Phoenix Hagen

Durchatmen, aber nicht aufatmen: Heimsieg gegen Göttingen bringt Ruhe

TheBloob am 31.12.2011 um 08:15

Die Silvesterfeier dürfte moderat, aber doch entspannt ausfallen. Mit dem
sechsten Saisonsieg, einem 83:77 (44:44) gegen den Tabellenletzten BG
Göttingen, verschaffte sich Phoenix Hagen vor eigenem Publikum eine kleine
Verschnaufpause im Abstiegskampf der Beko BBL.

Selten verlief die Pressekonferenz nach einem Spiel so entspannt für
Trainer Ingo Freyer. Kurz vor dem Jahreswechsel hatte seine Mannschaft
zuvor nach einer durchaus schwierigen Hinserie den dritten Sieg
nacheinander eingefahren: „Wir sind unserem großen Ziel, dem Klassenerhalt,
ein wenig näher gekommen.“ Ein „Feierabend-Bierchen“ durfte es anschließend
schon sein. Mehr aber auch nicht, denn am Samstag und Sonntag stehen
Trainingseinheiten an, um am Montag bei den Artland Dragons bestehen zu
können.

Ausverkauft war die ENERVIE Arena gegen Göttingen, und das erstmalig in
dieser Saison. 3.209 Fans waren zwischen den Jahren schon vor Spielbeginn
bestens drauf. Die Laune stieg weiter, als Adam Constantine zum 7:1 dunkte
(2.). Phoenix Hagen, das wieder mit Brandon Brooks antreten konnte,
lieferte ein sauberen Start ab. Jordan Hasquet beendete einen kurzweiligen
ersten Abschnitt mit vier Punkten zum 26:17.

Doch Göttingen erwies sich als ausgesprochen zäher Gegner, der vor allem in
der ersten Halbzeit auch die schweren Würfe traf. Als dann noch die Dreier
der Niedersachsen fielen, kam Phoenix defensiv ins Schwimmen. Insbesondere
Forward Sean Evans beschäftigte die Feuervögel und zeigte sich auch für die
40:38-Führung der Veilchen verantwortlich. Doch Phoenix Hagen hatte
Zygimantas Jonusas (21 Punkte und 5 Dreier in der ersten Hälfte) und ging
mit einem 44:44 in die Kabine. „Immerhin“, so war es in der Pause an vielen
Stellen zu hören, „ist es nicht so wie gegen Tübingen und Frankfurt.“ Gegen
diese „schlagbaren“ Gegner lag Phoenix schon nach Halbzeit eins jeweils
aussichtslos zurück.

Das dritte Viertel stand im Zeichen von Raymond Sykes. Phoenix bekam jetzt
einfach keinen Zugriff mehr auf den athletischen Göttinger Center, der nun
die Bretter dominierte. Der Vorteil beim Rebound, den Phoenix zunächst
hatte, war verloren. Zwei Dreier von Tristan Blackwood zum 60:56 als
Weckruf und ein technisches Foul gegen Jerel Allen, das Jordan Hasquet zu
insgesamt vier erfolgreichen Freiwürfen verhalf, ließen Hagen dennoch auf
70:62 davonziehen. Sechs Minuten lang gelang der BG jetzt kein Punkt mehr.
Phoenix verpasste es in dieser Phase mehrfach, sich weiter als bis auf
74:62 abzusetzen (33.).

Und so wurde es noch einmal eng. Zwar konnten die Hagener Raymond Sykes
jetzt besser vom eigenen Korb fernhalten. Die eigene Offensivabteilung
vermeldete aber eine nennenswerte Flaute. In der vorletzten Minuten
markierte Sykes per Tip-in das 78:75. Dann kam die Erlösung: Zygimantas
Jonusas traf den so wichtigen Dreier zum entscheidenden 81:75. Mit dem
83:77-Sieg legte Phoenix Hagen einen weiteren Grundstein für den
Klassenerhalt. „Mehr aber auch nicht“, wie Ingo Freyer schnell anmerkte.
Und das, so Freyer weiter, wird sich womöglich schon am Montag in
Quakenbrück zeigen: „Ein ganz starker Gegner, der mich vor einigen Tagen
gegen Berlin schwer beeindruckt hat.“

Eine weitere positive Nachricht gab es für die Phoenix-Fans am Rande der
Partie. Center Adam Constantine, der diesmal federführend bei der
obligatorischen Humba war, wird zumindest einen weiteren Monat in Hagen
bleiben. Ein neuer Aufbauspieler ist derweil nicht in Sicht. „Die
Kandidaten, die auf dem Markt sind, überzeugen uns nicht. Wir haben mit
Adam sowieso sieben Ausländer und werden uns bei der Suche noch etwas
gedulden“, so Ingo Freyer.

Trainerstimmen:

Ingo Freyer: "Ich bin sehr froh, dass wir dieses wichtige Heimspiel
gewonnen haben. Der Sieg war noch wichtiger als die beiden letzten, weil
wir ihn gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf geholt haben. In
der ersten Hälfte haben wir solide gespielt. Am Ende haben wir dann sehr
gut verteidigt. Insgesamt konnten wir an die letzten Leistungen anknüpfen.
Jetzt können wir gut ins neue Jahr starten. Wir müssen aber konzentriert
bleiben und uns weiter verbessern."

Michael Meeks: "Gratulation an Hagen. Sie haben ein sehr aggressives Team.
Wir haben vorher über die Guards und über Zygimantas Jonusas gesprochen,
der unberechenbar ist und uns sehr weh getan hat. Ich bin trotz der
Niederlage stolz auf meine Mannschaft, die sich nie hängen lässt. Wir haben
gekämpft und alles gegeben. Wenn du unten steht, kannst du nur kämpfen oder
aufgeben. Wir geben nicht auf. Unsere jungen Spieler arbeiten jeden Tag
hart daran, um zu gewinnen."

Phoenix Hagen: Jonusas (26/6), Carter (17/1, 8 Ass.), Hasquet (12), Brooks
(8/1), Blackwood (6/2), Kruel (6), Constantine (6), Seward (2), Rockmann,
Spohr.

BG Göttingen: Evans (22, 10 Reb.), Sykes (22, 10 Reb.), Bauscher (15/2),
Horne (10), Weber (5), Bailey (3/1), Mafra, Noch.

Zuschauer: 3.209 (ausverkauft)

Stationen: 10:7 (5.), 26:17 (10.), 33:32 (15.), 44:44 (20.), 54:56 (25.),
70:62 (30.), 76:66 (35.), 83:77 (40.).


Pressemitteilung: Phoenix Hagen



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