ProB

Interview mit Ralph Junge - Es hat viele bewegende Momente gegeben

TheBloob am 01.12.2010 um 11:04

Die Ehinger Pro B-Basketballer sind so gut wie nie zuvor in eine Saison gestartet. Das Team von Trainer Ralph Junge ist seit zwei Spieltagen Tabellenführer. Der Coach zieht eine Bilanz, die über die Saison hinausgeht.

Herr Junge, was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie mal die Zeit in Ehingen und Urspring Revue passieren lassen?

RALPH JUNGE: Da fällt mir beispielsweise Sascha Hupmann ein, der ohne zu trainieren bei uns in der 2. Liga mitgespielt hat. Da muss ich an die erste Generation denken, mit der wir groß geworden sind, und an die ersten Jahre, in denen wir mit 0:7 Siegen gestartet sind, ohne gleich in Panik zu geraten; in den Jahren, in denen wir nur die Klasse halten wollten. Anfangs war ein zwölfter Platz schon ein Erfolg. Es gab viele bewegende Momente.

Können Sie ein paar nennen?

JUNGE: Natürlich der Aufstieg 2003, mit einem überragenden Vince Polakovic. Der Fast-Abstieg 2004/05. Auch die Siege gegen die Top-Teams der Liga wie Jena, Bayreuth, Ulm oder Nürnberg. Ich denke, bei einem gemütlichen Bier könnte man einen ganzen Abend mit lustigen, aufregenden und bewegenden Erinnerungen füllen.

Welche Spieler kommen Ihnen da in den Sinn?

JUNGE: Das sind vorneweg Lucca Staiger und Nicolai Simon, aber auch Vince Polakovic, Jeff Gibbs, Anthony Grundy, Fabian Böke, später Christian Standhardinger oder Frank Wiseler.

Kann man die früheren Jahre mit der Gegenwart vergleichen?

JUNGE: Nein, denn die zweigeteilte Liga macht es etwas leichter, wenngleich wir zusammen mit Alba Berlin die jüngste Mannschaft in der Pro B stellen.

Ist die Mischung in Ihrer Mannschaft besser als zuvor?

JUNGE: Wir hatten auch in vergangenen Spielzeiten tolle Teams. Ich denke da vor allem an die Rückrunde 2005/06 mit Simon, Staiger, Czerny, Buljevic, Waleskowski, Lewis, Böke und Horstmann. Diese Saison sind wir unglaublich ausgeglichen mit jungen Leistungsträgern wie Mario Blessing (18 Jahre), Kevin Bright (18), Ruben Spoden (21) und Akeem Vargas (20).

Sie haben doch zum Saisonstart auch einen guten Griff ins Ausland gemacht?

JUNGE: Ja, wir haben bewusst Spieler rekrutiert, die dazu passen. Virgil Matthews und Tim Lang fühlen sich in Ehingen ausgesprochen wohl. Sie denken nicht nur daran, mit aller Gewalt ihre Statistiken zu verbessern. Vielmehr wollen sie gewinnen, Hauptsache die Mannschaft ist erfolgreich.

So gesehen dürfen sich alle Beteiligten auf die Playoffs freuen.

JUNGE: Die Playoffs sind die große Unbekannte. Ich denke, einige Teams werden sich nach Weihnachten noch verändern.

Was heißt das für Ehingen?

JUNGE: Es beginnt wieder alles bei Null, denn die Playoffs sind auch eine Art Überraschungsei, spannend und unberechenbar. Da kann eine hervorragende Saison schnell Makulatur sein, aber das ist das Risiko und die Chance zugleich. Wenn wir Platz eins halten, gehen wir mit Heimvorteil in die Playoffs, das ist unser ehrgeiziges Ziel.

Ist der Aufstieg in die Pro A ein Thema?

JUNGE: Ich hätte keine Bedenken, in der Pro A zu spielen. Es ist zwar kein Muss, aber es ist ein schönes sportliches Ziel, sich dahin zu entwickeln. Zudem wäre es eine Herausforderung, auch das Umfeld und die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.

Ist Ihr Kader denn ausreichend besetzt?

JUNGE: Wenn alle da sind, sind wir fast zu tief besetzt . . .

Entsteht da großer Konkurrenzkampf um Einsatzzeiten?

