ProB
Wulfen ist wieder da!
TheBloob am 05.02.2012 um 09:40
"Oh, wie ist das schön, oh, wie ist das schön. So 'was hat man lange nicht geseh'n, so schön, so schön!" Die Fans der BSV Münsterland Baskets Wulfen feierten schon vor Ertönen der Schlusssirene am Samstagabend den beeindruckenden 82:57 (41:32)-Heimsieg über den direkten Konkurrenten SC Rist Wedel. Mit diesem Erfolg meldete sich der BSV eindrucksvoll zurück im Abstiegskampf der 2. Basketball-Bundesliga ProB Nord.
Durch den Sieg über Wedel schob sich der BSV vier Spieltage vor Ende der Saison wieder auf den 8. Tabellenplatz, der zur Playoff-Teilnahme berechtigt. Denn die nun wieder punktgleichen Herzöge Wolfenbüttel, Mittwoch noch 84:81-Bezwinger des BSV, unterlagen zu Hause den Schwelmer Baskets. Und der BSV holte sich mit dem Kantersieg über Wedel den wichtigen direkten Vergleich mit den Hamburger Vorstädtern.
Am kommenden Samstag hat der BSV gleich wieder Heimrecht und empfängt den Tabellennachbarn RSV Eintracht Stahnsdorf aus Brandenburg. Gegen den Club vor den Toren Berlins hat Wulfen in seiner jungen Zweitliga-Geschichte noch nie gewonnen. Aber das galt bis Samstag abend auch für den SC Rist Wedel. Gegen Stahnsdorf (11.2., 20.30 Uhr, Gesamtschulhalle Wulfen) soll die Hütte in Wulfen mal wieder so richtig prall gefüllt sein. Denn auch der Sieg über Wedel am Samstag hätte mehr als die anwesenden 380 Zuschauer verdient gehabt.
Die Mannschaft von Sebastian Borgmann war gegen die Nordlichter der Liga bis in die Haarspitzen motiviert. Zwar waren die Gäste schon extra am Freitagabend zu diesem wichtigen Spiel angereist, hatten im Wulfener Hotel Humbert übernachtet und am Samstag in der Dorstener Juliushalle eine Trainingseinheit abgehalten, doch das sollte alles nichts genutzt haben. Und das, obwohl die Partie für die Wulfener alles andere als optimal begann. US-Center Dijon Smith kassierte schon in der 3. Minute sein zweites Foul, musste früh auf die Bank. Für den Amerikaner musste wie schon vor drei Wochen in Schwelm Philipp Mazur in die Bresche springen. Und "Matze" lieferte wieder eine blitzsaubere Leistung ab, holte in knapp 21 Minuten Spielzeit sieben Rebounds.
Dijon Smith auf der Bank, Steve Briggs messerscharf bewacht - und trotzdem gewann Wulfen das erste Viertel mit 20:15. Denn nicht die US-Amerikaner des BSV punkteten, sondern die jungen Deutschen. Angeführt von Thomas Reuter (20 Jahre), Hendrik Bellscheidt (21 Jahre) und Nino Janoschek (24 Jahre) setzten sich die Gastgeber Punkt für Punkt ab. 19 von 20 Punkten in den ersten zehn Minuten gingen auf das Konto der deutschen Spieler.
Die erste 10-Punkte-Führung der Wulfener ging auf das Konto von Rod Sherman, der innerhalb weniger Sekunden zwei Dreier zum 33:23 (16.) versenkte. Erst in der 19. Minute erzielte Steve Briggs seinen ersten Korb für den BSV, dennoch ging Wulfen mit einer 41:32-Führung in die Kabine. Die Mannschaft von Sebastian Borgmann zeigte den unbedingten Siegeswillen, warf sich nach jedem Ball und kämpfte um jeden Rebound. Obwohl die Wedeler in Bestbesetzung und mit ihrem Center-Trio Peter Huber-Saffer, Fabian Böke und Anthony Pettaway nach Wulfen gekommen waren, gewann der BSV das Reboundduell mit 46:32.
Den einzigen Wackler im Spiel leistete sich das Borgmann-Team im dritten Viertel. Bis auf 47:42 (26.) verkürzte der Gast aus Holstein, dennoch nahm BSV-Coach Sebastian Borgmann keine Auszeit - zu sehr vertraute er seinem Team. Und Steve Briggs an der Freiwurflinie, Thomas Reuter - diesmal mit 17 Punkten Topscorer der Partie - und Dijon Smith dankten dem Coach das Vertrauen. Vor dem letzten Viertel führte der BSV 58:50.
Dass ganz Wulfen im Schlussviertel sogar vom direkten Vergleich gegen die Hamburger Vorstädter träumen durfte, lag ganz allein am BSV-Spieler mit der Nummer 12: Romeo Bakoa. Der Flügelspieler, der ganz aktuell als Trainer die männliche U12 des BSV in die Zwischenrunde der Westdeutschen Meisterschaft geführt hat, traf erst einen Dreier zum 61:50 und legte dann einen Fastbreak zum 63:60 nach. Als Bakoa dann auch noch einen weiteren Dreier zum 68:55 (35.) versenkte, gab es kein Halten mehr. Der BSV überrollte den Gast aus Wedel in den letzten fünf Spielminuten mit 17:2 (!), holte sich in überzeugender Manier den Direktvergleich - das Hinspiel hatte Wulfen 69:82 verloren - und sorgte für strahlende Gesichter bei den BSV-Anhängern.
Wedels Trainer Gürel gab später zu Protokoll, dass man schon den Korb treffen müsse, wenn man ein Spiel gewinnen wolle. Die Rister Dreierquote (2 von 22 = 9 Prozent) war unterirdisch. Auch 35 Prozent Trefferquote bei den Zweiern war alles andere als gut. Insgesamt erzielten die Gäste in Wulfen nur 37 Punkte aus dem Spiel heraus - nicht alltäglich in der 2. Bundesliga. Aber nicht umsonst kassiert der BSV die wenigsten Gegenpunkte aller ProB-Ligisten im Norden.
Wulfens Coach Sebastian Borgmann hingegen leistete sich am Samstag den Luxus, nicht eine einzige Auszeit zu nehmen. Sein Team hatte Fahrt aufgenommen und sich eindrucksvoll zurückgemeldet. Nach der bitteren Pille am Mittwoch in Wolfenbüttel hatten die wenigsten damit gerechnet. Nur gilt die ganze Konzentration dem nächsten Heimspiel gegen Stahnsdorf. Gelingt in einer Woche der dritte Sieg im vierten Spiel, ist der BSV wieder ganz dick im Geschäft um den letzten Playoff-Platz.
BSV: Smith (9, 7 Reb., 5 Blocks), Hummelt, Hänig (2), Reuter (17/3), Mazur (7 Reb.), Janoschek (14), Bakoa (8/2), Bellscheidt (8/1), Briggs (16, 9 Reb.) und Sherman (9/2). Wedel: Moysich, Johnston (14/2), Wischnewski (4), Akpinar (2), Lühring (2), Gausa (5), Pettaway (13), Böke (4), Duah, Huber-Saffer (8) und Laatzen. Schiedsrichter: Daniel Sünnen, Christian Klaverveld. Zuschauer: 380.
Pressemitteilung: BSV Wulfen
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