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„Man konnte merken, wie der Sport verbindet!“ - Kelubia Ekoemeye im Interview

DragonLi am 08.01.2013 um 21:21

Ein Basketballer aus Würzburg? Ja, klar, da dürfte jedem deutschen Basketball-Interessierten sofort eine Person einfallen. Den Dragons-Fans in Rhöndorf fällt da seit dieser Saison noch ein zweiter Name ein: Kelubia Ekoemeye. Der 32-jährige Würzburger ist aber in diesem Sommer nicht nur vom FC Bayern München aus der 2.Mannschaft zu den Drachen gewechselt, sondern ist auch seit diesem Schuljahr am Hagerhof als Klassenlehrer tätig. Es kann also gut sein, dass er auch jetzt schon die Rhöndorfer Zukunft unterrichtet. Mit Keli sprach Nathali Vogt.

 

Auch wenn es bei Dir jetzt schon ein bis zwei „Tage“ länger her ist als bei den Youngstern, erzähl uns doch mal wie Du zum Basketball spielen gekommen bist.

 

Zum Basketball bin ich zufälligerweise gekommen. In meiner Schule, dem Röntgengymnasium, auf dem damals eigentlich alle talentierten Basketballer aus Würzburg waren, unter anderem auch Dirk Nowitzki, habe ich schon viel Basketball gespielt. Ein Klassenkamerad von mir hat auch im Verein gespielt und hat mich dann auch mal mitgenommen. Ich habe in meiner Kindheit und Jugend viele Sportarten gemacht: z. B. Judo, Skateboard fahren oder Tischtennis. Also alles mögliche außer Fußball. Aber beim Basketball bin ich dann geblieben. Zufälligerweise habe ich damals dann direkt bei der DJK Würzburg angefangen. Ich kannte mich ja gar nicht wirklich aus, welcher Verein gut ist. Als ich mit dem Vereinsbasketball angefangen habe, war ich ca. 13 Jahre alt. Ich habe dann sehr viel gelernt und wurde so auch sehr schnell gut. Im ersten Jahr war ich kurz vor den bayrischen Meisterschaften dazugekommen und habe dort dann nur wenige Punkte gemacht. Aber im nächsten Jahr gehörte ich schon zu den Besten. So habe ich mich dann bis in die zweite Mannschaft hochgearbeitet.

 

Im Jahr 2003 hast Du ja mit der A2-Nationalmannschaft an der Universiade teilgenommen. Diese gelten ja auch als „Olympische Spiele für Studenten“. Hast Du es auch so empfunden?

 

Das war eines meiner besten Sporterlebnisse. Am Anfang wusste ich gar nicht so wirklich etwas damit anzufangen. Ich fand es natürlich toll eingeladen geworden zu sein, aber ich konnte mir das gar nicht so richtig vorstellen. Es ist wirklich so wie man sich die Olympischen Spiele vorstellt. Alle leben in einem großen „Dorf“ mit einer Kantine, die 24 Stunden geöffnet hat. Es gab auch eine große Eröffnungsfeier mit dem Einlauf der Nationen, einer tollen Show und einem Feuerwerk. Die Eröffnungsfeier war der Wahnsinn. Es war auch toll am Leben im „Dorf“ teilnehmen zu können, auch wenn wir neben den Spielen noch viele Termin hatten, wie z. B. beim deutschen Botschafter. Man konnte auch merken, wie der Sport verbindet. Die Universiade war ja in Südkorea und auch als Nordkorea bei der Eröffnungsfeier eingelaufen ist, wurde gejubelt. Das war schon beeindruckend. Ich habe auch viele Leute kennengelernt. Nicht nur von der deutschen Delegation, sondern auch von anderen Nationen und von anderen Sportarten. Über die Jahre ist aber dann doch einiges an Kontakt verloren gegangen.

 

Neben dem Basketball hast Du auf Lehramt Englisch und Geschichte studiert. Warum ausgerechnet diese beiden Fächer?

 

