anrin blieb es vorbehalten, mit einem Dreier von der Grundlinie kurz vor der Sirene für den 89:78-Schlusspunkt zu sorgen.

Während sich Gäste-Coach Armin Andres im Anschluss an die dritte Saisonniederlage bitter enttäuscht von seiner Mannschaft zeigte ("Gießen hat mit viel Einsatz und Herz gespielt. Das habe ich bei meinem Team vermisst. Ohne Verteidigung kann man kein Spiel gewinnen") sah Stefan Koch keine Veranlassung, das Saisonziel Klassenerhalt zu revidieren. So lange es rein rechnerisch möglich sei, noch auf einen der beiden Abstiegsplätze abzurutschen, werde er das Ziel nicht umformulieren, meinte der 46ers-Coach in der Pressekonferenz.

Gießen46ers: Gavel (13), Wane (10), Campbell (7), Schaffartzik (9), Anrin (3), Gunnarsson, Hartenstein (2), Terdenge (2), Phoenix (28), Eidson (15), Cannon (n.e.).

RheinEnergie Köln: Ovcina (10), Obradovic (15), Talts (2), Strasser (3), Gomes (2), Edwards (14), Gortat (4), Pesic (17), McElroy (11).

Presseinfo: Gießen46ers (Thorsten Alver)

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