Sonstiges

AST 2010: Weit weg von daheim, weit oberhalb vom Durchschnitt

Pucki am 10.04.2010 um 11:05

Story: Ryan Boatright & Damian Leonard (Team USA)

Das Jersey ist eigentlich viel zu groß, zumindest schlabbert es um die Taille, und die Shorts sind auch ziemlich lang. Oder ist es vielleicht einfach so, dass der in den Stoff gehüllte Spieler ziemlich klein ist – an Basketball-Dimensionen gemessen. Aber das ist Ryan Boatright ziemlich egal, denn obwohl eine alte Weisheit „You can't teach height“ predigt, so gilt auch beim Spiel zwischen den Körben der gute Verlegenheitsspruch „Size doesn't matter.“ Was denn nun? Boatright schaut nicht auf die Zahlen, zumindest nicht zu aller erst. Der Aufbau von der Aurora East Highschool, IL will gewinnen – deswegen ist er zum Albert Schweitzer Turnier gefahren. Wenngleich er zur Einladung ins Team USA kam wie die Jungfrau zum Kinde, so zählt für den 17-Jährigen dieser Tage nur das Ergebnis.

„Eine knappe Woche vor der Abreise nach Mannheim habe ich einen Anruf von meinem AAU-Coach bekommen, dass Mike (Chandler), Farooq (Mohammad) und ich an dem Turnier teilnehmen sollen.“ Also heißt es in Windeseile einen Reisepass zu besorgen, bevor die komplette Mannschaft erstmals am Chicagoer Flughafen zusammenkommt. „Ich bin noch nie außerhalb der Staaten gewesen“, erzählt Boatright (Foto links), der in der drei Spiele zählenden Vorrunde durchschnittlich 18,0 Punkte, 4,0 Rebounds, 3,3 Assists und 2,7 Steals aufs Parkett der US Sports Arena legt. „Am Anfang hatte ich wirklich Schwierigkeiten, mich an den Spielstil hier drüben zu gewöhnen“, gibt er offen zu und verdreht dabei die Augen. „Die Mannschaften gehen ein komplett anderes Tempo, am Brett wird viel mehr geschoben und gedrückt, ohne dass es dafür Fouls gibt.“ Eine Erfahrung, die er an allererster Front selber macht. In der Auftaktpartie gegen Kroatien sucht er immer wieder den Weg durch die Mitte, lässt seinen Gegenspieler spielerisch leicht stehen, eher er an in der Zone meist gestoppt wird. Insgesamt zieht er sechs Fouls und steht acht Mal an der Freiwurflinie. „Wenn das der Weg ist, den ich gehen muss, dann ist das eben der Weg“, so Boatright.

Wenn viele Wege nach Rom führen, dann gilt selbiges auch für den Weg in Richtung AST-Finale. Boatright: „Wir haben definitiv das Zeug, um das Turnier zu gewinnen. Wenn wir zusammenhalten, hart und clever spielen, dann ist es schwer uns zu stoppen.“ Vor allem ist der 1,82m-Youngster der Motor des US-Teams, der die gesamte Offensiv-Maschinerie auf Hochtouren laufen lässt. „Er kann sich seinen eigenen Wurf kreieren, vor allem aus dem Dribbling heraus“, so die Meinung eines internationalen Scouts während des AST. „Seine geringe Größe ist dabei kein Problem für ihn, da er über genug Sprungkraft verfügt, um selbst über längere Verteidiger hinweg abzuschließen.“ Kein Wunder, dass der Highschool-Junior ob dieser Fertigkeiten Vergleiche mit Allen Iverson auf den Plan ruft. In der Tat hat es Boatright der Antwort aus Philadelphia zu verdanken, dass er trotz seiner fehlenden Zentimeter stets positiv kritisch beobachtet wird. In Mannheim liefert er dieser Tage das volle (Unterhaltungs-)Programm. Macht die gegnerische Mannschaft wichtige Punkte oder hat mit einer Aktion das Momentum an sich gerissen, übernimmt er persönlich den Gegenschlag. Genau dafür haben ihn die Fans in ihre Herzen geschlossen, auch wenn Coach Krystowiak ein uns andere Mal der Angstschweiß auszubrechen schien, wenn Boatright von weit jenseits der Dreierlinie am Mann hochstieg. An Selbstvertrauen mangelt es dem jungen Mann definitiv nicht, und das ist auch der Grund, warum das Team USA beim 25. Albert Schweitzer Turnier so weit kommen wird, wie Ryan Boatright es als Leader tragen kann.