Erst mal habe ich ein Semester Jura studiert, das habe ich aber wieder abgebrochen und mich vorerst nur auf Basketball konzentriert. Später habe ich mich entschlossen auf Lehramt zu studieren. Dass es dann diese beiden Fächer geworden sind, lag dann auch daran, dass man in Bayern nur gewisse Kombinationen studieren kann. Englisch fand ich schon immer interessant und Geschichte auch. Da stellt sich ja immer auch die Frage: Warum nicht Sport? A) Ich mache in meinem Privatleben schon genug Sport. Das konnte ich mir dann auch nicht noch beruflich vorstellen. B) Habe ich von vielen Sportlehrerkollegen gehört, dass sie später doch lieber ihr zweites Fach statt Sport geben, da es im Sportunterricht doch immer sehr laut ist und es auch viele unmotivierte Schüler gibt. C) Kann ich ja durch meinen sportlichen Hintergrund einfacher einen B-Trainerschein machen. Damit könnte ich dann auch an manchen Schulen z.T. Sportunterricht geben. Im Fach Geschichte kann man einfach sehr viel mit den Schülern machen. Es ist ein spannendes Fach, welches gar nicht so viel mit Zahlen und Fakten zu tun hat. Es beinhaltet viele andere Fächer: Kunst, Mathematik, oder Deutsch. Man kann Bilder analysieren, Statistiken auswerten und besprechen oder historische Bücher lesen. Außerdem kann man neben dem klassischen Geschichtsunterricht auch neuere Medien (Film spielt hier eine große Rolle) einbinden und man kann auch viele Exkursionen machen. Alles Gründe, warum dieses Unterrichtsfach für mich viel spannender als Sport war.

 

Du bist ja jetzt auch Klassenlehrer am Hagerhof. Wie ist das denn so, wenn man unter Woche die Jungs und Mädels unterrichten darf, die einen am Wochenende von der Tribüne zujubeln?

 

Das bekomme ich während des Spiels gar nicht so mit, da ich mich da voll aufs Spiel konzentriere. Nach dem Spiel sehe ich natürlich den ein oder anderen Schüler vom Hagerhof. Natürlich grüße ich sie dann auch, aber da bin ich schon etwas distanzierter. Denn ich finde schon, dass man als Lehrer eine gewisse Distanz zu seinen Schülern haben sollte.

 

Wie würdest Du deine Rolle innerhalb des Dragons-Teams beschreiben?

 

Ich bin natürlich jetzt einer der Älteren. Nach Marco sogar der Zweitälteste im Team und damit auch einer der Erfahrensten. Wir haben viele junge Spieler im Team und ich finde es sehr wichtig, dass die Jungen viel Spielzeit bekommen. Ich spiele ja eigentlich auf der Position 3, aber ich bin ja auch sehr groß und kann somit auch aushelfen, wenn wir auf den großen Positionen Bedarf haben. So habe ich z. B. in Leitershofen auch auf der 5 gespielt. Ich will Ruhe und Erfahrung ausstrahlen und damit der Mannschaft auch Sicherheit geben. Mit meiner Rolle bin ich sehr zufrieden und will auch gar keine andere haben. Für mich ist es wichtig, dass die Jungen viel Spielzeit bekommen. Für die Jungs beginnt die Karriere ja gerade erst, während sie für mich mehr oder weniger gerade endet. Neben dem Platz gibt es keine speziellen Rollen im Team. Wir verstehen uns alle sehr gut und da gibt es dann keine „Rollen“, sondern jeder ist er selbst.

 

Momentan scheint es ja die ganze „Basketball-Welt“ zum FC Bayern München zu ziehen. Du hast Dich aber im Sommer dafür entschieden, von der Isar an den Rhein zu ziehen. Was waren die Gründe dafür?

 

Das war beruflich bedingt. Es hat sich mir hier die Möglichkeit geboten, meinen Beruf noch einmal mit höherklassigem Basketball zu kombinieren. Rhöndorf und auch der Hagerhof waren mir durch Berthold Bisselik bekannt. Er hat ja lange hier gearbeitet und war in der A2-Nationalmannschaft und Würzburg mein Trainer und hat mich dann auch nach München geholt. Der Kontakt kam dann aber über Artur Kolodziejski zu Stande. Er hat ein Jahr vor mir beim FC Bayern gespielt und als ich mit meinem Referendariat fertig war, hat er mir gesagt, dass er da eine gute Schule für mich im Rheinland kennen würde, an der ich mich bewerben solle. Das hat ja dann auch funktioniert. Das Rheinland ist eine tolle Gegend zum Leben. Bad Honnef ist schön und man ist auch schnell in Bonn und Köln.

 

Eines deiner Hobbies ist ja die Photographie, aber Du hast als Gelegenheits-Model ja auch vor der Kamera Erfahrung. Was macht Dir mehr Spaß?

 

Das vor der Kamera ist schon was länger her. Während des Studiums habe ich mehrere Jahre gemodelt. Das war ja „leicht“ verdientes Geld. So bin ich auch zum Photographieren gekommen. Dann habe ich mir einfach mal eine Ausrüstung gekauft und es ausprobiert. Das Photographieren ist eine neue Herausforderung für mich. Ich bringe mir eigentlich alles selbst bei, einen Kurs habe ich nicht gemacht. Spaß macht mir beides. Spannender ist es für mich momentan hinter der Kamera zu stehen, weil ich da noch viel lernen kann. Im Moment habe ich aber einfach wenig Zeit dafür.

Pressemitteilung: Dragons Rhöndorf



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