Telekom Baskets Bonn

Telekom Baskets unter den besten Vier

Schippi am 10.05.2004 um 15:21

Beim TOP4-Pokalfinale in Frankfurt konnten die Spieler der Telekom Baskets Bonn nur zusehen, wie Play-Off-Viertelfinalteilgegner TBB Trier die Bronze-Medallie erkämpfte. Doch seit dem gestrigen 96:88-Sieg beim TBB Trier, sind die Baskets in ihrer achten Erstligasaison zum siebten mal unter den besten vier Teams der Liga. Für beide Teams stand das vierte Spiel der "Best-of-Five"-Serie unter denkbar schlechten Vorzeichen. Mit BJ McKie quälte sich der Topscorer der Liga in Trierer Diensten von Spiel zu Spiel mehr über das Parkett und mit der Verletzung von Frank Drmic im zweiten Spiel, fehlte Joe Whelton ein weiterer Leistungsträger seiner Mannschaft. Doch auch Telekom Baskets-Coach Predrag Krunic musste weiterhin auf die Dienste der Center Miladin Mutavdzic und Peter Huber-Saffer verzichten, der später in die Serie eingestiegene Branko Klepac spielte ebenfalls angeschlagen. Ausschlaggebend war nun bei wem die Ausfälle über die Länge der Serie schwerer wogen.

Einen ähnlich guten Start, wie im dritten Spiel erwischten die Telekom Baskets gestern wieder in der Arena Trier, doch anders als im dritten Spiel wurde die erkämpfte Führung nicht wieder leichtfertig verspielt. Beide Teams waren sich bewusst, um was es ging. Der TBB wollte vor heimischen Publikum nicht in die Sommerpause geschickt werden, während die Gäste aus dem Rheinland ihren ersten Matchball gleich verwerten wollten. Dem entsprechend wurde auf beiden Seiten um jeden Ball gekämpft, jeder Rebound war harte Arbeit, welche die Bonner gestern besser verrichteten.

Bis zum Ende des zweiten Viertels ließen die Schiedsrichter in diesem Kämpfen einiges gelten und schritten in anbetracht der Härte des Spiels eher selten ein. Vielleicht veranlasste die unklare Linie der Unparteischen James Havrilla dazu, Aleksandar Capin bei seinem Korbleger bei einem Fastbreak so hart zu foulen, dass für die Ahndung des Fouls nur der Pfiff eines unsportlichen Fouls übrig blieb.

Mit einer 42:24-Führung gingen die Bonner dann in die Kabine, um sich nach der Pause mit allen Kräften gegen einen drohenden Führungswechsel durch die Trierer zu wehren. Beim knappen Spielstand von 51:45, starteten die Baskets eine grandiose Serie. In 90 Sekunden überschlugen sich die Ereignisse. Die 10:0-Serie wurde durch einen Dreier vom glänzend aufspielenden Djordje Djogo eingeleitet, im folgenden Angriff konnte Trier nicht punkten. Bonn spielte schnell nach vorne, so dass Rimantas Kaukenas einen weiteren Wurf für drei Punkte in den Reusen versenken konnte. Ein leichter Bruch kam ins Trierer Spiel, Olouma Nnamaka stealte den Ball, gab auf Capin, der den Ball ruhig im Trierer Korb ablegen konnte. Nach ablauf der zehn Minuten des dritten Abschnitts stand es 49:64, was die gute Laune der rund 600 lautstarken Basketsfans aus dem Rheinland noch besser stimmte.

Schon jetzt standen die Baskets mit einem Bein im Halbfinale bis einige wenige Pfiffe sie zurück in die Realität holten. Da waren sie wieder, die Personaldefizite auf den großen Positionen. Branko Klepac kassierte früh sein 5. Foul und mit Olouma Nnamaka, Djordje Djogo, Aleksandar Nadjfeji und Altron Jackson waren allen anderen Optionen in der Defense die Hände gebunden. Der TBB Trier witterte wieder eine Chance, kämpfte sich nochmals auf 7 Punkte heran, nachdem nun auch Bonns Topscorer Rimantas Kaukenas seine fünftes Foul, als technisches Foul wegen Meckerns abholte. Doch wie in den Spielen zuvor präsentierte sich der junge Aleksandar Capin, als kaltschnäuziger Vollstrecker, als er die Führung drei Minuten vor Schluss auf 10 Punkte erhöhte. 90 Sekunden vor Spielende war Trier gezwungen durch Fouls die Uhr anzuhalten, doch mit Djogo schickten sie den falschen Mann an die Linie, er traf insgesamt alle seiner zehn Freiwürfe und erzielte 26 Punkte.

Gekrönt wurde der Halbfinaleinzug der Telekom Baskets dann von einer weiteren Kuriosität. Durch ein technisches Foul von Altron Jackson, weil er dem Schiedsrichter den Ball nicht direkt in die Hände legte, wurde der letzte verfügbare fünfte Mann auf dem Feld vom Platz gestellt. So zog man in Trier vor 600 begeisterten und zugleich begeisternden Basketsfans, zu viert ins Halbfinale der Basketball-Bundesliga ein.

Schippi

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