Sniper on the roof

Es sind knapp sechs Minuten im ersten Spiel des Team USA beim 25. Albert Schweitzer Turnier absolviert, als Coach Larry Krystowiak beim Anschreibetisch einen Wechsel bestellt. Raus geht ein schwarzer Athlet mit breitem Kreuz, rein kommt ein schwarzer Athlet mit breitem Kreuz – so weit, so gewöhnlich. Nur, dass der frische Spieler so gar nicht geil auf Segelflüge quer durch die Zone und über gegnerische Scheitel hinweg ist, sondern er beim Break eher auf Höhe der Freiwurflinie abdreht und sich tief in der Ecke positioniert. Genau dort bekommt er das Leder in einem der nächsten Angriffe das erste Mal seit dem Check-In zu fassen und lässt sofort einen Wurf los. Kurze Zeit später noch einen, und dann noch einen, und dann noch einen. Kroatiens Trainer Ante Nazor hören die Zuschauer in der US Sports Arena nur noch flehend „Shooter … Shooter!“ rufen. Denn genau das ist es, was der junge Mann tut, er schießt, und zwar mit so viel Liebe und einer Selbstverständlichkeit, die augenscheinlich so gar nicht zu einem amerikanischen Youngster passen will.

Komischerweise wird es oft als negativ angesehen, wenn ein Spieler einen Aspekt des Spiels besonders gut beherrscht und in anderen Bereichen eventuelle Defizite aufweist. „Wenn es das ist, was du tust … dann ist es das, was du tust“, sagt Damian Leonard (Foto) unumwunden, als er auf das ihm anheftenden Label angesprochen wird. „Natürlich bin ich ein Werfer, aber das ist ja längst nicht alles.“ In der Tat ist er mehr als nur die Summe seiner verwandelten Dreier oder Midrange-Jumper, dennoch ist es der Schuss des 17-Jährigen, der in Mannheim die Massen begeistert und die gegnerischen Trainer zur Verzweiflung bringt. Geht Leonard zum Jumper hoch, befolgt sein Körper jedes mal ein und die selbe Bewegung. Angefangen bei der Art die Füße aufzusetzen bis hin zu den Fingerspitzen, die dem Ball den finalen Spin mit auf den Weg geben. „Das kommt daher, dass ich mit meinem Vater viel an meinem Wurf gearbeitet habe. Wenn der Ball auch nur ansatzweise den Ring berührte, aber trotzdem rein ging, sagte er immer „Der zählt nicht!“ - also habe ich gelernt, sehr zielgenau zu schießen“, so der Junior der J.L. Mann Highschool, SC. „Das ist alles eine Frage der Wiederholung, Wenn du immer wieder, und immer wieder schießt, bis der Ball nur noch sauber durchs Netz rauscht, dann musst du viele Würfe genommen haben“, gibt er grinsend zu Protokoll.

Coach Krystowiak bringt ihn mit wohlwissender Absicht von der Bank. Leonard: „Aus unserer ersten Fünf kann jeder punkten, und wenn ich von der Bank komme ist unsere zweite Formation immer noch offensiv gefährlich.“ Mit 11,0 Punkten pro Spiel ist er in der Vorrunde der drittbeste Scorer des US-Teams. Was auffällt, ist seine Geduld. Er muss nicht zwangsweise jeden Wurf nehmen. Aber wenn er will, kann er den Spalding in kurzer Zeit mehrfach hintereinander versenken. Seine Mitspieler wissen das und bringen den Ball auch deswegen oftmals über mehrere Angriffe hinweg in seine Hände.

Ähnlich wie Boatright wurde er spät für das Team USA berufen. „Ich habe zwei Tage vor Abflug davon erfahren, dass ich die Chance habe, hier beim AST zu spielen. Ich habe spontan „Ok“ gesagt und bis jetzt nur tolle Erfahrungen gesammelt.“ Zudem will er die Gelegenheit nutzen, um fernab der Heimat mit guten Leistungen auf sich aufmerksam zu machen … in der Heimat. Auf der offiziellen Einladungsliste zum Sommercamp vor der FIBA Amerika-Meisterschaften fehlt sein Name bisher. „Das liegt vielleicht daran, dass wir in den Staaten unheimlich viele talentierte Jungs haben, deswegen wurden Spieler wie Ryan oder ich eventuell nicht berücksichtigt“, sagt Leonard. „Aber hier haben wir die Chance, hart zu spielen, unser Bestes zu geben und so auf den Fokus auf uns zu werfen.“ Apropos: Fokus. Der liegt bei Damian Leonard nicht nur auf Basketball, wenngleich er den Großteil seines Alltags damit verbringt. „Nach dem letzten Spiel am Samstag haben wir abends noch eine AST-Abschiedsfeier, ehe wir Sonntagfrüh in den Flieger steigen … und dann geht es am Montag mit Jetlag direkt wieder in die Schule.“

