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Felix Schreier beerbt Torsten Loibl

TheBloob am 25.07.2011 um 17:01

Die BV Chemnitz 99 und ihr Cheftrainer Torsten Loibl gehen ab sofort getrennte Wege. Der 39-Jährige Erfolgscoach macht von einer Ausstiegsklausel in seinem Vertrag Gebrauch und wird die NINERS nicht, wie ursprünglich angedacht, in der neuen Basketballsaison betreuen. Seine Nachfolge an der Seitenlinie tritt der bisherige Assistenztrainer Felix Schreier an. Der 22-Jährige fand bereits 1998 den Weg zum Basketball und durchlief ab 2001 sämtliche Jugendteams der BV-Korbjäger. Seit 2007 ist Schreier zudem als Coach tätig und war dabei unter anderem in den Trainerstab der zweiten und dritten Männermannschaft sowie des Chemnitzer JBBL-Teams integriert. „Ich weiß, dass ich vor einer sehr großen Herausforderung stehe, sich mir aber auch gleichzeitig eine einmalige Chance bietet. Diese will ich mit hochkonzentrierter Arbeit nutzen und bedanke mich vorab für das Vertrauen der Vereinsführung in meine Person.“

Die Nachricht des überraschenden Trainerwechsels versetzte am Montagvormittag zahlreiche Medienvertreter bei der kurzfristig im Cafe Moskau anberaumten Pressekonferenz ins Staunen. „Der Zeitpunkt ist alles andere als günstig und wir bedauern Torstens Entscheidung sehr“, bezog BV-Präsident Detlef Müller Stellung. „Dennoch müssen wir jetzt nach vorn schauen. Mit Felix Schreier schenken wir einem jungen Coach das Vertrauen, der in unserem Verein groß geworden ist und über die Trainer-B-Lizenz verfügt. Darüber hinaus kennt Felix die Mannschaft, welche er über den Sommer gemeinsam mit Torsten Loibl zusammengestellt hat“, hofft der Chemnitzer Stadtratsabgeordnete auf einen möglichst reibungslosen Übergang. Zudem sucht die BVC nach einem neuen Co-Trainer und auch die erfahrenen Spieler, allen voran natürlich Teamkapitän Gary Johnson, sollen und müssen in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen.

Nichtsdestotrotz hinterlässt Torsten Loibl bei den NINERS eine sehr große Lücke. „Dessen bin ich mir bewusst. Gleichzeitig hoffe ich sehr, dass Felix Schreier als neuer Headcoach Erfolg haben wird. Er ist sehr talentiert und wäre auch nicht der erste junge deutsche Trainer, der den Sprung schafft“, gab Loibl während der Pressekonferenz zu Protokoll. Über die Gründe für seinen Rücktritt fand der 39-Jährige ebenso klare Worte: „Es ist uns trotz großem sportlichen Erfolg nicht gelungen, den Etat zu steigern. Unter dem Strich bleibt für das Team sogar weniger Geld als in der letzten Saison. Vielleicht habe ich mir das auch zu einfach vorgestellt und scheitere hier an meinen eigenen Ambitionen.“ Seine weitere Zukunft lässt Loibl momentan noch offen: „Ich bleibe zunächst in Chemnitz wohnen und werde Felix Schreier zu Beginn der Vorbereitung auf jeden Fall unterstützen. Außerdem möchte ich dem Verein mit meinem Netzwerk weiterhin helfen. Alles andere steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.“

Letztlich war gerade die finanzielle Situation der BV Chemnitz 99 offenbar der Hauptgrund für den bedauernswerten Abgang des ambitionierten Cheftrainers Torsten Loibl. Deshalb brachte Detlef Müller diesbezüglich noch einmal klar zum Ausdruck: „Der Etat für den Gesamtverein konnte um 10 Prozent erhöht werden und liegt jetzt bei 450.000 Euro. Allerdings sind erneut die Kosten für Schiedsrichter- sowie Ligagebühren und die Berufsgenossenschaft im fünfstelligen Bereich gestiegen. Zudem mussten wir Mindereinnahmen aus den Vorjahren decken. So bleiben am Ende für die erste Mannschaft, also die NINERS, eben 'nur' rund 300.000 Euro übrig. Natürlich hätten wir alle gern ein größeres Budget zur Verfügung und haben in den letzten Monaten viele Gespräche mit Sponsoren geführt. Aber der sportliche Erfolg der vergangenen Saison hat sich einfach nicht in dem Maße niedergeschlagen, wie es notwendig gewesen wäre.“

Angesichts der sensationellen Spielzeit 2010/11 und des überragenden dritten Platzes ist die momentane Entwicklung bei den NINERS fast schon als tragisch zu bezeichnen. Doch an dieser Stelle sind einfach auch die Chemnitzer Wirtschaft und Politik gefragt. Wenn man Basketball auf dem jetzigen Niveau in der Stadt erhalten will, dann geht dies eben nicht nur mit Schulterklopfen und Lippenbekenntnissen. Es braucht vor allem aktive, zählbare Unterstützung. Unterstützung, um dem jungen Cheftrainer Felix Schreier eine realistische Chance auf erfolgreiche Arbeit zu ermöglichen. Unterstützung, um auch einmal Verletzungen oder Formschwächen einzelner Spieler kompensieren zu können. Unterstützung, um die BV Chemnitz 99 auf struktureller Ebene weiterzuentwickeln. Und zu guter Letzt Unterstützung, damit Torsten Loibls Abgang nicht der Anfang vom Ende sondern der Startschuss in eine neue Ära wird.


Pressemitteilung: BV Chemnitz



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