Phoenix Hagen

Carter-Dreier bringt den Sieg: Verlieren war keine Alternative

TheBloob am 18.12.2011 um 22:16

Es war fast ein wenig trostlos vor Spielbeginn in der ENERVIE Arena.
Besonders mutig waren sie angesichts der prekären Ausgangslage alle nicht
im Lager von Phoenix Hagen. Wenige Stunden später war das Weihnachtsfest
gerettet: Die Feuervögel hatten die s.Oliver Baskets Würzburg mit 73:70
(36:31) niedergekämpft!

Mit fünf Niederlagen im Gepäck, auf den vorletzten Tabellenplatz
abgerutscht und mit erheblichen Personalsorgen belastet – das waren keine
guten Voraussetzungen für das Duell mit dem starken Aufsteiger aus
Würzburg. Ein Ersatz für Aufbauspieler Jason Crowe ist noch nicht gefunden.
Kurz vor dem Spiel meldete sich dann auch noch Brandon Brooks mit
Achillessehnenproblemen ab. „Als diese Nachricht kam, habe ich mir ehrlich
gesagt nur wenig Chancen ausgerechnet“, gab Phoenix-Geschäftsführer Oliver
Herkelmann zu.

Und so ging es wohl auch einem Großteil der 2.952 Zuschauer. Immerhin gab
es eine positive Nachricht: Edward Seward konnte nach seiner Handverletzung
erstmals wieder auflaufen. „Er hat zwar kaum trainiert, aber bei unserer
Personalsituation war sein Einsatz wichtig“, sagte Phoenix-Coach Ingo
Freyer. Doch ein Guard ist Eddie bestimmt nicht. Und genau auf diese
Positionen ist das Würzburger Spiel nun einmal ausgerichtet.

Die Baskets pressten von der ersten Sekunde an über das ganze Feld. Doch
darauf waren die Hagener bestens vorbereitet. Sie leisteten sich nur wenige
Ballverluste und durchbrachen die Würzburger Presse auch darum mit Erfolg,
weil die Forwards Zygimantas Jonusas und Jordan Hasquet den Ball immer
wieder energisch nach vorne trieben. Und Ingo Freyer hatte seinem Team mehr
Ruhe als gewöhnlich verordnet. Die Feuervögel spielten die Uhr relativ
geduldig herunter. Das klappte gut. Nach einem engen ersten Viertel setzten
sich die Gäste durch John Little dennoch erstmals ein wenig ab (26:20,
15.).

Aber Phoenix Hagen hatte zwei Dinge zu bieten: eine prima Verteidigung und
ganz, ganz viel Herz. Das spürten auch die Fans, die ihrem angeschlagenen
Team bedingungslos den Rücken stärkten. Zygimantas Jonusas punktete „from
coast to coast“ zum 27:28 und T.J. Carter dunkte nach einem Ballgewinn von
Tristan Blackwood zum 36:31-Pausenstand. Prasselnder Applaus begleitete die
Hagener in die Halbzeit.

Wiederum war es Jonusas, der dem Spiel zu Beginn der zweiten Hälfte seinen
Stempel aufdrückte. Er traf per Dreier zum 41:31 (22.), kassierte aber
wenig später sein viertes Foul. Die Personaldecke wurde langsam dünn, denn
auch Bernd Kruel musste sein viertes Foul hinnehmen. Ein Dreier von T.J.
Carter rettete Phoenix Hagen eine 54:51-Führung nach 30 Minuten. Tristan
Blackwood beendete einen Schnellangriff mit zwei weiteren Punkten zum
62:55. Ein erneuter Dreier von Carter brachte das 69:60 (39.). Die Fans
bereiteten bereits die Feierlichkeiten vor, als die Würzburger Presse
zweimal erfolgreich war. Ricky Harris traf aus der Distanz zum 69:66.

Der Sieg geriet jetzt in ernsthafte Gefahr. Jonusas und Kruel mussten mit
fünf Fouls vom Feld. Chris Kramer glich 20 Sekunden vor dem Ende von der
Freiwurflinie zum 70:70 aus. Aber eine Niederlage war an diesem Tag einfach
keine Option. Drei Sekunden vor dem Ende verwandelte T.J. Carter seinen
nächsten Dreier zum 73:70. Auszeit Würzburg! Harris versuchte es noch
einmal mit einer Antwort, doch sein Dreipunktewurf war zu kurz. Phoenix
Hagen landete einen echten „Big Point“ und feierte mit seinen Fans den
überraschenden Coup.

Trainerstimmen:

Ingo Freyer: "Wir haben sowieso personelle Probleme, weil uns ein
Aufbauspieler fehlt. Als dann zwei Stunden vor dem Spiel noch Brandon
Brooks ausgefallen ist, sah es richtig schlecht aus. Wir standen mit dem
Rücken zur Wand. Die Mannschaft hat aber super auf diese Situation
reagiert. Vielleicht haben wir diese schwere Ausgangslage sogar gebraucht.
Man hat heute gesehen, wie gut wir verteidigen können. Ich denke, unsere
Team-Defense war entscheidend. Wir hatten am Ende natürlich auch das nötige
Glück bei Carters Dreier. Ich bin sehr froh, dass wir gewonnen haben."

John Patrick: "Glückwunsch an Hagen. Es war ein sehr spannendes Spiel. Wir
haben die Partie in der ersten Hälfte und zu Beginn der zweiten Halbzeit
verloren. Am Ende war es dann sehr dramatisch. Wir hatten heute nicht die
Energie, die Hagen ins Spiel eingebracht hat. Die Offensivrebounds von
Phoenix haben uns Probleme gemacht, ebenso die Qualität von Jonusas und
Carter. Wir haben insgesamt nicht genug Hagener Ballverluste erzwungen."

Phoenix Hagen: Jonusas (20/3), Carter (19/4), Blackwood (11/3), Hasquet
(9/1), Seward (6), Kruel (5), Spohr (2), Rockmann (1), Constantine.

s.Oliver Baskets: Kramer (16), Harris (13/4), Little (13/2), Frazier (9/1),
King (5/1), Jaconson (4), Boone (4), Clay (3), Elliott (3), Tomaszek.

Zuschauer: 2.952

Stationen: 9:5 (5.), 14:16 (10.), 20:26 (15.), 36:31 (20.), 43:38 (25.),
54:51 (30.), 60:54 (35.), 73:70 (40.).


Pressemitteilung: Phoenix Hagen



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