Giessen46ers
Gießen mit dritten Sieg in Folge
Frankie am 19.12.2004 um 12:47
Die Gießen46ers bleiben in der BBL weiter in der Erfolgsspur. Nach den Siegen gegen Oldenburg und in Braunschweig besiegte der Bundesliga-Dino am Samstagabend auch die Telekom Baskets aus Bonn. Vor den live übertragenden Kameras des Bezahlsenders Premiere und 3.150 Zuschauern in der ausverkauften Sporthalle Ost blieb das Heimteam am Ende mit 85:82 (51:44) siegreich und feierte damit den dritten doppelten Punktgewinn in Serie.
Nur im ersten Viertel hatte die Truppe von Trainer Stefan Koch größere Probleme mit den Gästen, bei denen der US-Amerikaner Altron Jackson wieder in der ersten Fünf stand. Die mit Anton Gavel, Lou Campbell, Chuck Eidson, Justin Phoenix und Souleymane Wane gestarteten Gastgeber begannen durch Wanes Tip-Dunk nach 20 Sekunden zum 2:0 zwar furios, in der Mann-Mann-Verteidigung hatte man in den nächsten Minuten aber so seine liebe Mühe mit den Rheinländern. Gegen den ausgefuchsten serbischen Spielmacher Branko Milisavljevic, den beweglichen Forward Altron Jackson und Center Alexander Djuric, der nicht nur in der Zone, sondern auch von jenseits der Dreipunktlinie punktete (10:14, 5.), hatten die Gießener in der Anfangsphase oftmals das Nachsehen (15:23/Jackson-Dunk nach Schnellangriff, 8.). Bis dahin war auf 46ers-Seite besonders der vor Tatendrang nur so sprühende Chuck Eidson aufgefallen. Gegen Verteidigungskünstler Oluoma Nnamaka konnte sich der Gießener US-Boy immer wieder in Szene setzen. Neun und damit fast die Hälfte der Gießener Punkte im ersten Viertel (19:25) gingen auf sein Konto, am Ende war er mit 26 Punkten der Topscorer der Partie.
Schon in der Endphase des ersten Viertels griffen die Hausherren auf die Verteidigungsvariante zurück, die schon am vergangenen Samstag entscheidend für den 67:58-Auswärtserfolg in Braunschweig verantwortlich war. Mittels einer gut funktionierenden, weil beweglichen und druckvoll agierenden 2-3-Zonenverteidigung störten sie nachhaltig den Angriffsrhytmus der Bonner und kamen zurück ins Spiel. Zwar blieb Bonn durch erfolgreiche Dreier von Janicenoks (23:28, 12.) und Milisavljevic (27:33, 14.) zunächst noch in Führung, danach kamen die 46ers aber gewaltig ins Laufen. Der folgende 13:1-Lauf sorgte für die 40:34-Führung (17.) und beste Stimmung auf den Osthallenrängen. Maßgeblichen Anteil daran, dass der zweite Spielabschnitt am Ende mit 32:19 an die Lahnstädter ging, hatten zwei von der Bank kommende Akteure, Heiko Schaffartzik (neun Punkte in Viertel zwei, darunter ein rotzfrecher Dreier ins Gesicht von Milisavljevic zum 32:33) und Mannschaftskapitän Florian Hartenstein, der acht seiner insgesamt neun Zähler im zweiten Viertel beisteuerte und seine Freiwurfschwäche offensichtlich abgelegt hat. Fünf von sechs Ein-Punkt-Chancen verwandelte der "Captain" gegen Bonn. Auch über die Saison gesehen kann sich sein Schnitt von 83,3% (10 von 12) sehen lassen.
