Mitteldeutscher BC
MBC mit 80:81-Overtime-Niederlage gegen Düsseldorf
DragonLi am 19.03.2011 um 12:03
Der Mitteldeutsche Basketball Club musste sich am Freitagabend gegen die Gloria GIANTS Düsseldorf in der Verlängerung geschlagen geben. Vor 2200 Zuschauern zeigten die Wölfe Nerven und verpassten am Ende mit 80:81 (34:27; 73:73) den Sieg. Bester Korbjäger war Radenko Pilcevic mit 16 Punkten, gefolgt von Wayne Bernard mit 15 Zählern.
Es war keine ansehnliche Partie zwischen dem MBC und den Düsseldorfern und nach dem Spielende herrschte eine bedrückende Stille in der Stadthalle Weißenfels. Den Ausgang des Spiels konnte keiner so richtig glauben, schon gar nicht angesichts des vorangegangenen letzten Spielabschnittes samt Verlängerung. Schon vor der Begegnung lastete auf beiden Mannschaften ein hoher Druck, verbissen kämpften die Teams bis zur letzten Sekunde. Die Schlussminuten der regulären Spielzeit und der ersten Verlängerung waren besonders Spannungsgeladen und emotional. Schon der Spielbeginn war auf Augenhöhe, eröffnet wurde das Spiel durch einen Korbleger von Guido Grünheid. Zwei Minuten später kamen die Gäste erst zum Zug. Nach einem Dreier von Wayne Bernard konnten die Saalestädter kurzzeitig verschnaufen, doch schnell hatten die GIANTS den MBC wieder eingeholt. Ronald Ross brachte die Hausherren mit zwei Freiwürfen zum Ende des ersten Viertels zum 15:14 in Front. Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts zogen die Wölfe mit je einem Distanztreffer von Radenko Pilcevic und Rastko Dramicanin zum 21:14 vorbei. Die Düsseldorfer blieben verbissen dran und kamen Mitte des Viertels wieder in Schlagdistanz. Wenig später bescherte ein Korberfolg von Johnnie Gilbert den Gastgebern beim 33:22 ein Polster von mehr als zehn Punkten. Bei noch 48 Sekunden auf der Uhr ging reger Beifall durch die Stadthalle, denn da wurde Nachwuchsspieler Christian von Fintel eingewechselt. Mit 34:27 ging es in die Halbzeitpause.
Zurück auf dem Parkett startete Dorian McDaniel für die Gäste in die zweite Spielhälfte, bevor Guido Grünheid mit einem Dunk nach Alley-Oop-Pass von Ronald Ross den Wolfsbau verteidigte. Nach weiteren Punkten vom MBC zogen die Düsseldorfer eine Auszeit. Diese schien zu wirken, denn fortan kamen die GIANTS kontinuierlich ran. Besonders den starken Patrick Pope konnten die Mitteldeutschen kaum stoppen. Hinzu kamen dumme Ballverluste, die den Wölfen das Leben schwer machten. Ein Dreier von Davon Roberts brachte den Wölfen kurzzeitig Sicherheit, doch ein Unsportliches Foul von Velimir Radinovic unterbrach den aufkommenden Spielfluss. Düsseldorfs überragender Spieler Patrick Pope musste kurz vor Viertelende verletzt vom Parkett, mit 48:52 ging es für die Wölfe in den vermeintlichen Schlussabschnitt.
Über das gesamte Viertel blieben beide Mannschaften auf Augenhöhe. Zwar konnten die Rheinstädter zur Viertelmitte hin etwas davonziehen, doch Ronald Ross traf aus der Nahdistanz zum 58:59-Anschluss. Die 40. Spielminute hatte es dann in sich. Nach einem Ballgewinn erzielte Pope den 68:68-Ausgleich, in der Folge gingen die Düsseldorfer mit vier Zählern in Führung. Ronald Ross brachte den MBC wieder ran, aber nach einem Bonuswurf von Steven Wright waren die Gäste immer noch mit zwei Punkten vorn. Wayne Bernard glich aber gleich danach durch zwei Freiwürfe wieder aus und so ging es beim 73:73 in die Verlängerung.
Dort erwischten die Giganten den besseren Start und legten einen 6:0-Lauf hin. Dieser wurde erst nach gut drei Minuten von Guido Grünheid per Korbleger beendet, ein Dreier von Pilcevic ließ die Wölfe wieder zum 78:79 aufschließen. Nach dem fünften Foul von Laimonas Kisielius traf der Serbe Pilcevic zwei Bonuswürfe zum 80:80-Ausgleich. Ein Foul von Ross schickte Steven Wright für Düsseldorf noch einmal an die Linie, er traf nur einen der beiden Freiwürfe. Bei noch drei Sekunden auf der Uhr konnte Ronald Ross den letzten Angriff jedoch nicht erfolgreich zum Abschluss bringen. Die Wölfe haben am Ende die Nerven verloren und insgesamt 20 Ballverluste taten ihr Übriges. Dennoch haben die Mitteldeutschen noch zwei Siege Vorsprung vor dem BBC Bayreuth. Am Sonntag folgt für die Wölfe das schwere Auswärtsspiel gegen den Meister Brose Baskets Bamberg.
