Union Baskets Schwelm

Kampf allein reicht nicht zum Sieg

_Tigger am 30.12.2004 um 13:07

2.100 Zuschauer verbreiteten eine tolle Stimmung in der Wuppertaler Uni–Halle. Gehisst wurde die größte Fan–Fahne der BBL: 20 x 2,6 Meter! Und entsprechend motiviert gingen die Spieler der Union Baskets Schwelm zu Werke. Von der ersten Sekunde an wurde verbissen um jeden Ball gekämpft. So entwickelte sich das Match zwischen dem Aufsteiger und den Bayer Giants Leverkusen zwar nicht zum Basketball–Leckerbissen, aber die Zuschauer kamen trotzdem auf ihre Kosten. Nach acht gespielten Minuten stand es gerade einmal 3:5, ehe Benni Rust und Vilius Gabsys die heimischen Farben erstmals in Führung brachten (10:6). Ein Dreier von Demond Greene mit der Pausensirene beendete das erste Viertel dann aber doch zu Gunsten der Bayer Giants.

Ab dem 2. Viertel verlagerten die Gäste das Spiel zusehends mehr in Richtung Korb. Geschickt spielte der 37jährige Playmaker Carl Brown immer wieder den Ball in die Zone, wo Ajmal Basit leicht punkten konnte. Auf der anderen Seite machte sich das Fehlen der etatmäßigen Aufbauspieler Lamont Evans, Gwidonas Markevicius und Achim Beiersmann mehr und mehr bemerkbar. Beiersmann, der vor wenigen Tagen in Bonn noch eine gute Leistung gezeigt hatte, war kurzfristig von einer Magen–Darm–Grippe befallen worden.

Zur Halbzeit führte Leverkusen bereits mit 34:27 und konnte sich nach dem Seitenwechsel weiter absetzen. Auch der vierte Dreier von Vilius Gabsys zum zwischenzeitlich 35:38 änderte daran nichts. Der Litauer hatte – wie bereits in Bonn – insgesamt wenig Wurfglück.

Im Schlussabschnitt riskierte Trainer Torsten Daume alles. Er forderte schnelle Würfe, um eventuell das Spiel noch drehen zu können. Doch daraus wurde nichts; ganz im Gegenteil: Durch schnelle Fast–Breaks erhöhten die Gäste letztlich noch auf 83:60. Ein verdienter Sieg, auch wenn er nach dem Spielverlauf ein bisschen zu hoch ausfiel.

Dennoch äußerte sich Union Baskets–Coach Torsten Daume durchaus nicht unzufrieden über sein Team: "Wir haben heute sehr intensiv gespielt und das ganze Spiel über gekämpft. Mit einer Wurfquote von 22% kann man aber in der BBL kein Spiel gewinnen. Das Fehlen unserer Aufbauspieler handicapt uns sehr. Unsere etatmäßigen Scorer müssen sich zu viele Abschlüsse selbst kreieren."

Union Baskets: Gabsys 16/4, Bond 10, Rust 10, Sprünken 9/1, Roschnafksi 7, Speier 4, Rathjen 3, Pinchuk 1, Strubel.

Bayer Giants: Seggelke 16, Basit 15, Wucherer 14/1, Brown 13/3, Kangur 9, Greene 7/1, Grübler 4, Schultze 2, Weber 2, Soltau 1, Kolodzijski, Berger.

Nächster Gegner der Union Baskets ist EnBW Ludwigsburg. Am 02.01. um 19:30 Uhr in der Stuttgarter Hanns–Martin-Schleyer–Halle wartet die nächste harte Nuss auf den Aufsteiger. Ludwigsburg gilt als sehr heimstark, immerhin bezogen bereits Meister OPEL SKYLINERS Frankfurt, die Telekom Baskets Bonn oder ALBA Berlin in dieser Saison Niederlagen am Neckar.

Gleich vier Spieler der Ludwigsburger scoren regelmäßig zweistellig, allen voran Andrius Giedraitis mit 16,4 Punkten/Spiel. Aber auch die US–Boys Lamayn Wilson und Jerry Green gehören zum besten, was die Liga zu bieten hat. Und mit Marko Samanic verfügt Trainer Silvano Poropat noch über einen richtig guten Allrounder, der sich immer wieder im Low–Post–Spiel durchzusetzen vermag. Dem Headcoach der Ludwigsburger steht übrigens mit Markus Behles ein Mental–Coach zur Seite. Nicht nur in der Fußball–Nationalmannschaft scheint das ein probates Mittel geworden zu sein...

Erstmals für die Union Baskets soll in Stuttgart Marko Piplovic auflaufen. Nach dem Spiel gegen Leverkusen gab Trainer Torsten Daume die Neuverpflichtung bekannt. "Marko hat schon länger auf unserem Wunschzettel gestanden", freut sich der Schwelmer Coach über den gelungen Coup. Piplovic (Jahrgang 1977) war 2002 und 2003 Teilnehmer des kroatischen Allstar–Spiels. 2003 wurde er dort sogar MVP mit 31 Punkten, 10 Rebounds und 4 Steals in 22 Minuten Spielzeit.

Zuletzt spielte der 2,05m–Mann bei KK Zagreb. In den kroatischen Play–Offs 2004 erzielte er 14 Punkte pro Spiel sowie durchschnittlich 5,3 Rebounds in 37 Minuten Spielzeit. Im europäischen ULEB–Cup verbuchte er in durchschnittlich 28,7 Minuten Spielzeit 14, 1 Punkte und 5,7 Rebounds. Piplovic war bereits in Ungarn, Portugal und der Türkei international aktiv und ist aktueller kroatischer Nationalspieler.

"Jetzt fehlt uns noch Verstärkung auf den kleinen Positionen. Aber mit Marko Piplovic ist uns eine erste echte Verstärkung des Teams gelungen", so Torsten Daume. Piplovic stößt am heutigen Donnerstag zum Team und wird bei den letzten Trainingseinheiten vor dem Ludwigsburgspiel bereits dabei sein.

Presseinfo: Union Baskets Schwelm (Martin Schrader)

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