Auch nach dem Wechsel hatte Gießen das Spiel im Griff. Nachdem man schnell auf 55:44 (22.) erhöht hatte, verpasste es die Koch-Truppe aber, gegen die nun ebenfalls mit einer Zone agierenden Gäste das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Und das, obwohl sich die Baskets gegen die von den 46ers weiter praktizierte Zonenverteidigung weiterhin sehr schwer taten. Viel zu früh griffen sie auf die Hauruck-Methode zurück und versuchten es mit der Brechstange. Die Mittelhessen mussten nur auf die Fehler der Bonner warten. Doch zu selten wandelten sie die Ballverlustorgie der Gäste in eigene Punkte um. Erschwerend hinzu kam, dass Lou Campbell in der Offense nach sieben Punkten in Halbzeit eins nun nur noch wenig gelang. So blieb die Partie weiter spannend (57:53, 28.).
Selbst nach einem erneuten Zwischenspurt der 46ers zum 68:56 (31.) war der Käse noch nicht gegessen. Bonn konterte in Person von Kristaps Janicenoks, der im letzten Viertel 14 seiner 17 Punkte markierte. Nach zwei aufeinander folgenden Ballverlusten des 46ers-Aufbauduos Gavel und Schaffartzik und dem 73:69-Abschluss durch einen Fastbreak-Korbleger von Janicenoks (35.) war die Begegnung wieder offen. Zwei Minuten vor dem Ende (Koch hatte inzwischen wieder eine Manndeckung angeordnet) hatten die Krunic-Schützlinge den Rückstand beim 79:77 (Jackson-Dreier) sogar auf zwei Punkte minimiert.
Was zugleich das knappste Ergebnis in der verbleibenden Spielzeit bleiben sollte. Zwar verwarfen die Gießener nach dem 81:77 durch einen Eidson-Layup 1:30 vor dem Ende zum Entsetzen des Heimpublikums noch acht (!) ihrer letzten zwölf Freiwürfe, die Baskets schafften es aber nicht, diese unterirdische Wurfausbeute zu ihrem Vorteil auszunutzen. Acht Sekunden vor dem Ende verwarf Heiko Schaffartzik beim Stande von 85:82 beide Freiwürfe, Lou Campbell riss sich den Offensivrebound aber unter den Nagel und steckte die Kugel zu Chuck Eidson weiter, der zwei Sekunden vor der Schluss-Sirene ebenfalls an die Linie musste. Zwar versemmelte auch der an diesem Tag stärkste 46ers-Spieler seine beiden abschließenden Versuche, Altron Jackson wurde nach dem Defensivrebound von den Gießenern aber derart unter Druck gesetzt, dass er nicht mehr zu einem Wurf ansetzen konnte.
Stefan Koch: "Meine Mannschaft hat heute eine Siegermentalität an den Tag gelegt und zielstrebig agiert. In der Endphase haben wir das Spiel mit vier verwandelten von zwölf Freiwürfen unnötig spannend gemacht. Heiko Schaffartzik und Florian Hartenstein haben unserem Spiel von der Bank aus Impulse gegeben. Auch die sieben Assists und sechs Rebounds von Anton Gavel können sich sehen lassen. Ein wichtiger Fakor war heute die Interaktion zwischen dem Team und den Zuschauern. Diese junge, hungrige Mannschaft findet immer mehr Akzeptanz beim Publikum. Dafür, dass sie mit Aleksandar Nadjfeji auf ihren wahrscheinlich wichtigsten Spieler verzichten mussten, haben sich die Bonner gut und teuer verkauft."
Pedrag Krunic: "Gratulation an Gießen. Wir haben gut begonnen, im zweiten Viertel aber vor allem in der Defense schwach gespielt. Aleksandar Nadjfeji hat unserem Spiel sehr gefehlt. Gerade wenn wir Foulprobleme haben, sieht man, dass uns die Stabilität unter dem Korb fehlt."
Gießen46ers: Gavel (6), Wane (10), Campbell (8), Schaffartzik (14), Anrin, Hartenstein (9), Terdenge (4), Phoenix (8), Eidson (26), Gunnarsson (n.e.), Cannon (n.e.).