JUNGE: Es geht nicht immer darum, wieviel man spielt, sondern eher, was man aus der Spielzeit macht. Über eine Saison erhält jeder seine Chancen, wir haben genügend Spiele, in denen beispielsweise Vargas, Spoden oder einige NBBL-Spieler fehlen, das gleicht sich dann aus. Ich denke, jeder im Team hat dies verstanden. Ich muss den Spielern Respekt zollen, dass sie so gut damit umgehen und einen weiteren Schritt Richtung Professionalität machen.

Welches sportliche Bonbon wartet in diesem Winter auf die jungen Burschen?

JUNGE: Nach dem Spiel in Leitershofen fliegen wir nach Fort Myers/Florida, wo wir am City Of Palmy Classic, dem besten Highschool-Turnier der USA, teilnehmen, und nach Weihnachten geht es bereits zum sechsten Mal nach Tennessee zum Arbys Classic.

Was macht dann der Rest der Mannschaft und die Profis?

JUNGE: Sie trainieren alle hier, offiziell beginnt das Training wieder am 28. Dezember.

Wer kommt für die Kosten auf?

JUNGE: Das wird über die Eltern, die Schule und die Ausrichter finanziert. Wir genießen inzwischen einen so guten Ruf, dass wir zu den Turnieren eingeladen werden. Der Etat der 2. Liga oder die Urspringschule wird dadurch nicht belastet.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten zu Weihnachten . . .

JUNGE: Ein paar Tage Skifahren.

Herr Junge, Ihre Arbeit schlägt sich nicht nur im Training mit den Spielern nieder. Immer mehr geht es in Urspring auch um die Ausbildung neuer Trainer. Ist Felix Czerny schon auf dem Sprung zu einer neuen Herausforderung?

JUNGE: Felix wird irgendwann einmal als Co-Trainer in der Bundesliga, im europäischen Ausland oder in USA landen.

Sie suchen dann wieder einen Nachfolger?

JUNGE: Wir bieten jungen Trainern in Urspring eine Aufstiegschance. Das ist die zweite Stufe, die jetzt auch Michael Spöcker als Athletiktrainer eingeschlagen hat. Wie ihn gibt es einige Ehemalige, die gerne nach Urspring zurückkommen und die Tradition fortführen wollen. Und wir wissen, welche Qualität wir bekommen.

Stehen Sie mit den Ehemaligen in Verbindung?

JUNGE: Wir halten ständig Kontakt, auch wenn sie nicht mehr Basketball spielen.

Welche Bedeutung hat Basketball für die Urspringer?

JUNGE: Das ist nur ein kleiner Abschnitt und Lebensmittelpunkt für eine gewisse Zeit. Aber alle haben nicht nur das Abitur gemacht. Alle verbindet auch eine fantastische Zeit in Urspring mit tollen Erfahrungen. Danach geht jeder seinen eigenen Weg, der auch seine Richtigkeit hat. Felix Czerny macht Basketball als Trainer zu seinem Beruf, Hendrik Feist spielte bis letztes Jahr noch für Quakenbrück in der Bundesliga und stellt jetzt, mit einem Master Degree, in Hamburg den Beruf in den Vordergrund, Nationalspieler Lucca Staiger hat den sportlichen Weg eingeschlagen, er ist Profi bei Alba.

Findet Ihre Basketball-Academy an der Urspringschule schon Nachahmer, wird das Konzept Schule und Basketball kopiert?

JUNGE: Der große Unterschied ist, dass Urspring aus einem akademischen und schulischen Interesse heraus handelt, während bei anderen Nachwuchskonzepten das Vereinsinteresse im Vordergrund steht.


Pressemitteilung: Südwest Presse / Erdgas Ehingen / Urspringschule



0 Kommentare

 

19 Mitglieder
468 Gäste online

Anmeldung

Benutzeranmeldung

Registrieren

Passwort vergessen?

Schönen-Dunk bei FacebookSchönen-Dunk bei TwitterSchönen-Dunk-Newsfeed BIG - Basketball in Germany

Offiziell

BBL

# T P Diff

ProA

# T P W/L

ProB

Nord

# T P W/L

Süd

# T P W/L

Alternativ

BBL

# T P W/L

ProA

# T P Diff

ProB

Nord

# T P Diff

Süd

# T P Diff
 

Werbung

Werbung