EWE Baskets Oldenburg
Beim Zielwasser vergriffen
TheBloob am 01.02.2012 um 15:15
„Es gibt Abende, an denen man schlecht trifft – und dann gibt es Abende wie
diesen.“ Nahezu verzweifelt lasen sich die Worte von Kenny Hasbrouck nach
dem 61:74 der EWE Baskets Oldenburg bei BK Ventspils am Dienstag. Vor nur
650 Zuschauern hatte der US-Amerikaner zehnmal Maß genommen und dabei einen
einzigen Wurf im Korb des lettischen Gegners platziert. Da es zwei seiner
Starting Five-Kollegen kaum besser machten – Rickey Paulding verwandelte
zwei seiner acht Versuche, Ronnie Burrell zwei von zwölf –, war das Projekt
Auswärtssieg bei einem starken Gastgeber zu einer „Mission impossible“
geworden.
„Der Gegner war besser“, gab Adam Chubb zu. Der Center, der mit 18 Punkten
und 11 Rebounds sein Soll mehr als erfüllt hatte, sah den Schlüssel zur
Niederlage im ersten Viertel: „Wir haben einen starken Start hingelegt“, so
der US-Amerikaner, „danach aber wurde unser Spiel schlecht und wir haben es
nicht geschafft, wieder zurückzukommen.“ In der Tat vermittelte der
6:1-Auftakt dem Team nicht die nötige Überzeugungskraft, es an diesem Abend
schaffen zu können, ganz im Gegenteil rissen die Hausherren das Geschehen
entschlossen an sich und legten beim 19:13 den Grundstein für den Erfolg.
Enttäuscht war nach der Schlusssirene auch Geschäftsführer Hermann Schüller,
der die Partie in Ventspils live verfolgt hatte. „Die Mannschaft hat heute
wirklich ordentlich verteidigt“, berichtete Schüller. „Aber offensiv hatten
wir bei einigen Spielern einfach kein Wurfglück. Wenn drei Starter nahezu
überhaupt nicht treffen, wird es für jedes Team extrem schwierig, eine
Partie auf diesem Niveau zu gewinnen.“ Zudem vermisste Schüller Impulse von
der Bank: „Da kam zu wenig, als den Spielern die Chance gegeben wurde.“ Auch
Headcoach Predrag Krunic lobte „die gute Verteidigung“, erkannte in den
vergebenen Wurfchancen aber genau wie Schüller den Hauptgrund der
Niederlage.
Die Ausgangslage in EuroChallenge-Gruppe I ist nun kniffeliger geworden. Die
Oldenburger sind aktuell punktgleicher Zweiter mit Ventspils, haben den
direkten Vergleich, der in der Endabrechnung zum Tragen kommt, aber
verloren. Gegen Roanne (21. Februar, 20 Uhr) und bei ZZ Leiden (28. Februar)
müssen nun Siege her, um den Einzug in das Viertelfinale realisieren zu
können. Den hat der kommende Baskets-Gegner, die Artland Dragons, derweil
schon sicher: Die Quakenbrücker setzten sich am Dienstag daheim gegen
Antwerpen durch und qualifizierten sich mit vier Siegen aus vier Last
16-Spielen vorzeitig.
Im Artland erwartet die Oldenburger am Samstag (14.50 Uhr, live bei Sport1)
ein schwerer Gang. Der Bezirksrivale legt nicht nur international, sondern
auch in der Beko Basketball Bundesliga eine starke Saison auf das Parkett.
Seit dieser Woche eröffnen sich Trainer Stefan Koch im ohnehin exquisit
besetzten Kader neue Möglichkeiten: Adam Hess erhielt einen deutschen Pass,
so dass nun kein ausländischer Akteur mehr aussetzen muss.
Pressemitteilung: Torben Rosenbohm, EWE Baskets Oldenburg
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