Phoenix Hagen
Milde Gaben oder Schrottwichteln: Hagens Weihnachtsspiel steigt in Ludwigsburg
TheBloob am 20.12.2011 um 11:38
Der Spielplan der Beko BBL kennt nur wenig Erbarmen. Drei Partien stehen
zwischen dem 22. Dezember und dem 2. Januar an. Erster Konkurrent für
Phoenix Hagen ist die EnBW Ludwigsburg. Sprungball in der Arena Ludwigsburg
ist am Donnerstag um 20 Uhr.
Glücklich ist der Saison für die ambitionierten Baden-Württemberger bisher
nicht verlaufen. Acht der zwölf Spiele gingen verloren. In eigener Halle
gab es zuletzt drei Herzschlag-Pleiten (69:70 gegen Braunschweig, 76:77
gegen Ulm, 83:84 gegen Bonn). Zu allem Überfluss kündigte jetzt auch noch
Hauptsponsor EnBW nach zehn Jahren sein Ausscheiden zum Saisonende an.
Trainer Markus Jochum: „Wir haben nicht viel Zeit, das alles zu
verarbeiten.“ Das nächste Spiel gegen Hagen wartet nämlich schon, und
dessen Bedeutung ist groß: Beide Mannschaft liegen auf Augenhöhe.
Der Schlüssel zum Erfolg ist für Ludwigsburg die Defensive. Bei den vier
Siegen ließen sie nur knapp 67 Punkte im Durchschnitt zu. Mit Donatas
Zavackas (13,3 Punkte, 5,3 Rebounds) und John Bowler (11,2 Punkte, 5,3
Rebounds) stehen zwei starke Innenspieler zur Verfügung, die Unterstützung
von ihrem Centerkollegen Kurt Looby erhalten. Zu den Leistungsträgern
gehören weiterhin A2-Nationalspieler Johannes Lischka (10,5 Punkte) und
Alex Harris (10,6 Punkte).
Zwei Personalien auf den kleinen Positionen sind für Phoenix besonders
interessant. Da wäre zunächst einmal Aufbauspieler Jerry Green. Der
US-Guard verpasste die letzten drei Spiele mit einer
Sprunggelenksverletzung, saß gegen Bonn aber schon wieder auf der Bank und
nahm zumindest am Aufwärmprogramm teil. Und dann ist da natürlich noch „Mr.
Fantastic“ Mark Dorris. Der Ex-Hagener kommt bisher auf 9,4 Punkte und 3,2
Assists. Er sieht die Situation in seinem neuen Team gespalten: „Wir haben
großes Talent. Aber dies als Mannschaft zu nutzen, ist der schwerste und
wichtigste Teil. Daran müssen wir arbeiten. Ich habe bisher nicht so gut
gespielt. Aber ich weiß, dass meine harte Arbeit sich noch auszahlen wird.“
Gemischt sind die Gefühle auch vor dem Wiedersehen mit seinen Ex-Kollegen:
„Es wird merkwürdig sein, gegen Jungs wie Zygimantas Jonusas, Bernd Kruel
oder Edward Seward zu spielen.“
„Durchatmen“ ist derweil bei Phoenix Hagen angesagt. Der 73:70-Erfolg gegen
Würzburg am Sonntag war gleichermaßen überraschend wie überlebenswichtig.
Als Hypothek bleibt allerdings der vorletzte Tabellenplatz. Gesucht wird
weiterhin ein Aufbauspieler, außerdem verpasste Brandon Brooks aufgrund von
Problemen mit der Achillessehne das Spiel gegen Würzburg. Dafür gab Edward
Seward ein verheißungsvolles Comeback.
Der 14. Tabellenplatz der Ludwigsburger überrascht Phoenix-Coach Ingo
Freyer ziemlich: „Es wundert mich, dass wir auf Augenhöhe sind. Die
Mannschaft ist sehr routiniert, die wenigste Erfahrung hat noch Mark
Dorris. Sie sind gut in die Saison gestartet und hatten zuletzt Probleme.
Woran das liegt, kann ich nicht sagen.“ Für Donnerstag will er daraus nicht
zu viel ableiten: „Wir werden sehen, wie die Reaktion der Ludwigsburger
Mannschaft auf die Situation ausfällt.“
T.J. Carter, Matchwinner gegen Würzburg, hat nach dem vierten Saisonsieg
jedenfalls neuen Mut geschöpft: „Wir haben einen tollen Erfolg gegen eine
gute Würzburger Mannschaft im Rücken und haben jetzt natürlich ein besseres
Gefühl. Wir sind aber lange noch nicht da, wo wir hin wollen. Ludwigsburg
wird ein weiterer Test für uns und ich erwarte, dass wir dort schnell und
mit viel Energie spielen - und vor allem qualitativ hochwertigen Basketball
bieten, der in der Defensive beginnt.“
Pressemitteilung: Phoenix Hagen
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