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Deutsche Meisterschaft Ü35: Gold und Silber für den SC Rist

TheBloob am 06.06.2016 um 19:06

Und dann wurde einfach nur noch gejubelt: Auf den vollbesetzten Ränge und natürlich vor allem auf dem Feld. Vom Kampf gezeichnete und nicht nur aufgrund der Temperaturen im Glutofen Steinberghalle klitschnasse Rister fielen sich in die Arme, La Ola und Rutschpartie folgten, noch ehe Arne Malsch den Pott in die Höhe reckte und das gute Stück, das von den Ristern nach ihrem ersten Titelgewinn 2008 "Sven" getauft wurde, die Runde machte.

Die Ü35-Herren des SC Rist sind deutscher Meister 2016, die Rist-Damen holten die Silbermedaille - eine ganz starke Ausbeute des Gastgebers. Die Risterinnen unterlagen im Finale der SG FCB/Jahn München vor großer Kulisse am Steinberg denkbar knapp mit 39:42, im Herren-Endspiel bezwangen die Wedeler Herren den DBV Charlottenburg mit 51:37 - auch dieses Schmankerl zog jede Menge Zuschauer an. Hätte man im Vorfeld auf diese Finalpaarung wetten wollen, wäre man bei wohl fast jedem Anbieter auf dankende Ablehnung gestoßen: Zu oft standen sich beide Mannschaften in den vergangenen Jahren in Endspielen gegenüber, sei es auf norddeutscher Ebene oder bundesweit.

"Es tut gut, dass wir jetzt mal wieder gewonnen haben, nachdem uns Charlottenburg zuletzt meistens geschlagen hat", sagte Ingo Knillmann, Jahrgang 63 und damit ältestes Mitglied der Wedeler Meistermannschaft. Ebenso wie Christian Pauk (Jahrgang 64) hat Knillmann inklusive Jugend, "Jugend trainiert für Olympia" und Ü35 mittlerweile eine zweistellige Anzahl deutscher Meistertitel eingeheimst - fürwahr zwei große Basketball-Karrieren.

Bei der Deutschen Meisterschaft 2015 und zuletzt bei den "Norddeutschen" im Februar hatte Charlottenburg gegenüber dem SC Rist die Oberhand behalten: Dreimal in den vergangenen vier Jahren holten die Berliner den Titel und waren auch in Wedel mit solch namhaften früheren Profis wie Stephen Arigbabu, Sebastian Machowski und Niklas Lütcke am Start. Doch diesmal unterlagen sie einer kämpferischen Heimmannschaft, die Charlottenburg auch taktisch "ausguckte": "Wir haben sehr gut verteidigt und den Berlinern das Leben schwer gemacht, sodass sie nicht zu ihrem normalen Spiel gefunden haben", bilanzierte Teamchef Olaf Möller. "Und Martin Duggen war im Finale überragend", befand der ehemalige Bundesliga-Center, der des Knies wegen nicht mehr selbst aufläuft. In der Tat zog Duggen klug die Fäden und strahlte zudem konstante Korbgefahr aus: "Mit welcher Ruhe und Übersicht er das Spiel macht und das Tempo bestimmt, ist beeindruckend", meinte auch sein Mannschaftskollege Michael Claxton. Die große Unterstützung von den Rängen - unter den Zuschauern weilten Wedels Bürgermeister Niels Schmidt und Stadtpräsident Ulrich Kloevekorn - trug im Endspiel ebenso ihren Teil zum Meistertitel bei wie die "tiefe Bank" der Rister. "Da ich ja nur zwölf Spieler auf den Block schreiben darf, mussten immer drei aussetzen. Auf diese Weise konnten wir wichtige Körner sparen, das ist uns im Finale dann zugutegekommen", sagte Olaf Möller. Ihre Vorrundenpartien hatten die Gastgeber allesamt siegreich überstanden: "Wie stark unsere Gruppe war, sieht man ja auch daran, dass Münster Dritter geworden ist", gab Knillmann zu bedenken. Gegen den UBC hatten sich die Rister mit 60:52 durchgesetzt. In der Parallelgruppe wurde Charlottenburg ungeschlagen Erster - die beiden Dauerrivalen sollten also wieder mal im Finale die Klingen kreuzen.

Auch die Wedeler Damen hatten sich mit drei Siegen fürs Endspiel qualifiziert und dabei Bochum, Würzburg sowie Sandhausen/Karlsruhe bezwungen. Im zweiten Sonnabend-Spiel gegen Würzburg hatte sich Leistungsträgerin Gundula Laabs am Finger verletzt und auch die Ferse machte Sorgen. "Doch Gundu hat auf die Zähne gebissen", zollte ihr Teamkollegin Tine Zelass ihren Respekt. Das Endspiel gegen die Gäste aus München wurde zu einer knappen Angelegenheit - in der Katharina Kühn früh ausfoulte, was den Risterinnen natürlich enorm schadete. "Sonst hätte es wohl anders ausgesehen", so Zelass. Eine derartig titelgekrönte ehemalige Nationalspielerin wie Kühn ersetzt man eben nicht mal ohne weiteres. "Die Silbermedaille schmerzt schon ein bisschen", sagte Zelass - doch wohl nur vorübergehend, und bis sich der Stolz auf das Erreichte einstellt, der nicht nur silberfarben, sondern auch gülden glänzt, schließlich hatten die Risterinnen auf dem Weg zum Bundesfinale den Titel des Norddeutschen Meisters geholt.

Dass sich Wedel pünktlich zum Ü35-Wochenende hochsommerlich präsentierte, trug zweifelsfrei sein Scherflein zum Gelingen des Turniers bei. "Mit der Organisation hat alles so weit gut geklappt", resümierte Zelass - trotz Doppelbelastung, die so manch Risterin und manch Rister zu bewältigen hatte: "Viele von uns mussten sich während des Turniers auch noch um organisatorische Dinge kümmern: Sie waren dann mal hier gefragt oder mussten mal dort etwas erledigen", sagte Ingo Knillmann. Doch die Arbeit hat sich gelohnt, meint Tine Zelass: "So eine Veranstaltung lässt ja auch immer den Verein zusammenrücken", sagte sie.

Bürgermeister Niels Schmidt hatte bereits im Vorfeld den Balkon des Wedeler Rathauses für den Fall "freigehalten", dass die Ü35-DM vergoldet wird. Auch hier gilt dann ganz bald: Zusammenrücken, denn vom Rathausbalkon wird neben "Sven" doppeltes Edelmetall schimmern - samt deren neue Besitzerinnen und Besitzer natürlich.

SC Rist (Damen): Christina Hahn-Thiam, Bärbel Herzberg, Wiebke Hohendorff, Nina Holena, Anja Horn, Katja Kober, Katharina Kühn, Gundula Laabs, Daniela Stohn, Tine Zelass.

SC Rist (Herren): André Bade, Niklas Bruha, Michael Claxton, Martin Duggen, Ingmar Eydeler, Volker Häntschke, Karsten Horn, Ingo Knillmann, Arne Malsch, Olaf Möller, Stefan Oelze, Christian Pauk, Markus Pröhl, Dennis Reichert, Alexander Seggelke, Andreas Schulz, Jan Stange.


Pressemitteilung: SC Rist 



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