Telekom Baskets Bonn: Simon (2), Nnamaka (11), Janicenoks (17), Jackson (21), Milisavljevic (19), Huber-Saffer, Djuric (11), Klepac, Mihajlovic (1), Miletic (n.e.), Brammertz (n.e.).
Presseinfo: Gießen46ers
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Nur im ersten Viertel hatte die Truppe von Trainer Stefan Koch größere Probleme mit den Gästen, bei denen der US-Amerikaner Altron Jackson wieder in der ersten Fünf stand. Die mit Anton Gavel, Lou Campbell, Chuck Eidson, Justin Phoenix und Souleymane Wane gestarteten Gastgeber begannen durch Wanes Tip-Dunk nach 20 Sekunden zum 2:0 zwar furios, in der Mann-Mann-Verteidigung hatte man in den nächsten Minuten aber so seine liebe Mühe mit den Rheinländern. Gegen den ausgefuchsten serbischen Spielmacher Branko Milisavljevic, den beweglichen Forward Altron Jackson und Center Alexander Djuric, der nicht nur in der Zone, sondern auch von jenseits der Dreipunktlinie punktete (10:14, 5.), hatten die Gießener in der Anfangsphase oftmals das Nachsehen (15:23/Jackson-Dunk nach Schnellangriff, 8.). Bis dahin war auf 46ers-Seite besonders der vor Tatendrang nur so sprühende Chuck Eidson aufgefallen. Gegen Verteidigungskünstler Oluoma Nnamaka konnte sich der Gießener US-Boy immer wieder in Szene setzen. Neun und damit fast die Hälfte der Gießener Punkte im ersten Viertel (19:25) gingen auf sein Konto, am Ende war er mit 26 Punkten der Topscorer der Partie.
Schon in der Endphase des ersten Viertels griffen die Hausherren auf die Verteidigungsvariante zurück, die schon am vergangenen Samstag entscheidend für den 67:58-Auswärtserfolg in Braunschweig verantwortlich war. Mittels einer gut funktionierenden, weil beweglichen und druckvoll agierenden 2-3-Zonenverteidigung störten sie nachhaltig den Angriffsrhytmus der Bonner und kamen zurück ins Spiel. Zwar blieb Bonn durch erfolgreiche Dreier von Janicenoks (23:28, 12.) und Milisavljevic (27:33, 14.) zunächst noch in Führung, danach kamen die 46ers aber gewaltig ins Laufen. Der folgende 13:1-Lauf sorgte für die 40:34-Führung (17.) und beste Stimmung auf den Osthallenrängen. Maßgeblichen Anteil daran, dass der zweite Spielabschnitt am Ende mit 32:19 an die Lahnstädter ging, hatten zwei von der Bank kommende Akteure, Heiko Schaffartzik (neun Punkte in Viertel zwei, darunter ein rotzfrecher Dreier ins Gesicht von Milisavljevic zum 32:33) und Mannschaftskapitän Florian Hartenstein, der acht seiner insgesamt neun Zähler im zweiten Viertel beisteuerte und seine Freiwurfschwäche offensichtlich abgelegt hat. Fünf von sechs Ein-Punkt-Chancen verwandelte der "Captain" gegen Bonn. Auch über die Saison gesehen kann sich sein Schnitt von 83,3% (10 von 12) sehen lassen.
Auch nach dem Wechsel hatte Gießen das Spiel im Griff. Nachdem man schnell auf 55:44 (22.) erhöht hatte, verpasste es die Koch-Truppe aber, gegen die nun ebenfalls mit einer Zone agierenden Gäste das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Und das, obwohl sich die Baskets gegen die von den 46ers weiter praktizierte Zonenverteidigung weiterhin sehr schwer taten. Viel zu früh griffen sie auf die Hauruck-Methode zurück und versuchten es mit der Brechstange. Die Mittelhessen mussten nur auf die Fehler der Bonner warten. Doch zu selten wandelten sie die Ballverlustorgie der Gäste in eigene Punkte um. Erschwerend hinzu kam, dass Lou Campbell in der Offense nach sieben Punkten in Halbzeit eins nun nur noch wenig gelang. So blieb die Partie weiter spannend (57:53, 28.).
