Phoenix Hagen
Unnötige Niederlage gegen Bremerhaven: Schwache Schlussphase nimmt jede Chance
TheBloob am 08.01.2012 um 22:42
„Stell dir vor, du verlierst – und keiner weiß warum.“ Mit diesem Gefühl
ging der überwiegende Teil der 3.102 Zuschauer in der ENERVIE Arena an
einem regnerischen Sonntagabend heim. Die 88:96 (49:46)-Niederlage von
Phoenix Hagen gegen die Eisbären Bremerhaven schien ganz einfach
vermeidbar.
Talerschwer ins Phrasenschwein muss man normalerweise für den einmal zu oft
zitierten Kropf bezahlen. Doch heute gilt das nicht, denn selten war eine
Niederlage so überflüssig. Eine gute erste Hälfte hatten die Hagener über
weite Strecken angeboten – schwungvoll, aggressiv und offensiv. Die
Eisbären, bei denen neben Torrell Martin kurzfristig auch Jason Cain
(Schnittwunde an der Hand, zugezogen im Abschlusstraining) ausfiel, wirkten
manchmal fast ein wenig schläfrig. Phoenix hätte sich weiter absetzen
müssen, so etwa beim 18:11 durch Tristan Blackwood (8.), beim 32:22 durch
T.J. Carter (15.) oder beim 46:37 (19.), für das sich abermals Carter
verantwortlich zeigte.
Eigentlich sprach in diesen Phasen eine ganze Menge für die Gastgeber. Doch
die Hagener verdaddelten den klaren Vorsprung durch eigene
Nachlässigkeiten. Vor allem überhastete Abschlüsse und das fehlende
Beachten der Teamfoul-Grenze fielen negativ auf. Und so kam Bremerhaven bis
zur Pause auf 46:49 heran, obwohl niemand so richtig wusste, wie das
passieren konnte. „Hagen hat eine höhere Führung verpasst“, analysierte
auch Gästetrainer Doug Spradley. In der Tat gab der knappe Vorsprung den
Spielverlauf nicht wieder.
Nach dem Wechsel zeigten sich die Eisbären wesentlich aggressiver und
gradliniger in ihren Aktionen. Es entwickelte sich jetzt eine offene
Feldschlacht mit wechselnder Führung. Zygimantas Jonusas, der am Freitag
Vater eines gesunden Jungen wurde, traf aus der Distanz zum 66:64 (29.),
Mike Smith konterte ebenfalls per Dreier zum 66:69 (30.). Und so sollte es
auch im Schlussviertel weitergehen. Die Partie blieb eng und wurde
zunehmend hektischer.
Doch das Ungemach nahm langsam Formen an: Weh taten den Hagenern zunächst
die Offesivrebounds, zu denen die Gäste mit zunehmender Spielzeit kamen.
Das hätte die Feuervögel vielleicht noch nicht umgeworfen. Bernd Kruel
brachte Phoenix bis auf 83:84 heran (38.). Doch in der Crunchtime gab die
Mannschaft von Ingo Freyer ihre Chance ganz alleine weg. Das Angriffsspiel
stockte. In den letzten beiden Minuten gelang kein sauberer Ballvortrag
mehr. Die gute Defense der Gäste nutzte das immer wieder zu Ballgewinnen,
die insbesondere Zachery Peacock in leichte Punkte ummünzte. Sein Dunk zum
90:83 entschied die Partie in der Schlussminute.
Für Phoenix Hagen blieb an diesem bitteren Abend nur die Erkenntnis, ein
machbares Spiel weggegeben zu haben. Verbunden allerdings mit dem Wissen um
eine ungewöhnliche Situation: Schon am nächsten Sonntag gibt es die
Gelegenheit zur Revanche. Dann steht das Rückspiel in Bremerhaven an.
Trainerstimmen:
Ingo Freyer: "Das Dilemma begann zum Ende der ersten Halbzeit. Bis dahin
haben wir gut gespielt. Wir hätten mit zehn Punkten Vorsprung in die
Halbzeit gehen können, haben aber dumme Entscheidungen getroffen. Danach
war die Partie ausgeglichen. Irgendwann ist das Pendel dann in Richtung
Bremerhaven geschwungen. Die Eisbären waren am Ende mental stärker im
Eins-gegen-eins. Wir haben schlechte Entscheidungen getroffen und waren
dadurch in der Schlussphase ohne Chance. Es ist heute sehr deutlich
geworden, wie wichtig ein Leader für uns wäre. Wir hatten die große Chance
auf einen Sieg, aber haben uns selbst aus dem Rhythmus gebracht."
Douglas Spradley: "Kompliment an meine Jungs. Der kurzfristige Ausfall von
Jason Cain war ein weiteres Problem für uns nach dem Ausfall von Torrell
Martin. Mit der kleinen Rotation haben wir die erste Hälfte dann ein wenig
verschlafen. Da hätte Hagen wegziehen können. Wir haben uns nach der
Halbzeit zurückgekämpft und besser verteidigt. Offensiv war unsere
Ballbewegung gut und wir sind zu einfachen Punkten gekommen. In der
Schlussphase haben wir eine starke Team-Verteidigung gezeigt. Ich bin sehr
zufrieden."
Phoenix Hagen: Jonusas (21/4), Carter (16/1), Blackwood (15/3), Kruel (13),
Brooks (8, 9 Ass.), Constantine (6), Seward (4), Hasquet (3/1), Spohr (2),
Rockmann.
Eisbären Bremerhaven: McNaughton (23, 9 Reb.), Peacock (18, 10 Reb.),
Gordon (17/3), A.Smith (17/1), M.Smith (11/2), Everett (7), Canty (3/1),
Raffington.
Zuschauer: 3.102
Stationen: 18:11 (5.), 26:22 (10.), 36:32 (15.), 49:46 (20.), 57:56 (25.),
68:70 (30.), 78:78 (35.), 88:96 (40.).
Pressemitteilung: Phoenix Hagen
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