Regionalliga

Ausblick auf den 1. Spieltag der RLSW-Süd

_Tigger am 22.09.2004 um 18:50

In den vergangenen Jahren war die beste Mannschaft der Regionalliga Südwest, Gruppe Süd, regelmäßig in die 2. Liga aufgestiegen. TSV Crailsheim, EnBW Ludwigsburg, KuSG Leimen, TSG Ehingen – eine prominente Liste. Ludwigsburg spielt inzwischen in der 1., Leimen wieder in der 2. Liga, die anderen beiden haben sich etabliert. Die Serie wäre auch in der vergangenen Saison fortgesetzt worden, denn der MTV Stuttgart beendete die Aufstiegsrunde mit 6:0-Siegen. Doch Stuttgart hatte gar keine Lizenz beantragt, und so kam mit dem MTV Kronberg erstmals in fünf Jahren eine Mannschaft aus der Nordgruppe der Regionalliga Südwest zum Zug. Und in diesem Jahr? Es ist keineswegs übertrieben zu behaupten, dass der Süden noch nie so stark war. Alle Trainer bestätigen das, der Tenor: "Es gibt so viele sehr starke Mannschaften, deshalb war es noch nie so schwer, überhaupt in die Aufstiegsrunde zu kommen."

Der Topfavorit: KGJ Schwenningen
Im Schwarzwald passiert tatsächlich etwas Außergewöhnliches. Innerhalb kürzester Zeit hat sich die KGJ aus der Kreisliga in die Regionalliga hoch katapultiert, und der Jubelschrei von Coach Alen Velcic bei der Meisterfeier im Frühjahr war gewiss kein Spaß: "Jetzt wollen wir in die 2. Liga!" Mit acht neuen Spielern, fast alle mit Zweitliga-Erfahrung, und dem Superstar des Oberliga-Meisterteams, Sean Hampton, ist der Durchmarsch keine Utopie. Velcic: "Wir sind jetzt doppelt so stark besetzt wie im Vorjahr." Wenn das Team, zu dem im letzten Moment auch noch Matthias Buckenmaier aus der "Konkursmasse" des TV Rottenburg hinzu stieß, an dem auch der VfL Kirchheim Interesse hatte, zusammenhält, kann es die Liga dominieren.

Die Verfolger: Rastatt-Rheinau, Kirchheim, Stuttgart, Karlsruhe, Ludwigsburg
Der Verdacht drängt sich auf, dass es in dieser Saison wie in der vergangenen kaum ein Mittelfeld geben wird – nach der Spitzengruppe beginnt die Abstiegszone. Der KGJ auf den Fersen bleiben wollen gleich fünf Klubs, wer dann den zweiten Platz belegt oder ob einer oder gleich zwei die KGJ hinter sich lassen, muss natürlich abgewartet werden.

Gezielt verstärkt hat sich jedenfalls der TV Rastatt-Rheinau. Fast das komplette alte Team konnte gehalten werden, dazu kam vom SSC Karlsruhe einer der besten Playmaker der Liga, Lars Moysich. Er kann Spielertrainer Zoran Seatovic – "Ich wäre der glücklichste Mensch, wenn ich nicht mehr spielen müsste" – entlasten. Ein starker Rebounder ist Jugendnationalspieler Dima Binkovsky (17, 2,00m), so dass der TV unter dem Korb eine Alternative zu Joel Nganko hat. Seatovic traut sich denn auch was: "Wir würden schon gerne die Aufstiegsrunde erreichen", sagt aber auch: "Dieses Jahr wird richtig hart!"

Mit sieben neuen Spielern, vor allem aber mit David Bouwmeester (vom SSC Karlsruhe), Kai-Uwe Kranz (ratiopharm Ulm), Nenad Lukic (MTV Stuttgart) und Marco Stifel (nach einem Jahr Pause zurück aus der Zweiten) ist der Überraschungsmeister VfL Kirchheim sicherlich stärker geworden. Von den Leistungsträgern fehlt nur Bernd Hübner (zum TSV Berghausen), es fehlt aber auch der "Brecher" unter dem Korb. Man darf gespannt sein, was Trainerlegende Theo Leftakis aus diesem Team macht und wie man mit den gestiegenen Ansprüchen zurecht kommt.

Gestiegene Ansprüche hat auch der MTV Stuttgart. Der Triumphator der Aufstiegsrunde verlor zwar Superstar Gordon Scott (nach Rhöndorf in die 2. Liga), das Gerüst aber blieb, also auch Al Elliot. Neu verpflichten konnte Coach Roger Washington, der die Enttäuschung über die mangelnde Unterstützung durch den Hauptverein dann doch relativ schnell herunter schluckte, den Kanadier Jordan Sabourin (2,11m), Aufbauspieler Emmanuel Bibb aus Detroit, Dreier-Spezialist Emre Atsür, den Deutschamerikaner Gene Hagner (aus Crailsheim) und Flügelspieler Karsten Köhler (aus Gießen). Mit diesem Team muss man praktisch ganz oben mitspielen, sonst könnte es ganz schnell Ärger geben.