Quelle: www.ast-basketball.de



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BBL

# T P Diff
1 BAM 36:4 371
2 ULM 34:6 147
3 QUA 30:10 187
4 BER 28:12 211
5 WÜR 24:16 119
6 FCB 22:18 87
7 BRA 22:18 -16
8 OLD 20:18 13
9 BHV 20:18 -55
10 BON 18:22 -26
11 BAY 16:24 -120
12 FRA 16:24 -106
13 TÜB 16:24 -40
14 GIE 14:26 -153
15 HAG 14:26 -189
16 LUD 12:28 -48
17 TRI 12:28 -109
18 GÖT 4:36 -273

ProA

# T P W/L
1 MBC 32 16/3
2 KIR 30 15/5
3 CRA 26 13/7
4 CHE 24 12/8
5 PAD 22 11/7
6 JEN 20 10/10
7 DÜS 20 10/10
8 NÜR 18 9/10
9 HEI 18 9/10
10 EHI 18 9/11
11 ETB 16 8/11
12 CUX 16 8/11
13 KAR 16 8/12
14 SAA 10 5/15
15 LEI 6 3/16

ProB

Nord

# T P W/L
1 HAN 32 16/5
2 HER 28 14/6
3 BRA 28 14/6
4 VEC 26 13/7
5 SCH 24 12/8
6 DOR 22 11/9
7 RSV 22 11/10
8 WUL 18 9/12
9 WOL 18 9/12
10 WED 18 9/13
11 LEV 16 8/12
12 ALB 12 6/14
13 BRN 2 1/19

Süd

# T P W/L
1 GOT 27 14/5
2 NÖR 26 13/6
3 LEI 26 13/6
4 BSW 24 12/7
5 RHÖ 22 11/8
6 HAN 22 11/8
7 LAN 20 10/9
8 LIC 20 10/9
9 GÜS 18 9/10
10 FRA 12 6/13
11 WEI 6 3/16
12 GIE 4 2/17

Alternativ

BBL

# T P W/L
1 BAM 36 18/2
2 ULM 34 17/3
3 QUA 30 15/5
4 BER 28 14/6
5 WÜR 24 12/8
6 FCB 22 11/9
7 BRA 22 11/9
8 OLD 20 10/9
9 BHV 20 10/9
10 BON 18 9/11
11 BAY 16 8/12
12 FRA 16 8/12
13 TÜB 16 8/12
14 GIE 14 7/13
15 HAG 14 7/13
16 LUD 12 6/14
17 TRI 12 6/14
18 GÖT 4 2/18

ProA

# T P Diff
1 MBC 32:6 168
2 KIR 30:10 154
3 CRA 26:14 58
4 CHE 24:16 37
5 PAD 22:14 48
6 JEN 20:20 18
7 DÜS 20:20 45
8 NÜR 18:20 -13
9 HEI 18:20 57
10 EHI 18:22 -26
11 ETB 16:22 -11
12 CUX 16:22 -69
13 KAR 16:24 -64
14 SAA 10:30 -133
15 LEI 6:32 -269

ProB

Nord

# T P Diff
1 HAN 32:10 235
2 HER 28:12 108
3 BRA 28:12 155
4 VEC 26:14 93
5 SCH 24:16 90
6 DOR 22:18 27
7 RSV 22:20 -37
8 WUL 18:24 -56
9 WOL 18:24 -23
10 WED 18:26 -17
11 LEV 16:24 -119
12 ALB 12:28 -191
13 BRN 2:38 -265

Süd

# T P Diff
1 GOT 28:10 147
2 NÖR 26:12 94
3 LEI 26:12 118
4 BSW 24:14 52
5 RHÖ 22:16 100
6 HAN 22:16 7
7 LAN 20:18 26
8 LIC 20:18 21
9 GÜS 18:20 -92
10 FRA 12:26 -72
11 WEI 6:32 -137
12 GIE 4:34 -264
 

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