Telekom Baskets Bonn

Feature: „Es besteht eine ganz enge Verbindung"

Pucki am 28.12.2010 um 10:09

In ihrem nunmehr 15. Jahr spielen die Telekom Baskets Bonn in Deutschlands basketballerischen Beletage. Wenn am kommenden Mittwoch (29. Dezember, 20:00 Uhr) die DEUTSCHE BANK SKYLINERS im Telekom Dome auflaufen, ist bei den Hessen ein Mann dabei, der in Bonn Geschichte geschrieben hat. Der 1996 den Aufstieg mit realisiert hat. Der ein Jahr später sensationell ins Finale gegen den späteren Meister ALBA Berlin einzog. Wenn Klaus Perwas in seiner heutigen Funktion als Frankfurter Assistenz-Trainer auf den Hardtberg kommt, dann wird unwillkürlich das Rad der Zeit für ein paar wunderschöne Momente zurückgedreht

Alles begann damit, dass im Sommer 1995 das Perwas'sche Telefon nicht still zu stehen schien. Der Störendried hörte auf den Namen Bruno Soce und wollte diesen damals 24-jährigen Kerl, diesen abgebrühten, eiskalten und scheinbar ohne Emotionen berechnenden Aufbau in seinem Team haben. Doch der heftigst vom Bonner Trainer Rekrutierte hatte zunächst andere Pläne. „Nachdem ich von Bramsche aus nach Ulm gegangen war, wollte ich auf gar keinen Fall zurück in die zweite Liga", erinnert sich Perwas. „Das kam für mich überhaupt nicht in Frage. Zwar hatte ich mich nach Saisonende von Ulm getrennt, war aber der Überzeugung, dass ich bei einem anderen Verein unterkommen würde." Doch die Anrufe aus dem Oberhaus bleiben aus, nur Soce wählt sich weiterhin die Finger wund, um den Nationalspieler an den Rhein zu lotsen. „Ich weiß wirklich nicht mehr wie oft er angerufen hat", so Perwas weiter. „Schlussendlich habe ich doch unterschrieben, hatte mir aber vorgenommen, nur ein Jahr zu bleiben." Der mittlerweile 39-Jährige lacht bei seinen Erzählungen, denn die glühenden Drähte zwischen ihm und Coach Soce waren der Anfang einer dreijährigen Traumreise, der die Telekom Baskets mit einem Schlag auf der deutschen Basketball-Landkarte etablierte.

Bonn beginnt die Saison 1995/96 mit dem klar formulierten Ziel, sich für die Relegation zu qualifizieren und den Sprung in die erste Liga zu schaffen. „Der Kader war mit beispielsweise Eric Taylor, den Rohdewald-Brüdern oder Arvid Kramer wirklich ausgesprochen gut besetzt", rekapituliert Perwas. „Uns war von Anfang an klar, dass wir gute Chancen auf den Aufstieg haben würden, eine entsprechende Tendenz war früh in der Saison spürbar. Aber dass es ein Durchmarsch durch die reguläre Spielzeit werden würde, damit hatten wir nicht gerechnet." Ohne eine einzige Niederlage beenden die Baskets die Hauptrunde der 2. Liga Nord, steigen dann in die Relegation ein, wo sie sich in zehn Spielen gegen die besten Zweitligisten und zwei Erstligisten lediglich einen Patzer leisten (auswärts in Lichterfelde). Am Ziel ihrer damaligen Träume angelangt, nahm der Baskets-Express jedoch erst richtig Fahrt auf.

