ProB

Diante Watkins: Wider alle Klischees

TheBloob am 02.06.2015 um 18:11

Der 24-Jährige ist in der 2. Basketball-Bundesliga ProB zum besten Spieler der Saison 2014/15 gewählt worden. Er hatte den SC Rist Wedel ins Finale geführt. Eine Rückkehr an den Steinberg wird es für den Spielmacher vorerst wohl nicht geben.

Die Welt ist voller Klischees. Und Basketballer sind groß. Riesig groß. Am besten zwei Meter oder noch mehr. Die stoßen sich den Kopf, wenn sie durch die Tür gehen und müssen ihre Hosen in Spezialgeschäften kaufen. Ein Lulatsch-Phänomen. Das kann stimmen, doch ein Klischee ist eben doch nur ein Mittel, um sich das Leben zu vereinfachen und um Dinge vermeintlich zu ordnen: Schublade auf, rein damit, Schublade zu. Im Sommer ist es heiß, im Winter kalt, und Basketballer sind groß. Zumindest die guten. "Unzählige Male" sei ihm im Laufe seiner Karriere schon vorgehalten worden, zu klein zu sein, sagt Diante Watkins, Körpergröße: 1,72 Meter. Das habe ihn immer nur noch mehr motiviert. Jetzt ist er als bester Spieler der Saison 2014/15 in der 2. Basketball-Bundesliga ProB ausgezeichnet worden.

Als Christian Offergeld in den achtziger Jahren beim SC Rist die Fäden im Spielaufbau zog, schrieb die Lokalpresse vom "Basketball-Napoleon" und von der "Basketball-Reclamausgabe". Hämisch war das nicht gemeint, sondern eher bewundernd. Denn wer aus der Rolle fällt, der fällt auf. So ist das eben mit Klischees. Als Spud Webb den NBA-Slam-Dunk-Contest gewann, Muggsy Bogues mit Manute Bol ein Duo der Extreme bildete und Bo Dukes durch die Bundesliga-Hallen wirbelte, raunte es auf der Tribüne: Wirklich nicht schlecht, der Kleene. Watkins ist der "Floh aus Chicago". Wie Offergeld seinerzeit hat er das, was andere nicht haben: Enorme Schnelligkeit, Ballkontrolle bei höchster Geschwindigkeit und das Spielgestalter-Gen.

"Ich finde, ich habe mich in meinem zweiten Jahr in Wedel sehr gesteigert, was das Führen der Mannschaft betrifft", sagt Watkins. "Und ich habe mehr gespielt, deshalb waren meine statistischen Werte auch besser." Das gucken wir uns an: In der Saison 2014/15 kam der 24-Jährige auf eine Spielzeit von 33 Minuten pro Partie, ein Jahr zuvor waren es im Schnitt elf Minuten weniger. Punkte, Assists, Ballgewinne und Rebounds - alles besser als während seiner schon keinesfalls schlechten Wedeler Premierensaison. Und ersten Drei nebenbei noch Ligabestmarken. Die Wurfquoten ziehen da ebenfalls mit, auch hier hat sich Watkins noch mal gesteigert. Und ja, auch die Zahl der Ballverluste pro Spiel war höher. Geschenkt.
Begeistert sei er, als ProB-Spieler des Jahres ausgezeichnet worden zu sein, sagt Watkins. "Das bedeutet mir eine Menge." Die Fans haben gesprochen, sie haben auf der Website der 2. Basketball-Bundesliga abgestimmt und wollten ihn an der Spitze sehen. Nicht Rostocks kanadischen Alleskönner Yannick Anzuluni, nicht Iserlohns Erfolgsgaranten Orlan Jackman, nicht Dominic Lockhart, Spielgestalter vom Meister Oldenburg. Auch nicht Rhöndorfs Power Forward Justin Smith. Zur Wahl standen die nämlich ebenfalls und hatten während der Saison auch nicht gerade kleine Spuren in der Liga hinterlassen.

Mit Diante Watkins als Taktgeber und nimmermüdem Energiebündel kämpften sich die Rister bis ins Finale durch. "Wir hatten eine sehr ausgeglichene Mannschaft und einige erfahrene Spieler, die einfach wissen, wie es geht und wie man Spiele gewinnt", lässt er von seiner Heimatstadt Chicago aus seine Gedanken noch mal über den großen Teich schweifen. "Wir alle wollten Meister werden: Seien es die Trainer oder wir Spieler. Vom ersten Tag an ging es nicht um Einzelpersonen, sondern um die Gruppe, die Mannschaft", blickt er zurück. Das führte die Rister weit, weiter als sie seit dem Aufstieg in die ProB 2009 bisher gekommen waren. Das Dröhnen der vollbesetzten Steinberghalle, das satte Gelb der Zuschauer auf der Tribüne, die Anspannung, die einem die Kehle zuschnüren kann: Watkins spürt das auch zuhause noch: "Welch Energie während der Playoffs in Wedel herrschte... Schon verrückt", sagt er. "Dass wir das Finale verloren haben, enttäuscht mich immer noch. In den Momenten wünsche ich mir dann, wir hätten gewonnen, muss mich im selben Augenblick aber daran erinnern, dass Oldenburg die bessere Mannschaft war."

Einen neuerlichen Anlauf mit Diante Watkins gibt es voraussichtlich nicht. "Im Moment gehe ich davon aus, dass ich zur nächsten Saison nicht nach Wedel zurückkehre", sagt der 24-Jährige. "Ich suche die Herausforderung und will in einer höheren Liga spielen. Das liegt nicht an Wedel, dort gefällt es mir sehr gut, aber ich möchte noch höher spielen." Höher - wohlgemerkt - nicht größer. Das geht auch mit 1,72 Meter.


Pressemitteilung: SC Rist



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