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RSV Lahn-Dill bleibt an der Tabellenspitze - Oosterbosch verletzt

dstange am 02.12.2001 um 11:57

(aj) Knapp 600 Zuschauer erlebten am Samstag beim Heimspiel von Rollstuhlbasketball-Bundesligisten RSV Lahn-Dill ein packendes Spiel in allen Facetten eines harten Fights. Nach vierzig brisanten Minuten besiegten die Wetzlarer Rollis dabei den RSC Hamburg klar mit 76:55 (43:22), müssen den Heimerfolg nach einer Handverletzung von Center Mario Oosterbosch im dritten Viertel aber vielleicht teuer bezahlen.

Entschlossen wie Headcoach Stefan Donner es von seinen Spielern während der Vorsprechung in der Kabine forderte, so legte der RSV Lahn-Dill von Beginn an ein druckvolles Spiel auf das Parkett der August-Bebel-Sporthalle. Hielt der ambitionierte Aufsteiger in den ersten beiden Spielminuten noch dagegen, hatte er in der Folgezeit des ersten Viertels kaum Raum zur eigenen Entfaltung. Vom 4:4 (2.) schraubte der Gastgeber mit einer aggressiven Ganzfeld-Verteidigung das Ergebnis bereits nach zehn Minuten auf 27:10. Unrühmlicher Höhepunkt war dabei die Disqualifikation von Holger Glinicki, der nach einem Zweikampf mit Nicolai Zeltinger mit einem unsportlichen Foul durch die Schiedsrichter bestraft wurde. Wütend über diese Entscheidung schleuderte der Routinier dem RSV-Kapitän den Ball entgegen und wurde unter dem gellenden Pfeifkonzert der Zuschauer und heftigen Protesten der Hamburger in einer harten Entscheidung des Feldes verwiesen. Immer wieder kam es in der nun zunehmend gereizter werden Atmosphäre zu lautstarken Protesten gegen einzelne Entscheidungen der Unparteiischen auf beiden Seiten.

Nach der bereits zur Pause beruhigenden 43:22-Führung des Favoriten,
entwickelte sich im zweiten Abschnitt ein ausgeglichenes Spiel, in dem die Hanseaten kämpferisch überzeugten und so demonstrierten, dass sie sich in Wetzlar nicht kampflos ihrem Schicksal ergeben wollten. In der 26. Spielminute beim 50:32 dann die zweite Szene die die Gemüter erhitzte. Zunächst ging Lahn-Dills überragender Akteur Lars Christink nach einem Foul im Fast-Break zu Boden ehe nur Bruchteile später Center Mario Oosterbosch unter dem gegnerischen Korb das selbe Schicksal ereilte. Beide Spieler wurde minutenlang auf dem Feld behandelt, doch während Aufbauspieler Christink die Partie fortsetzen konnte, verletzte sich der niederländische Nationalspieler so schwer an der Hand, dass für ihn die Partie beendet war. Zwar konnte die RSV-Mannschaftsärztin Dr. Ursula Borsch nach der ersten Diagnose zunächst
eine schwerere Verletzung ausschließen, doch letzte Gewissheit, wie teuer der Tabellenführer den Erfolg gegen die Norddeutschen am Ende bezahlen muss, wird erst eine Untersuchung am heutigen Montag in Utrecht ergeben.

Wie beim RSC Hamburg nach dem Verlust von Glinicki, so setzte jetzt beim RSV eine Trotzreaktion ein, die das Ergebnis nach dem ersten Schock (56:43/29.) noch auf 76:55 schraubte. Angesichts der zahlreichen Diskussionen, die das Spiel unter dem Strich bot, ging so fast unter, dass Nicolai Zeltinger mit einem sogenannten "Triple-Double" (zweistellige Anzahl von Punkten, Rebounds und Assists) ein selten erzieltes statistisches Highlight setzte.
Während sich bereits am kommenden Donnerstag für den RSV Lahn-Dill in der Nachholpartie im DRS-Pokal Viertelfinale bei der RSG Koblenz die Chance bietet zum fünften Mal in Serie das Final-Four zu erreichen, scheint die Wachablösung des Serienmeisters ASV Bonn im deutschen Rollstuhlbasketball nach der überraschenden Niederlage in Duisburg nun endgültig vollzogen.
Lahn-Dill: Christink (19), Zeltinger (14/1 Dreier), Oosterbosch (13),
Sniegocki (10), Dürl (8), Dunstheimer (4), Fink (4),Hopp (2), Schratz (2).
Hamburg: Coskun (19), Andreas Klein (14), Classen (10), Pauly (6), Kirste (4), Seifert (2), Glinicki, Verena Klein.

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