Anton Mirolybov nach dem Spiel: „Es gibt in einem Spiel immer diverse Momentums, die heute immer hoch und runter gingen, weil die Führungen ständig wechselten. Das letzte Momentum blieb leider bei Düsseldorf. Es war extrem hart, dieses Spiel zu verlieren. Ab dem dritten Viertel haben wir uns zu viele Ballverluste geleistet, weil Düsseldorf die Defense umgestellt hat. Ich bin sehr enttäuscht über die Situation, aber es gibt immer noch sieben weitere Spiele. Trotz der Geschehnisse in der Woche hatten wir eine gute Trainingswoche und ich bin dennoch stolz auf mein Team, dass es niemals aufgegeben hat.“
MBC: Dramicanin (7), Gilbert (8), Pilcevic (16), Leutloff (4), Ross (13), Grünheid (7), Bernard (15), Roberts (6), Radinovic (4 Pkt., 14 Reb), Münsinger, von Fintel.
Gloria GIANTS Düsseldorf: Kisielius (15), McDaniel (4), Wright (9), Petric (2), Buck (9), Pope (17), Haynes (6), Watt (7), Rizvic (12), Wischnewski.
Wölfe Sonntag zu Gast beim Meister Brose Baskets
Der zweite Teil des anstrengenden Doppelspielwochenendes findet für den Mitteldeutschen BC am Sonntag in der Stechert-Arena Bamberg statt. Dann laufen die Wölfe zur schweren Begegnungen mit dem amtierenden Meister Brose Baskets auf. Das Hinspiel verlief mit 55:78 recht deutlich. Spielbeginn erfolgt am Sonntagabend um 17 Uhr.
Nach dem Spiel gegen den Tabellenletzten müssen die Wölfe am Sonntag gegen den Ligaprimus aus Bamberg antreten. Der amtierende Meister spielt eine überragende Saison. Erst zwei Niederlagen mussten die Oberfranken einstecken. Am Ende der Hinrunde verloren sie überraschend gegen Düsseldorf und Anfang März strauchelte das Fleming-Team bei Eurofighter Göttingen. Doch diese beiden Niederlagen können dem unangefochtenen Platz an der Tabellenspitze bisher nichts anhaben. Zuletzt lief der amtierende Meister vor knapp zwei Wochen gegen Tübingen auf und schoss die Tigers mit 113:73 aus der Stechert Arena. Fünfmal haben die Bamberger in dieser Saison schon die 100-Punkte-Marke geknackt. Im Hinspiel erwartete den MBC das erste Sport-1-TV-Spiel der Saison, zu dessen Anlass Sponsor Obst.de erstmalig die Trikotfläche der Wölfe belegte und kostenlose T-Shirts an die Fans verteilte. Der Premium-Versandhandel für frisches, exklusives Obst hat Ende der abgelaufenen Woche das Engagement beim MBC erweitert und ziert bis Saisonende das MBC-Trikot. Im Spiel hatten die Wölfe jedoch kaum Chancen gegen den Tabellenersten und mussten sich mit 55:78 deutlich geschlagen geben.
Bamberg verfügt über ein sehr konstantes und ausgeglichenes Team. Insgesamt sechs Spieler scoren regelmäßig zweistellig und NBA-Draft Tibor Pleiß liegt mit seinen 9,2 Punkten pro Partie nur knapp darunter. Mit 30 Minuten erhält Casey Jacobsen die meiste Einsatzzeit des Teams und setzt diese in 12,4 Zähler, 3,5 Rebounds und 3,2 Assists um. Mit einer 46,5 prozentigen Dreierquote ist er nicht nur Topscorer, sondern auch treffsicherster Schütze aus der Distanz. Der Shooting Guard verfügt über jede Menge NBA-Erfahrung, ging für die Phoenix Suns, New Orleans Hornets und die Memphis Grizzlies auf Korbjagd. Der bisherige Langzeit-Topscorer Predrag Suput belegt nun mit 11,4 Punkten im Schnitt Rang zwei in der Team-Bestenliste. Vier weitere Akteure folgen einander dicht auf den Fersen. Das sind Power Forward Kyle Hines (10,3 PPG), Aufbauspieler Brian Roberts (10,2), Small Forward Reyshawn Terry und Point Guard Anton Gavel mit je 10,0 Zählern. Headcoach Chris Fleming gibt außerdem den drei deutschen Nachwuchstalenten Karsten Tadda, Erik Land und Philipp Neumann eine Chance und die Youngsters erhalten so die Möglichkeit, sich persönlich auf hohem Niveau zu entwickeln.
Interimstrainer Anton Mirolybov blickt wie folgt auf das Spiel: „Wir mussten Freitag eine harte Niederlage einstecken, aber es gilt nun, auf das nächste Spiel zu schauen. Das Team hat gegen Düsseldorf gezeigt, dass es niemals aufgibt und die gleiche Einstellung erwarte ich Morgen. Wir werden bis zum Ende kämpfen. Bamberg ist die beste Mannschaft der Liga und es wird eine große Aufgabe für uns. Sie spielen sehr geschlossen als Team zusammen. Wir müssen unser eigenes Spiel fokussieren und wollen auch auf die Details achten. Defensiv müssen wir aggressiv auftreten.“
Pressemitteilung:MBC
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