Giessen46ers

Diesmal von Beginn an mit hoher Intensität spielen

_Tigger am 07.01.2005 um 16:48

Wenn die Basketballer der Gießen46ers am Samstag um 20:00 Uhr zum Sprungball des letzten Spieltages der Bundesliga-Hinrunde gegen RheinEnergie Köln antreten, werden sie sich erneut nur in der Außenseiterrolle befinden. Mit den Domstädtern gibt nämlich kein Geringerer als der aktuelle Tabellenführer seine Visitenkarte in der Sporthalle Ost ab.

Nur in zwei ihrer bislang 13 Begegnungen haben die Kölner eine Niederlage einstecken müssen, in den letzten drei Partien feierte man ungefährdete Siege gegen Ludwigsburg (76:67), in Bamberg (74:58) und gegen Trier (90:66). Kein Wunder, dass der Sportdirektor der Rheinländer, Stephan Baeck, auf der Kölner Club-Homepage erklärt, dass man beabsichtige, die Erfolgssträhne in Gießen nicht abreißen zu lassen. "Jedes Spiel soll uns in Richtung Top-Platzierung für die Play-Offs bringen und wir wollen uns als erfolgreiche Mannschaft weiterentwickeln", wird Baeck in dem Artikel zitiert.

Wie es sich anfühlt, gegen einen vom Papier her deutlich stärker einzuschätzenden Gegner zu spielen, ist den Gießenern in frischer Erinnerung. In einer ähnlichen Ausgangslage befand sich die Mannschaft um Cheftrainer Stefan Koch vor dem letzten Auswärtsspiel bei GHP Bamberg, in welchem man sich schlussendlich mit 71:78 geschlagen geben musste. Dabei hatten die Chuck Eidson und Co. gegen die hart verteidigenden Franken vor allem in der ersten Halbzeit enorme Probleme, ihren Spielfluss zu finden. Die Scheu vor dem amtierenden Vizemeister wurde viel zu spät abgelegt. "Wir haben uns von der Atmosphäre im Bamberger Forum vielleicht etwas beeindrucken lassen und zu Beginn gar nicht so recht an unsere Chance geglaubt", blickt der Co-Trainer der Gießen46ers, Thorsten Leibenath, zurück.

Das Köln-Spiel stünde nun aber unter einem weitaus besseren Vorzeichen - wenn auch das Mitwirken des derzeit grippekranken Gerrit Terdenge (der 29jährige konnte am gestrigen Donnerstag nicht am Training teilnehmen) als nicht gesichert gilt. Leibenath führt als Begründung die zweite Halbzeit der Bamberg-Partie an, in der die 46ers einen 30:52-Rückstand dank eines selbstbewussten Auftretens, einer entschlossener zupackenden Verteidigung und eines kaum zu stoppenden Lou Campbell (20 Punkte in Hälfte zwei) fast noch in einen Sieg umgebogen hätten. "Das hat den Spielern vor Augen geführt, dass sie gegen jeden Gegner in der Liga eine Siegchance haben", erklärt der Assistenztrainer.

Diese positive Energie gilt es nun in die Partie gegen die Truppe des ehemaligen Gießener Coaches Armin Andres mitzunehmen, der sein ohnehin schon glänzend besetztes Team um den 35jährigen Sasa Obradovic (der Weltmeister befindet sich augenblicklich in seinem dritten Frühling), den routinierten Ex-NBA-Profi "Billy" Edwards (der neben seinem Engagement bei den Philadelphia 76ers auch schon bei anderen europäischen Top-Adressen spielte), den athletischen Immanuel McElroy (im letzten Jahr "Neuling des Jahres" im NBA-Unterhaus, der CBA) oder den im Sommer von ALBA Berlin gekommenen Nationalspieler Marko Pesic zuletzt noch mit Top-Center Elvir Ovcina verstärken konnte, der Ende Dezember vom griechischen Traditionsclub und aktuellen Euroleague-Teilnehmer Olympiakos Piräus zum BBL-Spitzenreiter stieß.

"Dass die Kölner einen starken Kader besitzen, war schon vor Saisonbeginn klar. Ich hätte aber nicht gedacht, dass sie so schnell zueinander finden würden. Es lief von Anfang an rund. Da wurde bisher eine hervorragende Arbeit geleistet", zollt Leibenath dem Gegner Respekt. Der Titelfavorit vom Rhein hat athletische Spieler in seinen Reihen, liebt in Folge dessen das schnelle Spiel und pflegt eine sehr gute Verteidigung zu spielen, von der sich Anton Gavel und Kameraden nicht einschüchtern lassen dürfen. "Dem Umschalten vom Angriff in die Abwehr wird eine wichtige Bedeutung zukommen. Köln darf nicht ins Laufen kommen. Wir müssen gegen sie von Beginn an mit einer hohen Intensität spielen, ständig attackieren", verrät der Gießener Assistenztrainer, wie man den Kölnern, gegen die man insgesamt zwar eine negative Punktspielbilanz hat (2:7 Siege), die man in der Osthalle zuletzt aber mit 83:77 (Saison 2003/04) und 77:73 (2002/03) in die Knie zwingen konnte, beikommen möchte.

Presseinfo: Gießen46ers (Thorsten Alver)

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