Mit dem Selbstvertrauen eines Aufsteigers und ohne Furcht geht die Soce-Truppe ihre Debütsaison in der BBL an und stürmt völlig unerwartet bis ins Finale gegen ALBA Berlin vor. „Wir hatten uns gezielt verstärkt und, was aus meiner Sicht einer der Hauptgründe für unseren Erfolg war, haben immer sehr gut trainiert", berichtet der ehemalige Point Guard. „Natürlich braucht es auch ein Quäntchen Glück, als wir in die Playoffs einstiegen hatten wir aber das Momentum auf unserer Seite - das hat uns getragen." Dass die Hauptstädter letztlich die Meisterschaft holen, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Bonn als erster Aufsteiger der Bundesligageschichte gleich bis ins Finale vorgedrungen ist - ein Erfolg, der bis heute einzigartig ist.

Zu dieser Zeit entsteht auch die Legende, dass Perwas, der ohnehin schon als akribischer und unnachlässiger Arbeiter verschrien war, sich bis spät abends in der altehrwürdigen Hardtberghalle aufhielt, um an seinen Fähigkeiten zu feilen. „Es stimmt, ich habe damals den Putzdienst mit kleinen Geschenken bestochen, damit sie mich nicht rauswerfen und ich noch schießen konnte", schmunzelt Perwas. „Sie haben sozusagen um mich herumgeputzt." Ab und zu holt er sich junge Spieler wie Ladislau Kabat ran, die mit ihm Eins-gegen-Eins spielen oder Wurfserien absolvieren. „Es gibt keinen Ersatz für Training. Du musst gewisse Dinge immer und immer wieder durchlaufen, um auf einem bestimmten Level konstant agieren zu können."

Diese Konstanz wird den Baskets in der Saison 1997/98 durch eine ganze Reihe an Verletzungen genommen. „Nach den zwei phantastischen Jahren zuvor haben wir da gemerkt, wie schnell es auch mal nicht rund laufen kann", konstatiert Perwas. „Gegen Ulm war in den Playoffs schlichtweg nichts mehr drin." Der Guard selbst erleidet in dieser Spielzeit einen Außenmeniskus-Riss, der ihn zur verfrühten Beendigung seiner aktiven Karriere zwingt. Für Perwas beginnt bald darauf der Wechsel ins Trainergeschäft, welchem er mit gleicher Intensität nachgeht.

Dabei muss ganz klar zwischen der Arbeit mit Profis und dem Aufbau von Talenten unterschieden werden. „Profi-Basketball ist ein Handwerk, das wird oft vergessen", erinnert er. „Die Profis brauchen nicht viel Individual-Training, unsere jungen Spieler aber versuchen wir so oft es geht gesondert zu fördern." In der vergangenen Saison ging es mit den Skyliners bis ins Finale des Pokalwettbewerbes und der Playoffs, beide Male hatten die Brose Baskets aus Bamberg den etwas längeren Atem. Aktuell scheint Frankfurt wie im Rausch zu spielen und geht am Mittwoch als Favorit ins Duell mit den Baskets. Doch Perwas geht es an diesem Tag nicht nur um Basketball, zumindest nicht nur um das Beko BBL-Spiel. „Ich habe insgesamt 14 Jahre in Bonn, beziehungsweise Rheinbach gewohnt und bin immer noch mit vielen Menschen hier verbunden. Bonn ist für mich wie eine zweite Heimat, es besteht eine ganz enge Verbindung hierher. Vor dem Spiel haben sich viele Leute wieder bei mir gemeldet und ich bin begeistert, nach so langer Zeit nicht ganz in Vergessenheit geraten zu sein."

Das Spiel der Baskets gegen den Tabellenzweiten der Beko BBL beginnt am Mittwoch, 29.12.2010, um 20.00 Uhr im Telekom Dome. Tickets gibt es noch an allen Eventim-Vorverkaufsstellen, im Internet unter http://www.telekom-baskets-bonn.de oder über die Tickethoteline 01805 992219 bzw. 0228 502010 (0,14 €/Min. aus d. dt. Festnetz. Mobil ggf. abweichend!).
Die Tageskasse wird um 18.30 Uhr öffnen.

Pressemitteilung: Telekom Baskets Bonn



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