Giessen46ers

46ers ließen nach klarer Führung Zügel schleifen

Frankie am 09.10.2004 um 20:37

"Zur Halbzeit war ich sehr zufrieden, am Ende dann nicht mehr." Mit dieser Einschätzung stand Stefan Koch, der Trainer der Gießen46ers, nach dem 85:78 (48:26)-Sieg seiner ohne die verletzten Flo Hartenstein und Dominic Cannon angetretenen Mannen gegen die BS|ENERGY-Truppe aus Braunschweig nicht alleine. Auch die rund 600 Besucher dürften die Sporthalle Ost am Samstagnachmittag wohl eher mit gemischten Gefühlen verlassen haben. Hatten die 46ers-Anhänger die Partie gegen den Bundesliga-Kontrahenten in den zwei Anfangsvierteln und auch besonders gegen Ende des dritten Viertels aufgrund der mitunter mitreißenden Aktionen ihres neuen Teams bis zum 72:47 (30.) mit überwiegend freudig-erstaunter Miene verfolgen können, hinterließ das mit 13:31 deutlich verlorene Schlussviertel nicht nur bei den neugierigen Zusehern auf der Tribüne einen faden Beigeschmack.

Auch Stefan Koch war mit der Darbietung seiner Truppe gegen Ende der Partie überhaupt nicht einverstanden. "In der ersten Halbzeit haben wir gut, phasenweise sogar sehr gut gespielt. Im letzten Viertel, insbesondere in den letzten drei Minuten, haben wir die Zügel dann aber total schleifen lassen. Das ist nicht zu tolerieren", meinte der 40jährige Chefcoach. In der Verteidigung habe im letzten Spielabschnitt der Begegnung die letzte Konsequenz gefehlt. "Wir haben in der Defense zu wenig Druck gegen den ballführenden Spieler ausgeübt", so Koch.

Dabei lief es nach der am Mittwoch erlittenen 71:73-Niederlage in Frankfurt gegen die Braunschweiger lange Zeit erstaunlich gut bei den Gießenern. Besonders Chuck Eidson schien seine Finger wieder einmal überall zu haben. Nach einem seiner insgesamt sieben (!) Ballgewinne kurz vor Ende der ersten Halbzeit bekam der in Easley, South Carolina, geborene Forward Szenenapplaus vom Osthallen-Publikum. Da auch ohne das Einwirken Eidsons der ein oder andere Fastbreak gen Gästekorb lief, Lou Campbell, Heiko Schaffatzik sowie Chris Anrin von jenseits der Dreipunktlinie zielsicher waren, Aufbauspieler Anton Gavel in der Energy-Defense immer wieder eine Lücke fand, durch die er sich durchtanken konnte und auch in punkto Rebounds kleine Vorteile auf Gießener Seite auszumachen waren, fiel die 48:26-Führung zur Pause keinen Zähler zu hoch aus. "Im Vergleich zum Frankfurt-Spiel war unser Zusammenspiel heute schon deutlich besser. Auch die Anstrengungsbereitschaft in der Defense war bei uns zumindest in der ersten Halbzeit vorhanden", hatte Koch auch Positives gesehen.

Unter den Körben lief gegen die Niedersachsen, die ab dem dritten Viertel auf "Pistol" Pete Lisicky verzichten mussten (er knickte bei einer Offensivaktion unglücklich um und musste ausscheiden), hingegen zu wenig zusammen. Justin Phoenix, Gerrit Terdenge und Souleymane Wane blieben über das gesamte Spiel hinweg blass und handelten sich zudem schnell Foulprobleme ein. Das letzte Viertel ging nicht nur mit 13:31-Punkten, sondern auch mit 2:13-Rebounds verloren. "Wir haben das Spiel gewonnen, weil unsere Außenspieler, Chris Anrin eingeschlossen, gut aufgelegt waren. Von unseren Leuten unter dem Korb muss man im Hinblick auf Punkte, Rebounds und Verteidigung aber mehr erwarten", resümierte Koch.

Gießen46ers: Gavel (12 Punkte, 6 von 8 aus dem Feld, 2 Steals, 23 Minuten), Wane (5 Punkte, 5 Rebounds, 1 Block, 3 Ballverluste, 14 Minuten), Campbell (14 Punkte, 6 Assists, 3 Rebounds, 2 Ballgewinne, 2 Ballverluste, 31 Minuten), Schaffartzik (18 Punkte, 4 von 6 Dreiern, 20 Minuten), Gunnarsson (3 Punkte, 2 Rebounds, 4 Ballverluste, 12 Minuten), Anrin (13 Punkte, 3 von 7 Dreiern, 28 Minuten), Terdenge (0 Punkte, 4 Rebounds, 15 Minuten), Phoenix (2 Punkte, 1 von 6 aus dem Feld, 3 Rebounds, 19 Minuten), Eidson (18 Punkte, 6 von 6 Freiwürfen, 7 Ballgewinne, 2 Rebounds, 3 Ballverluste, 31 Minuten).

BS|ENERGY Braunschweig: Reaves (20 Punkte), Lisicky (3), Djuric (8), Karangwa, Firic (8), Blom (3), Zagorac (26), Noopila (10).

Presseinfo: Gießen46ers

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