ProB
Heimserie der Drachen gerissen
DragonLi am 05.02.2012 um 22:02
Nun hat es die Dragons Rhöndorf auch zu Hause erwischt. Nach zuletzt acht Heimsiegen in Folge unterlagen die Jungs von Headcoach Eric Detlev am Samstagabend der BG Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen mit 74:79 (42:33). Durch einen Erfolg hätten die Drachen die Gäste aus Sachsen-Anhalt wieder vom vierten Tabellenplatz verdrängt, doch vor rund 900 Zuschauern in der Menzenberger Halle brachte sie ein schwaches drittes Viertel auf die Verliererstraße.
Mit neun Punkten Vorsprung ging es für die Gastgeber in die Kabine, wobei sie es in den letzten Szenen vor der Pause sogar verpassten, diesen noch weiter auszubauen. Doch direkt nach dem Seitenwechsel ließen sie sich von wesentlich entschlossener zu Werke gehenden Gästen den Schneid abkaufen. Das nutzten diese, um das Spiel innerhalb von zehn Minuten komplett zu drehen. Mit 27:10 entschieden die BSW Sixers den dritten Spielabschnitt für sich, wodurch die Dragons vor dem letzten Viertel mit acht Zählern ins Hintertreffen gerieten. Angeführt von Kapitän Nick Larsen kämpften sie sich dort zwar noch einmal heran. Doch in der „Crunchtime“ trafen die Gäste in Person von US-Boy Aaron Fleetwood und Matthias Haut auch die schwierigsten Würfe und entführten daher nicht unverdient die Punkte aus dem Dragon Dome.
Mit dem trotz seiner Sprunggelenksverletzung auf die Zähne beißenden Stuart Turnbull starteten die Drachen in die Partie gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn. Dem Kanadier merkte man jedoch früh an, dass er doch stärker gehandicapt war. Bitterfeld suchte in der Anfangsphase konsequent den Weg über das sehr athletische US-Centerduo Aaron Fleetwood und Ryan Mc Lemore. Auf Seiten der Dragons erwischte Tim Kasper einen guten Start und hielt mit sechs schnellen Punkten dagegen (10:8/7´). Es dominierten aber zunächst die Abwehrreihen beider Mannschaften, erst zum Ende des Spielabschnitts nahmen die Offensiven etwas Fahrt auf. Ein Dreier von Nick Larsen bedeutete das 18:14 für die Hausherren (9´).
Im zweiten Viertel übernahm dann Rhöndorf mehr und mehr das Kommando. Routinier Marco Leschek setzte sich kurz hintereinander stark am Brett durch und brachte die Gastgeber mit 24:18 in Front (12´). Die Sixers ließen nun einige Offensiv-Rebounds der Drachen zu. So auch in der 16. Minute, als Florian Koch einen spektakulären Tip-In im Korb der Gäste versenken konnte. Nach einem Fehlwurf von Edmunds Tukiss schraubte sich der Flügelspieler mit enormer Sprungkraft in die Höhe und vollendete entschlossen zum 34:26, wobei sich der Kopf ungefähr auf Ringniveau befand. Die Halle tobte, das Momentum lag nun bei den Dragons. Zumal sich Bitterfeld zunehmend aus der Distanz versuchte, dabei aber in der ersten Halbzeit keinerlei Fortune hatte. So bauten die Hausherren den Vorsprung weiter aus (40:28/19´). Durch einige verpasste Chancen in den Schlussmomenten versäumten sie es jedoch, sich noch weiter abzusetzen und eine kleine Vorentscheidung herbeizuführen. Stattdessen gelang es den Gästen, noch vor dem Seitenwechsel wieder in den einstelligen Bereich zu gelangen (42:33).
