TSK Würzburg

Warten auf die mutigen Enten

Frankie am 03.01.2004 um 12:51

"Dragons" nennen sie sich, ein gar Furcht erregender Drache schmückt ihre Homepage (die übrigens über die offizielle Homepage ihrer Stadt schnell erreichbar ist) - und doch werden sie von den Basketballfans gern als die "Enten" bezeichnet - was weder etwas mit ihrer Geschwindigkeit oder ihrem Gang zu tun hat: Es liegt einfach daran, dass diese Erstligabasketballer aus einem Städtchen ca. 50km südlich von Oldenburg kommen, das rund 12.500 Einwohner hat und halt Quakenbrück heißt. Dass sie trotz ihres Spitznamens ein ordentliches Tempo vorweisen können, bewiesen die Norddeutschen nicht nur im letzten Jahr in der 2. Liga, die sie fast nach Belieben beherrschten, auch in ihrem ersten Bundesligajahr überrannten sie schon das eine oder andere prominente Opfer: Köln musste dran glauben, auch Bonn und am letzten Wochenende schließlich Frankfurt. Klar, dass die Euphorie groß ist und man die kleine, aber schmucke Artland-Arena bei allen Heimspielen der Saison bis auf den letzten der 3.000 Plätze füllen konnte.

Den Kern des Teams für das Abenteuer 1. Liga bildeten zunächst einmal die Leistungsträger der Zweitliga-Saison, allen voran das Trainer-Duo Chris Fleming und Lauritz Ingram, den die älteren Würzburger Fans wohl noch als Damentrainer der DJK in guter Erinnerung haben dürften. Dreh- und Angelpunkt auf dem Parkett ist Point-Guard Michael-Hakim Jordan. Der 1,83m kleine Guard ist Top-Scorer, Top-Passgeber und (zusammen mit Center Jens-Uwe Gordon, der von Oldenburg zum Kader kam) sogar Top-Rebounder bei den Dragons. Ebenfalls aus der 2. Liga noch dabei ist Konstantinos Stavropulos. Der griechische Flügelspieler zählt auch in der ersten Liga zu den Stützen des Teams. Etwas in den Schatten von Jens-Uwe Gordon gerückt ist der amerikanische Center mit österreichischem Pass Johnny-Jacob McNeil, der mit seinen "nur" 2 Metern Körpergröße deshalb jetzt öfter auf den Flügelpositionen zu finden ist. Dasselbe gilt (bei gleicher Körpergröße) für Arne Woltmann. Zweitliga-Guard James-Earl Duncan kommt nur noch zu Kurzeinsätzen, seit Jordan im Aufbau vom zweiten Griechen in den Reihen der Dragons, Sotiris Karapostolou, unterstützt wird, der von der New Hampshire Uni nach Nordeutschland gezogen ist und dort ein recht beachtliches Debüt als Profi-Basketballer gibt. Von Adecco Madrid wechselte der Mann auf der zweiten Amerikaner-Position ins Artland. Aaron-Joseph Granger ist mit durchschnittlich 14 Punkten pro Spiel zusammen mit "Alt-Dragon" Mislav Ucovic bei 40% Trefferquote bester Dreierschütze unseres heutigen Gegners. Blass wie in den letzten Spielzeiten blieb bislang Forward Jan Rohdewald (letztes Jahr Ludwigsburg).

Analysiert man die Statistiken der bisherigen Spiele, fällt besonders auf, dass die Dragons in vielen Bereichen ähnliche Werte wie die X-RAYS vorzuweisen haben. Deutliche Vorteile haben die Würzburger laut Statistik unter dem Korb: 436 Rebounds zu 392, 63% Trefferquote aus der Nahdistanz zu 53%, 32 Blocks gegenüber 17. Die Nase vorne haben die Norddeutschen bei der Dreierquote (34%:30%) und vor allem beim sicheren Spielaufbau. Leisteten sich die X-RAYS dabei bisher 199 Turnovers, hielten die "Enten" diese Zahl bislang bei 167.

Zwei Punkte trennen Quakenbrück (Platz 7) und Würzburg (Platz 12) in der Tabelle. Ähnlich wie die X-RAYS holen die Dragons ihre Punkte überwiegend zu Hause, auswärts gab es schon böse Niederlagen z.B. gegen den MBC. Also: Jordan ausschalten, die Dreierwerfer und die Bretter kontrollieren und Sprung auf Platz 7?

Quelle: Martin Heberlein (X-RAYS-Hallenmagazin Jump im Net)

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