Science City Jena

Science City Jena zieht Tigers nach Verlängerung mit 82:79-Sieg die Zähne

TheBloob am 12.12.2016 um 20:15

Es war mal wieder an der Zeit für ein Basketballspiel welches nach blutdrucksenkenden Mitteln schrie. In einem vorgezogenen Tatort schlug Science City Jena am Sonntagabend vor 2408 Zuschauern in der Sparkassen-Arena die WALTER Tigers Tübingen knapp nach Verlängerung mit 82:79. Das Harmsen-Team erspielt sich mit dem zweiten Heimsieg in Folge ein kleines Polster auf die nun sechs Pluspunkte entfernte Abstiegszone, auf der Mitaufsteiger RASTA Vechta klebt. Im Duell zwischen Thüringen und Tübingen präsentierten sich die Gastgeber nach einer starken ersten Hälfte trotz einer Schwächephase in Halbzeit Nummer Zwei kämpferisch, glichen ein vermeintlich entschiedenes Spiel in der Schlussphase willensstark aus und sicherten sich den Erfolg in einer fünfminütigen Overtime.

Während die Saalestädter schnell aus den Startblöcken kamen, durch Doppelpack-Julius Wolf und Jenkins früh mit 5:0 in Führung gingen, hatte Gäste-Trainer Tyrone McCoy nach einem Dreier von Wayne Bernard zum 15:6 erst einmal genug gehen – Timeout. Vor diesem Korb hatten die Thüringer mit starkem Passspiel geglänzt und den Spalding wie an der Schnur gezogen durch ihre Reihen wandern lassen. Nachdem die Auszeit der Tigers anfänglich nicht fruchtete, Julius Wolf auf 17:6 nachlegte, kamen die Gäste besser ins Laufen, kämpften sich bis zur Viertelsirene wieder an den statistischen Horizont. So ging es mit einem verhältnismäßig schmalen Jenaer 18:14-Vorsprung in den zweiten Abschnitt. Diese Phase ging verdient klar an die Jenaer Riesen, die ihre Widersacher auf dem Parkett nach einem erneuten Distanzwurf von Jenas Kapitän zum 27:17 (13.) zur taktischen Auszeit zwangen. Zwar gelang es den Baden-Württembergern im Anschluss zwischenzeitlich auf 29:23 (16., Jared Jordan) zu verkürzen, nach einem Dunk zum 38:33 durch Kenny Frease, der wohl sein bisher bestes Spiel im Stadtwerke-Trikot ablieferte, rutsche der Spielverlauf jedoch wieder in die erhoffte Spur. Jenas Kapitän Wayne Bernard war es aus der Distanz vorbehalten mit seinem staubtrockenen Dreier den 42:34 auf den LED-Würfel zu brennen.

Ein gänzlich anderer Verlauf zeichnete sich mit Rückkehr in die zweite Hälfte ab. Nun waren es die Tübinger, die den Ball gleich zweimal durch den Jenaer Ring prügelten (Green, McGhee), in Kombination mit einem Green-Dreier den 42:41-Anschluss herstellten, bevor Immanuel McElroy und Julius Jenkins kalt wie eine Hundeschnauze konterten und bis zur 25.Minute wieder auf 49:41 erhöhten. Doch die Tigers blieben in der Folge bissig, setzten nun ihre gefährlichste Waffe – den Distanzwurf – ein, der zunehmend hochprozentig durch den Reuse der Hausherren flutschte. Drei Sekunden vor der Viertelsirene setzte Davion Berry mit seinem Wurf zur 56:55-Führung den Schlussstrich unter einen turbulenten und den Spielausgang wieder öffnenden dritten Spielabschnitt.

Einmal mehr hatte Alfred Hitchcock seine Liebe zum Basketball entdeckt, führte in dem seinen Spannungsbogen langsam auf Maximum aufblähenden finalen Viertel stilsicher Regie. Nachdem Jenas Aufbauspieler Daniel Schmidt mit seinem Dreier zum 66:64 (34.) die Tribünen von den Sitzen riss, sorgte Tübingens Flügel Julian Washburn ebenso schnell für mentale Abkühlung in Blau-Weiß-Orange. Viel schlimmer noch entwickelte sich die anschließende Phase, in der für Science City der roten Faden des Spiels komplett gerissen schien. Jenaer Ballverluste kombiniert mit zielsicher verwandelnden Schwaben führten den Erstliga-Aufsteiger aus Ostthüringen an den Abgrund zur Heimniederlage. So war es ein Dreier des überragenden Tübinger Point Guards Jared Jordan (18 Punkte, 11 Assists, 7 Rebounds) in Summe mit einem von Gary McGhee verwandelten Freiwurf zur Tübinger 72:66-Führung (37.), der das Duell in die falsche Richtung schickte. Doch Science City war noch nicht geschlagen. Zwar sprang ein In & Out-Dreier von Wayne Bernard 178 Sekunden vor der Schlusssirene wieder aus dem Korb der Tigers, doch Julius Jenkins erhielt nach einem offensiven Rebound eine erneute Chance, verkürzte nervenstark auf 69:72. Nach zwei McElroy-Freiwürfen sowie einem Washburn-Korb zum 71:74 waren die Pulsschläge der Tribünen spürbar. Oli Clays Freiwurf zum 72:74 vergoldete Immanuel McElroy 6,1 Sekunden vor Ultimo schlussendlich zum 74:74. Der finale Schuss in der regulären Spielzeit zum Tübinger Sieg von Davion Berry verpuffte erfolglos – Verlängerung.

Hier schien der Tübinger Keks deutlich zu lange in der Milch gelegen zu haben. Durch fünf Punkte von Liga-Topscorer Marcos Knight zum 79:74 eröffnet, wischten Wayne Bernard und Immanuel McElroy an der Freiwurflinie die letzten Zweifel an den zweiten Jenaer Heimsieg in Folge vom Parkett, der durch Jared Jordan (79:76) und Julian Washburn (81:79) noch einmal kurzzeitig in Gefahr geriet.


Statement Tyrone McCoy: Das ist eine schwer zu verdauende Niederlage für uns. Beide Mannschaften hätten es verdient zu gewinnen. Wir sind nach der ersten Halbzeit zurückgekommen. Allerdings sind 22 2nd Chance Punkte viel zu viele. So viele Punkte darf man in der Liga nicht abgeben. Daraus müssen wir lernen. Am Ende waren die Rebounds und unsere 8er-Rotation zwei der wesentlichen Gründe für unsere Niederlage.

Statement Björn Harmsen: Ich muss Tyrone zustimmen. Beide Teams hätten es verdient zu gewinnen. Wir wollten nicht schon wieder knapp verlieren. Unsere Mannschaft hatte im vierten Viertel Probleme gegen die wechselnde Verteidigung. Wir sind trotz sechs Punkten Rückstand kurz vor Ende der regulären Spielzeit zurückgekommen. Großer Respekt an meine Mannschaft. Kenny Frease hat uns in der ersten Hälfte getragen. Wir wollten Tübingen nicht so oft an die Freiwurflinie schicken, um ihnen nicht so viele Pause zu gestatten.

SCJ: Knight 21 Punkte, Bernard 16, McElroy 14, Jenkins 12, Frease 10, Wolf 5, Schmidt 3, Clay 1, Reyes-Napoles, Goodwin, Mackeldanz, Haukohl


Pressemitteilung: Science City Jena  



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