Wie verwandelt kamen beide Mannschaften aus der Kabine. Während bei den Drachen nun ordentlich Sand im Getriebe war, drehten die BSW Sixers mächtig auf. Allen voran Distanzspezialist Frieder Diestelhorst, der mit sieben Punkten in Folge seine Farben schnell zurück ins Spiel brachte (46:45/24´). Nun kamen diese zu ihrem gefürchteten Fastbreak-Spiel und somit zu leichten Punkten. Folgerichtig besorgte Aaron Fleetwood nach langer Zeit wieder die Führung (50:51/28´). Die Gastgeber hingegen mussten hart für jeden Korb kämpfen. Wie bei Earnest Jones´ Treffer zum 52:53, als sich der Power Forward erst einen Offensiv-Rebound angelte und dann kraftvoll gegen drei Gegenspieler durchtankte (29´). Die Gäste aber setzten den Schlusspunkt. Elf Sekunden vor dem Viertelende wurde Matthias Haut zunächst gefoult, im Anschluss kassierte Eric Detlev auch noch ein „T“. Der Bitterfelder Guard ließ sich die Chance nicht nehmen und traf sicher von der Freiwurflinie. Als er mit der Sirene auch noch einen ganz wilden Dreier im Rhöndorfer Korb versenkte, waren die Sixers plötzlich auf acht Zähler enteilt (52:60/30´)
Die Dragons kämpften und kamen durch Earnest Jones schnell wieder zum Anschluss (58:60/32´). Doch die Gäste konterten mit nun traumwandlerischer Sicherheit, vor allem Fleetwood und Haut waren überhaupt nicht mehr in den Griff zu bekommen. Zwei Dreier der beiden Protagonisten ließen Bitterfeld wieder auf acht Punkte davonziehen (64:72/37´). Bei Rhöndorf stemmte sich Nick Larsen mit aller Macht gegen die Niederlage, mit einem erfolgreichen Distanzwurf verkürzte der Kapitän noch einmal auf 69:74. Pech dann im folgenden Angriff. Ein Wurf von Stuart Turnbull schaute eigentlich schon in den Korb rein, entschied sich dann aber doch dagegen. Die Sixers sicherten sich den Rebound und schlossen durch Fleetwood per Schnellangriff zum 69:76 ab. Als Haut kurz darauf auch noch seinen dritten Dreier des Abends versenkte, war das Spiel endgültig entschieden und die Heimserie gerissen (71:79/39´).
Stephen Arigbabu (Trainer Bitterfeld): „Der Schlüssel zu unserem Erfolg lag heute in der Verteidigung, in der zweiten Halbzeit haben wir da deutlich entschlossener zugepackt. Wir wollten Rhöndorf auf jeden Fall unter 80 Punkten halten, was uns am Ende ja auch gelungen ist. Durch unsere verbesserte Defensive haben wir nach der Pause neues Selbstvertrauen in der Offensive getankt. Würfe, die zuvor ihr Ziel verfehlt haben, sind dann gefallen. In einigen Situationen hatten wir zwar mit Ablauf der „Shot Clock“ etwas Glück, dieses haben wir uns aber auch erarbeitet. Unser Saisonziel war ursprünglich der Klassenerhalt, bei der momentanen Tabellenkonstellation wollen wir uns nun aber auch das Heimrecht für die Playoffs sichern.“
Eric Detlev (Trainer Rhöndorf): „Im Vergleich zu den Vorwochen war das heute eine erneute Leistungssteigerung meiner Mannschaft. Man muss aber neidlos anerkennen, dass der Gegner am Ende einfach ein paar Prozente besser war. Wir haben es im zweiten Viertel versäumt, uns dort einen größeren Vorsprung herauszuarbeiten. Vielleicht wäre das Spiel dann anders gelaufen. So sind die Sixers nach der Pause immer mehr ins Rollen gekommen und konnten einfache Punkte nach Schnellangriffen erzielen. In der Schlussphase hat Bitterfeld dann einfach sehr hochprozentig getroffen. Einen Erfolg brauchen wir noch, um uns endgültig für die Playoffs zu qualifizieren. In den letzten drei Partien erwarten uns mit Lich, Langen und Hanau jedoch drei ähnliche Kaliber.
Dragons Rhöndorf vs. BG Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen 75:79 (20:16, 22:17, 10:27, 22:19)
Dragons Rhöndorf: Tolaj (DNP), Rekšņa (-), Larsen (22/2 Dreier), Eisenberger (4), Turnbull (11), Tukiss (2), Kasper (10), Koch (8), Leschek (6), Jones (11), Tratnjek (DNP)
BG Bitterfeld-Sandersdorf-Wolfen: St. Ahnsehl (5), Diestelhorst (11/1), Haut (15/3), Fleetwood (22/1), S. Ahnsehl (12/2), Münsinger (2), Ramm (-), Gardner (2), Mc Lemore (10), Stawowski (-)
Rhöndorf/Bitterfeld: Feldquote (36%/48%), 3er (2[13]/7[18]), Freiwürfe(16[22]/14[25]), Rebounds (46/39), Turnover (7/12), Assists (11/16), Steals (6/4), Blocks (2/6), Fouls (20/20)
Pressemitteilung: Dragons Rhöndorf
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