Selbst nach einem erneuten Zwischenspurt der 46ers zum 68:56 (31.) war der Käse noch nicht gegessen. Bonn konterte in Person von Kristaps Janicenoks, der im letzten Viertel 14 seiner 17 Punkte markierte. Nach zwei aufeinander folgenden Ballverlusten des 46ers-Aufbauduos Gavel und Schaffartzik und dem 73:69-Abschluss durch einen Fastbreak-Korbleger von Janicenoks (35.) war die Begegnung wieder offen. Zwei Minuten vor dem Ende (Koch hatte inzwischen wieder eine Manndeckung angeordnet) hatten die Krunic-Schützlinge den Rückstand beim 79:77 (Jackson-Dreier) sogar auf zwei Punkte minimiert.
Was zugleich das knappste Ergebnis in der verbleibenden Spielzeit bleiben sollte. Zwar verwarfen die Gießener nach dem 81:77 durch einen Eidson-Layup 1:30 vor dem Ende zum Entsetzen des Heimpublikums noch acht (!) ihrer letzten zwölf Freiwürfe, die Baskets schafften es aber nicht, diese unterirdische Wurfausbeute zu ihrem Vorteil auszunutzen. Acht Sekunden vor dem Ende verwarf Heiko Schaffartzik beim Stande von 85:82 beide Freiwürfe, Lou Campbell riss sich den Offensivrebound aber unter den Nagel und steckte die Kugel zu Chuck Eidson weiter, der zwei Sekunden vor der Schluss-Sirene ebenfalls an die Linie musste. Zwar versemmelte auch der an diesem Tag stärkste 46ers-Spieler seine beiden abschließenden Versuche, Altron Jackson wurde nach dem Defensivrebound von den Gießenern aber derart unter Druck gesetzt, dass er nicht mehr zu einem Wurf ansetzen konnte.
Stefan Koch: "Meine Mannschaft hat heute eine Siegermentalität an den Tag gelegt und zielstrebig agiert. In der Endphase haben wir das Spiel mit vier verwandelten von zwölf Freiwürfen unnötig spannend gemacht. Heiko Schaffartzik und Florian Hartenstein haben unserem Spiel von der Bank aus Impulse gegeben. Auch die sieben Assists und sechs Rebounds von Anton Gavel können sich sehen lassen. Ein wichtiger Fakor war heute die Interaktion zwischen dem Team und den Zuschauern. Diese junge, hungrige Mannschaft findet immer mehr Akzeptanz beim Publikum. Dafür, dass sie mit Aleksandar Nadjfeji auf ihren wahrscheinlich wichtigsten Spieler verzichten mussten, haben sich die Bonner gut und teuer verkauft."
Pedrag Krunic: "Gratulation an Gießen. Wir haben gut begonnen, im zweiten Viertel aber vor allem in der Defense schwach gespielt. Aleksandar Nadjfeji hat unserem Spiel sehr gefehlt. Gerade wenn wir Foulprobleme haben, sieht man, dass uns die Stabilität unter dem Korb fehlt."
Gießen46ers: Gavel (6), Wane (10), Campbell (8), Schaffartzik (14), Anrin, Hartenstein (9), Terdenge (4), Phoenix (8), Eidson (26), Gunnarsson (n.e.), Cannon (n.e.).
Telekom Baskets Bonn: Simon (2), Nnamaka (11), Janicenoks (17), Jackson (21), Milisavljevic (19), Huber-Saffer, Djuric (11), Klepac, Mihajlovic (1), Miletic (n.e.), Brammertz (n.e.).
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