Giessen46ers

46ers nehmen Gerrit Terdenge unter Vertrag

_Tigger am 06.10.2004 um 13:16

In den letzten Tagen hatte sich die Verpflichtung von Gerrit Terdenge bereits abgezeichnet, nun ist sie perfekt. Die Gießen46ers haben den gelernten Power Forward bis zum Ende der Saison 2004/05 unter Vertrag genommen. Eigentlich hätte der Kontrakt zwischen dem 29jährigen und dem mittelhessischen Basketball-Bundesligisten schon viel früher zu Stande kommen können. Nachdem für die 46ers-Verantwortlichen klar war, dass man möglicherweise längerfristig auf die Dienste des an der Schulter verletzten Mike Mitchell verzichten muss, luden sie Terdenge Anfang September zu einem für zehn Tage angedachten Probetraining nach Gießen ein. Da sich der 80malige deutsche Nationalspieler aber nach nur zwei kompletten Trainingseinheiten eine Muskelzerrung im Oberschenkel zuzog und in Folge dessen für längere Zeit ausfiel, vertagte man die Entscheidung über eine Vertragsunterzeichnung.

Seit dem vergangenen Freitag nimmt Terdenge wieder uneingeschränkt am Trainingsbetrieb der 46ers teil. Schon zwei Tage später drängte er sich im Testspiel beim belgischen Erstligisten Euphony Bree mit Nachdruck auf. Beim 76:73-Sieg steuerte der gebürtige Hertener 16 Punkte für die Mannschaft um Chefcoach Stefan Koch bei, zudem konnte er sich acht Rebounds unter den Nagel reißen. "In Bree hat Gerrit gezeigt, wie wichtig er für uns werden kann", freute sich 46ers-Geschäftsführer Christian Maruschka über das gelungene Comeback nach der Verletzungspause.

Stefan Koch kennt den Gießener Neuzugang noch aus der Saison 2000/01, als er die OPEL SKYLINERS aus Frankfurt trainierte und dabei auch Terdenge unter seinen Fittichen hatte, der in jener Spielzeit bei durchschnittlich 29 Minuten Spielzeit auf 12,4 Punkte und 5,5 Rebounds pro Partie kam. "Wir sind uns sicher, dass Gerrit nicht nur ein adäquater Ersatz für Mike ist, sondern auch in der Lage ist, der Mannschaft weiterzuhelfen und Impulse zu setzen. Ich mag den basketballerischen Background von Gerrit. Wenn man ihn auf dem Feld spielen sieht, erkennt man, dass er lange Zeit auf einem hohen Niveau gespielt hat. Er macht viele wichtige Sachen in der Defense, hilft gut aus. Zudem ist er ein Linkshänder, was für manche Gegenspieler ein Problem ist", meint der 40jährige, der betont, dass Terdenge nicht nur auf der Position vier, sondern - wie beispielweise das sonntägliche Spiel in Bree gezeigt habe - auch auf der Fünf seine Qualitäten habe. "Als uns klar wurde, dass Mike Mitchell eventuell länger ausfallen könnte, waren wir auf der Suche nach einem Spieler, der auf der Vier und der Fünf eingesetzt werden und bei einer möglichen Verletzung unserer beiden Center Souleymane Wane und Florian Hartenstein als Ersatz dienen kann", so Koch. Da sei Terdenge die logische Wahl gewesen.

Dass der 2,05m große Basketballprofi die große Brettposition zufriedenstellend ausfüllen kann, ist auch den Osthallenbesuchern bekannt. Im Februar diesen Jahres wechselte Terdenge vom spanischen Zweitligisten Caja Rural Mellila an die Lahn. In Mellila hatte er nach einem Trainerwechsel nicht mehr ausreichend Spielzeit erhalten und um die Auflösung des Vertrages gebeten. Bei den 46ers bestritt er bis zum Saisonende zwölf Spiele und kam bei einer Einsatzzeit von im Schnitt 20 Minuten auf 7,0 Punkte und 2,4 Rebounds. Bei einer Bewertung dieser Statistiken darf allerdings nicht außer Acht gelassen werden, dass Terdenge zu einer völlig verunsicherten Gießener Mannschaft stieß, die nach einem verkorksten Saisonverlauf bis zum finalen Spieltag nicht mehr richtig zueinander finden sollte.

In dem jetzigen 46ers-Team gehe es hingegen viel harmonischer zu, betont Terdenge. "Die Spieler passen gut zusammen. Alle stellen sich in den Dienst der Mannschaft. Anders als in der letzten Saison legt jeder einzelne mehr Wert darauf, dass in der Verteidigung gearbeitet wird. Beim letztjährigen Team waren einige Spieler vielleicht zu sehr auf ihre eigenen Statistiken bedacht", erklärt der Mann aus dem Ruhrpott. Dass die Vorbereitung bislang sehr erfolgreich verlaufen sei, will Terdenge gleichwohl nicht überbewertet wissen. Ob der Teamgeist in der Truppe auch wirklich stimme, könne man erst sehen, wenn es mal nicht so gut läuft. "Auf das bisher Gezeigte kann man aber aufbauen. Ich gehe zuversichtlich in die Saison und freue mich, dabei zu sein."

Presseinfo: Gießen46ers

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