Weniger Ansprüche als zuletzt hat dagegen der SSC Karlsruhe. Ohne Lars Moysich, David Bouwmeester und die Center David Tüttenberg (nach Wolfenbüttel) und Andreas Müller (Ettlingen, Oberliga) kann das Team von Drazan Salavarda mit dem Abonnement auf einen Spitzenplatz diesmal nicht unbedingt mit einer Fortsetzung der Erfolgserie rechnen. Da aus der 1. Liga aber Flügel Georg Vengert zurück kam und auch Center Arnold Tchienge (2,00m) wieder den Weg zum SSC fand, zudem Mirza Dodic vom TV Rastatt-Rheinau kam, müsste ein Platz in der oberen Hälfte möglich sein.

Da müsste sich auch die BSG Ludwigsburg einordnen. Der neue Trainer Benjamin Tokmadzic muss zwar auf Playmaker Sebastian Kling (EnBW) verzichten, kann dafür aber mit Tobias Schlipf (früher Böblingen, Feuerbach, Ulm, Möhringen) einen erfahrenen Spielgestalter aufbieten. Aus Tübingen kamen die Talente Antonis Sivorotka und Sascha Kesselring, und Center Marc Hottmann (2,02m), Garant der Meisterschaft 2003, ist wieder da. Der jungen Truppe ist ohne Zweifel einiges zuzumuten.

Heidelberg-Kirchheim, Leimen, Mannheim – das Mittelfeld?
Fast exakt das alte Team und einen neuen Trainer hat die SG Heidelberg-Kirchheim. Michael Moritz, vor einem Jahr mit der SG Weinheim-Ladenburg abgestiegen, sollte damit einen Platz etwas oberhalb der Abstiegszone schaffen können. Neu kamen Wandervogel Matthias Michelmann aus Leimen, Playmaker Rico Perez vom USC Heidelberg aus der 2. Liga, Flügel Moussa Konate vom Heidelberger TV sowie (aus England zurück) Phlipp Rittinger.

Ein total neues Team und ebenfalls einen neuen Trainer hat die KuSG Leimen. Michael Haidle (vorher SGK) wollte eigentlich ein Bundesliga-Rollstuhl-Team coachen, landete aber doch wieder in der Regionalliga, nachdem die Rollis zu wenig Ehrgeiz zeigten und Leimen händeringend einen Nachfolger für Andreas Bommer suchte. Allein übrig aus der letzten Saison blieb Center Horst Marschall, den Rest, so Haidle, "habe ich mir überall zusammengeklaut" – vier davon übrigens aus alten Heidelberg-Kirchheimer Beständen, wo Haidle ja viel Jahre Trainer war. Sein Saisonziel: "Ich will drin bleiben." Das kann natürlich nur gelingen, wenn die neue Mannschaft schnell zusammenwächst.

Zusammengewachsen sind der TSV und Post Mannheim: Zur SG. Der hauptamtliche Trainer Peter Eberhardt, der Oliver Komarek und Albert Kuppe (spielt im Oberligateam) zu Jugendnationalspielern formte, hat mit den peruanischen Brüdern Aldo und Ignacio de Ferrari (2,07m und 2,08m) zwei Exoten im Kader, mit Kika Stoll (aus Leimen) einen Aufbauspieler, der das junge Team führen kann und mit drei ehemaligen Heidelbergern und einem Freiburger vier Ex-Zweitligaspieler, die dafür sorgen werden, dass der Abstieg kein Thema wird. Kapitän Andreas Steckbauer: "Wir wollen das sichere Mittelfeld erreichen." Vielleicht ist sogar mehr drin.

Tübingen, Crailsheim: Abstiegskandidaten?
Ziemlich chaotisch ging es beim TSV Crailsheim zu, der schon als Aufsteiger fast wieder abgestiegen wäre. Coach Marian Thede lief, weil der Club Zusagen nicht einhielt, kurz vor Saisonbeginn die halbe Mannschaft weg, in letzter Minute wurde versucht, auf die Schnelle ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine zu stellen. Ob das gelingen kann?

In Tübingen fühlt man sich weiterhin als Anhängsel zum Bundesligateam, dem nicht allzu viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Zwar wurde mit Chris West ein Amerikaner verpflichtet, das Team scheint nach einigen Abgängen aber deutlich schwächer als 2003/04. Coach Mauro Parra, auch Co-Trainer der Ersten, muss sich was einfallen lassen.

Am Ende aber wird es wie immer sein: Alle Prognosen gelten nichts, denn es muss gespielt werden. Meistens spielt sich ein Team aus einer angenommenen Tabellengruppe nach oben oder unten, gibt es Überraschungen der positiven und der negativen Art.

Was aber sehr sicher scheint: Es wird spannend! Und es wird gut! Denn so viele zweitligareife Spieler gab es noch nie in der Regionalliga. Das ist gut für die Zuschauer – und fürs Basketball.

Presseinfo: VfL Kirchheim

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