Gastschreiber

Telekom Baskets Bonn

Baskets verschenken zwei wichtige Punkte am Brett

Schippi am 30.12.2004 um 02:02

Predrag Krunic bekreuzigt sich, als der Fehlwurf der BG Karlsruhe ins Aus springt und nach zahllos vielen zweiten Chancen, für die Gastgeber endlich in Bonner Kontrolle übergeht. So geschehen im dritten Viertel der Partie zwischen der BG Karlsruhe und den Telekom Baskets Bonn, als die Gäste ein fast unter Kontrolle gebrachtes Spiel nochmals aus der Hand gaben.

Es war von Anfang an ein zerfahrenes Spiel, beide Teams starteten Nervös in die Partie. Bei den Rheinländern ist die Diskussion um die "Krise" allgegenwärtig, zwar konnte man die Union Baskets Schwelm am vergangenen Wochenende deutlich besiegen, doch dass der Weg aus dem aktuellen Tief über höhere Hürden als dem Tabellenletzten zu nehmen ist war vor der Partie klar. Im Anschluss zeigte sich das Team aus Bonn konzentrierter, nutze zunächst vergebene Chancen und punktete in vielen Fastbreaks, durch erfolgreiche Defense. Nach sieben Minuten konnten die Telekom Baskets die bis dahin höchste Führung von sieben Punkten verbuchen. Ein Bruch folgte im Spiel der Bonner, erste Unkonzentriertheiten schlichen sich in Offense und Defense ein. Altron Jackson und Aleksandar Djuric sahen in unmittelbarer Korbnähe oft, ob der vielen vergebenen Korbleger und Tip-in-Versuche unglücklich aus. Die BG Karlsruhe konnte sich zur ersten Pausensirene auf 22:27-Punkte heran kämpfen.

Die Karlsruher setzten ihre starke Phase im zweiten Viertel fort, 180 Sekunden und fünf Punkte der Gastgeber später erlebten die Baskets, durch einen erfolgreichen Dreipunktewurf von Kristaps Janicenoks ihren ersten Erfolg im zweiten Abschnitt. Zwar gelang es den Gästen erneut eine kleinere Führung aufzubauen, doch die anhaltende Schwäche im Low-Post und die fehlende Konsequenz im abschluss, gerade bei den zweiten Chancen gestaltete das Ende des zweiten Abschnitts ähnlich knapp, wie im ersten Viertel. Diesmal mit dem besseren Ende für die Gastgeber, über starke Zonendefense und einen ruhigen Ballvortrag gegen eine strenge Bonner Defense konnte das Team von Uwe Sauer einen 44:40-Vorsprung in die Halbzeitpause retten.

Auch Oluoma Nnamaka gelang in der ersten Halbzeit gegen den Konkurrenten im Play-Off-Kampf nicht viel, der Großteil seiner Mitteldistanzwürfe wollte nicht durch die Reusen fallen. Jedoch war er ein wichtiger Faktor im Luftkampf um die Rebounds, gerade wo Jens-Uwe Gordon verletzungsbedingt ausscheiden musste, hätte man sich über den Schweden einen Vorteil im Reboundduell verschaffen können. Doch dem wirkte die hohe Foulbelastung der Bonner Baskets entgegen, nach vier gespielten Minuten im dritten Viertel musste ihn Headcoach Predrag Krunic vorerst auf die Bank beordern. Mit ihm verloren die Baskets einen wichtigen Vorteil, den die BG Karlsruhe nun auf ihre Seite holte. Die Baden erarbeiteten sich viele zweite Chancen, die allen voran von Rouven Roessler (20 Punkte) und Cyrille Makanda (15 Pkt.) genutzt wurden. Ohne das Vergeben der einfachsten Korbleger, Einladung zu Blocks an Nosakhare Obasuyi (4 Blocks!) durch Korbleger auf dem Präsentierteller oder das Zulassen von Punkten durch zweite Chancen, wäre für die Baskets sicher mehr als ein 58:58-Gleichstand zum Ende des vorletzten Spielabschnitts möglich gewesen.

Der spielerische Vorteil war auf Bonner Seite, das Momentum jedoch bei der BG Karlsruhe. Die rund 4.000 Zuschauer, darunter rund 60 aus Bonn machten das Spiel zu einem Erlebnis, ein Erlebnis wie es auch das letzte Viertel war. Wie über den gesamten bisherigen Verlauf, war auch das Schlussviertel geprägt von starker Defense auf beiden Seiten, einer hohen Trefferquote bei den vielen Karlsruher Freiwürfen und Fastbreaks, resultierend aus enger Manndeckung. So war es das bisschen Unkonzentriertheit des jüngsten Bundesligateams, das die Gastgeber auf die Siegerstraße brachte. Zwar war Altron Jackson mit seinen 15 Punkten zweitbester Punktesammler auf Seiten der Bonner, allerdings verpasste man durch seine Ballverluste in der Crunchtime gleich mehrere Möglichkeiten zum Führungswechsel. Durch die Verletzung von Aleksandar Djuric im Schlussviertel humpelte ein weiteres Stück Zonenpräsenz vom Parkett, beide Teams mussten ohne ihre etatmäßigen Center in die letzten Minuten.

In der 38. Minute konnten sich die Gastgeber dann durch Rouven Roessler die entscheidene Führung verschaffen. Die gestatteten Zweitversuche wurden wieder und wieder genutzt, so dass man in den letzten 30 Sekunden einem 3-Punkte-Rückstand hinterher laufen musste und nur noch durch wilde Dreier, von einem bis dahin nahzu perfekten Branko Milisavljevic (21 Pkt/ 3/4 Dreier) und Kristaps Janicenoks (9 Pkt.) versuchen konnte auszugleichen. Jeder dieser verzweifelten Versuche schlug fehl und Rouven Roessler konnte den Endstand von 76:69 durch einen krachenden Dunk markieren.

Schippi

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