Phoenix Hagen
Phoenix mit starkem Comeback: ALBA verglüht im Hexenkessel
Master_of_Desaster am 16.10.2011 um 22:48
Dank einer fantastischen Mannschaftsleistung ist Phoenix Hagen die
Sensation geglückt: In der Beko Basketball Bundesliga besiegten die
Feuervögel den deutschen Vizemeister ALBA BERLIN mit 98:91 (81:81, 45:43)
nach Verlängerung. 3.004 Zuschauer machten die ENERVIE Arena mit
zunehmender Spielzeit zu einem echten Hexenkessel.
Es war am Ende auch ein Sieg des unbändigen Willens. Als Marko Simonovic
einen Dreipunktewurf zum 68:54 für die Gäste verwandelte, schien es neun
Minuten vor dem Ende nur noch eine Frage der Höhe des Sieges von ALBA
BERLIN zu sein. Doch aufzugeben war keine Option für die Feuervögel. Nicht
an diesem Abend. Bryce Taylor musste nach einem Technischen Foul vom Feld
(32.). Zygimantas Jonusas, Tristan Blackwood und der blendend aufgelegte
T.J. Carter schenkten den Albatrossen drei Dreier ein – und plötzlich stand
es nur noch 68:73 (34.).
Das Publikum tat sein Übriges dazu, um einmal mehr zu belegen: Die ENERVIE
Arena ist mitunter ein undankbares Pflaster für die Gegner. Unter dem
ohrenbetäubenden Lärm der Hagener Anhänger glich Jason Crowe per Dreier zum
75:75 aus (37.). Eddie Seward sorgte wenig später für die 79:77-Führung.
Fast wäre die Überraschung schon in der regulären Spielzeit perfekt
gewesen. Fünf verbleibende Sekunden zeigte die Uhr, als Carter den zum Korb
stürmenden DaShaun Wood beim Stande von 81:79 mit einem brachialen Block
abräumte. Aus dem Baseline-Einwurf heraus verschafften die Berliner jedoch
ihrem Besten die Wurfposition zum Ausgleich: Kyle Weaver rettete sein Team
mit einem Sprungwurf in die Verlängerung.
Ein Schock war das mitnichten für die Mannschaft von Ingo Freyer. Alle in
der Halle hatten das Gefühl: Die Hagener haben die Verlängerung erreicht,
nicht die Berliner. Und dieses oft zitierte Momentum trug die Gastgeber
durch die Overtime. Während T.J. Carter mit seinen Halbdistanzwürfen mehr
und mehr zum ALBA-Albtraum wurde, hielt auf der Gegenseite Heiko
Schaffartzik die Partie mit zwei Distanzwürfen zum 89:87 und zum 93:90
offen. Doch Phoenix blieb bemerkenswert kämpferisch und cool. Jason Crowes
Freiwürfe zum 97:90 sicherten den Sieg endgültig.
Neben einer über die gesamte Spielzeit homogenen und konzentrierten
Teamleistung war es der fulminante Endspurt in aufgeladener Atmosphäre, der
die Entscheidung brachte. Phoenix gewann die letzten 14 Minuten mit 44:23
und sorgte so für sonntägliche Euphorie im Hagener Fan-Lager. Die Humba
gehört inzwischen zum guten Ton, bevor ein freudentrunkenes „Zieht den
Bayern die Lederhosen aus...“ als Hinweis auf die nächste Partie durch die
ENERVIE Arena donnerte. Man muss die Feste eben feiern, wie sie fallen.
Auch, wenn der Weg nach München vielleicht schon am nächsten Morgen wieder
ein ganzes Stück weiter erscheint...
Trainerstimmen:
Ingo Freyer: "Das war eine sehr, sehr starke Leistung von uns. Nicht, weil
wir gegen ALBA BERLIN gespielt haben, sondern weil wir über 45 Minuten
konzentriert waren. Wir hatten mehr Würfe als Berlin und haben den Rebound
gewonnen. Außerdem hatten wir sehr wenige Ballverluste. Das war eine starke
Teamleistung, da kann man keinen einzelnen Spieler hervorheben. Auch
Dominik Spohr und Max Rockmann haben uns sehr geholfen. Die Center haben
prima gearbeitet, Eddie Seward hatte am Ende wichtige Offensivrebounds. Was
soll ich noch sagen: Wir haben gewonnen!"
Gordon Herbert: "Glückwunsch an Hagen. Sie haben sehr engagiert und
motiviert gespielt. Die Atmosphäre in der Halle war großartig. Im dritten
Viertel haben die Hagener einige sehr wichtige Dreier getroffen und sind so
zurück gekommen. Das alles ist sehr enttäuschend für uns, aber das soll die
Leistung der Hagener nicht schmälern."
Phoenix Hagen: Carter (33/2, 7 Reb.), Brooks (20/1, 8 Reb.), Jonusas
(15/3), Seward (8, 9 Reb.), Kruel (8), Blackwood (6/2), Crowe (5/1),
Hasquet (3), Spohr, Rockmann.
ALBA BERLIN: Weaver (22), Wood (14/1, 9 Ass.), Francis (13, 9 Reb.), Allen
(13), Taylor (9), Schaffartzik (9/3), Simonovic (7/1), Schultze (2), Idbihi
(2), Staiger.
Stationen: 13:16 (5.), 23:24 (10.), 35:30 (15.), 45:43 (20.), 51:55 (25.),
54:63 (30.), 70:75 (35.), 81:81 (40.), 98:91 (45.).
Zuschauer: 3.004
Pressemitteilung: Phoenix Hagen
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