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Rückkehr nach zehn Jahren: Michael Claxton wird neuer Headcoach

TheBloob am 25.04.2014 um 20:23

Es ist mehr als zehn Jahre her. Die Rister durchleben eine schwere Zeit in der 1. Regionalliga, die Mannschaft steckt in akuter Abstiegsgefahr: nur zwei Siege aus zehn Spielen, sieben Niederlagen in Folge. Kurz vor Weihnachten 2003 übernimmt Pat Elzie das Traineramt am Steinberg, und er hat Michael Claxton mitgebracht. Ihr gemeinsames Debüt feiern die beiden wenige Tage nach dem Jahreswechsel - auswärts beim Oldenburger TB. Elzie führt auf der Bank Regie, Claxton auf dem Feld. Die Rister gewinnen mit 82:81, Claxton - damals 27 Jahre alt - erzielt auf Anhieb 42 Punkte, darunter die entscheidenden Freiwürfe Sekunden vor dem Spielende. Der Bann ist gebrochen, die Rister gewinnen die nächsten sechs Spiele und schaffen den Klassenerhalt, Claxton wird mit 27 Punkten im Schnitt Topscorer der 1. Regionalliga Nord.

Zur neuen Saison wird Michael Claxton neuer Headcoach des SC Rist und damit Nachfolger von Sebastian Gleim, der die sportliche Leitung des Nachwuchsprogramms der Frankfurt Skyliners übernimmt. Seit sich Claxtons Wege und die des SC Rist im November 2004 trennten, ist fast ein Jahrzehnt vergangen. Mittlerweile 37-jährig, ist der Amerikaner in seiner Heimat im Trainergeschäft etabliert und seit der Saison 2006/2007 Sportlehrer an der Seattle Academy sowie Headcoach und Leiter der männlichen Basketballabteilung der Schule im Herzen Seattles, der größten Stadt des US-Bundesstaates Washington. Sieben Jugendmannschaften unterstehen Claxton dort, er gibt die sportliche Leitlinie vor, "ich habe die Zielvorgaben und die Philosophie entwickelt", sagt er, der die Basketballabteilung der Schule mit aufgebaut hat. Und er ist Trainer des "varsity teams", der 15 bis 19-Jährigen und damit der Ältesten an der Seattle Academy.

"Ich bin ein mannschaftsorientierter Trainer, das Team kommt an erster Stelle", sagt Claxton. "Keine Einzelperson - ich als Trainer eingeschlossen - ist wichtiger als die Mannschaft", gibt er einen Einblick in seine Denke. "Als Spieler habe ich immer hart und viel an mir gearbeitet, diese Einstellung habe ich auf meine Trainertätigkeit übertragen. Eine gute Vorbereitung ist die Voraussetzung für Erfolg und nur wer großen Einsatz zeigt, kann auch Erfolg haben", fährt er fort. Im ersten Spiel der Playoff-Halbfinalserie gegen Oldenburg weilte Claxton in der Steinberghalle und sah von seinem Vorgänger Sebastian Gleim eine taktische Marschroute, die ihm in manchem Aspekt vertraut erschien: "Ich habe einige Gemeinsamkeiten zwischen Sebastians Mannschaft und der Art und Weise, wie meine Mannschaft spielen, gesehen, vor allem in der Defense. Und die Einstellung der Spieler und des gesamten Teams hat mir gefallen, alle haben Vollgas gegeben", erzählt er.

Zehn Jahre lang war Claxton vor seinem Besuch nicht in der Steinberghalle, nicht in Wedel. "Vor einem Bewerbungsgespräch ist man ja immer nervös, das war bei mir nicht anders. Aber ich habe mich gleich wieder in der Halle wohlgefühlt und als ich mit den Verantwortlichen des SC Rist gesprochen habe", erzählt der 37-Jährige und muss schmunzeln, als er über den Verlauf der Dinge nachdenkt. "Es sollte wohl so kommen, da hatte jemand einen Plan für mich", sagt er und lacht. "Anfang April bin ich in Deutschland angekommen und wusste zu dem Zeitpunkt nicht, dass beim SC Rist eine Trainerstelle frei wird. Ich hatte Gespräche mit anderen Vereinen in Aussicht. Genau zu der Zeit, zu der eigentlich ein Gespräch stattfinden sollte, das sich dann aber zerschlagen hat, hat mir Pat Elzie erzählt, dass der SC Rist jemanden sucht. Ich habe dann gleich Jörg Gehrke angerufen, der zu meiner Zeit als Spieler in Wedel Manager war."

Dass Claxton zurück nach Deutschland wollte, hat auch familiäre Gründe. Der 37-Jährige ist mit einer Deutschen verheiratet, die gemeinsame Tochter ist vier Jahre alt. Nach der Zeit in Seattle zieht die kleine Familie nun nach Wedel. "Ich will auch den nächsten Schritt in meiner Trainerkarriere machen", sagt er mit Blick auf seine Rückkehr. Beim SC Rist übernimmt Claxton nicht nur die 1. Herren, sondern wird auch in der Schulkooperation sowie in der Jugendabteilung arbeiten. Sein Deutsch sei nicht schlecht, sagt er, solle aber noch besser werden. Die Leidenschaft und die Kompetenz für die Nachwuchsarbeit bringt der Amerikaner nicht zuletzt auch dank seiner langjährigen Tätigkeit an der Seattle Academy mit. "In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sind mir die Vermittlung eines positiven Charakters, der richtigen Einstellung und einer guten basketballerischen Grundausbildung wichtig", so Claxton.

Den Grundstein seiner Trainerkarriere legte der ehemalige Guard- und Flügelspieler übrigens noch vor seiner Zeit als Profi in Deutschland. An der Montana State University-Northern war er als "graduate assistant" Teil des Trainerstabes. "2001/2002, in meiner ersten Saison in Deutschland, habe ich in Iserlohn gespielt und war nebenbei auch Jugendtrainer", erzählt er. Es folgten die Stationen TV Langen, BG Zehlendorf (mit Spielen gegen den SC Rist, wie sich Claxton erinnert), Krefeld Panthers, dann Wedel. Nach seiner Zeit beim SC Rist spielte er noch beim MTV Stuttgart und verbrachte eine Saison beim UBC Hannover, anschließend spielte er noch in den USA in der IBL (International Basketball League).

Als Trainer eines Herrenteams betritt Claxton kein Neuland. Bei der nach dem aus Seattle stammenden NBA-Star Jamal Crawford (Los Angeles Clippers) benannten Sommerliga "Jamal Crawford Pro AM" coachte er regelmäßig Mannschaften, die sich aus Profis - darunter auch solche mit NBA- und Europa-Erfahrung - zusammensetzten.

"Michael ist ein Mensch mit einer sehr positiven Einstellung und Ausstrahlung", sagt Gernot Guzielski, der erste Vorsitzende des SC Rist. "Als Spieler haben wir ihn in bester Erinnerung. Deshalb freuen wir uns über die Einigung mit ihm sehr. Mit Michael Claxton glauben wir die sehr gute Arbeit von Sebastian Gleim in unserem Verein fortsetzen zu können. Außerdem wird Michael eigene Akzente setzen und mit seiner Erfahrung dem SC Rist wiederum neue Impulse geben. Alle Rister können sich auf ihn freuen. Natürlich können wir mit dieser Entscheidung im Rücken uns auch beruhigt bei Sebastian für seine großartige Leistung bedanken, was wir noch im Rahmen einer Saisonabschlussveranstaltung offiziell tun möchten."


Pressemitteilung: SC Rist



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