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Was lange währt wird tatsächlich irgendwann einmal gut
Frankie am 17.06.2003 um 12:18
Nach einigen Jahren, in denen der TSV Nördlingen zumindest als Mitfavorit in die Regionalliga gestartet war und dann jedes Mal einem besseren Verein den Vortritt lassen musste, hat es nun also geklappt. "Zweite Liga – und Nearle ist dabei" skandierten die überglücklichen Fans nach dem letzten Spiel beim härtesten Konkurrenten TSV Dachau, der nach einer kämpferischen und taktischen Meisterleistung niedergerungen wurde. Genau jene Fans waren auch ein entscheidender Faktor beim Gewinn der Meisterschaft. Immer mehr Zuschauer fühlten sich von den Leistungen der Truppe um Trainer Rüdiger Wichote angezogen und natürlich auch vom Spektakel, das eine ins Leben gerufene "Event-Kommission" bei den Heimspielen auf die Beine stellte. Sage und schreibe 1.800 Menschen aus dem heimischen Ries und weit darüber hinaus fanden den Weg in die Nördlinger Hermann-Keßler-Halle beim Spiel gegen den FC Bayern München. Mehr als 300 begleiteten das Team zum entscheidenden Show-Down nach Dachau, wobei 500 Fans, die keine Karten mehr ergattert hatten, das Match via Internet-LiveTicker oder per kostenlosem SMS-Service verfolgten. "Mit diesen Fans im Rücken muss man erfolgreich sein", konstatierte ein Dachauer Zuschauer. Coach Wichote krönte damit seine fünfjährige Tätigkeit in Nördlingen, kehrt allerdings aus privaten Gründen wieder in seine Heimatstadt München zurück.
Dabei waren die Vorzeichen vor Saisonstart gar nicht so eindeutig gewesen. Schließlich war die Mannschaft personell enorm verändert worden. Die beiden spanischen Topscorer Baydal und Hernandes verließen den Verein in Richtung Bayreuth bzw. Spanien. Dies versuchte das Team-Management um Helmut Beyschlag und Dr. Uli Haag auszugleichen, indem man mit Jose Supervia wiederum einen spanischen Guard verpflichtete und mit Felix Neuberger, Ado Badnjevic und Christian Boszczyk gleich drei Spieler vom schwäbischen Konkurrenten Leitershofen loseiste. Der Knüller unter den Verpflichtungen aber gelang erst, als man Supervia für nicht tauglich genug erachtete und kurz vor Saisonstart den Superathleten Rasheed Sparks verpflichtete, der im Vorjahr noch beim Liga-Konkurrenten Neu-Ulm unter Vertrag gestanden hatte. Sparks verzückte die Fans nicht nur durch seine unglaublichen Flugeinlagen und Superdunks, sondern kristallisierte sich im Laufe der Saison auch als Team-Leader heraus. Er punktete verlässlich und war immer zur Stelle, wenn seine Mannschaft ihn brauchte – ein Glücksfall für den TSV und für das schon erwähnte begeisterungsfähige Publikum, das den US-Amerikaner mit der "wahrscheinlich dünnsten Wade der Liga" schnell ins Herz geschlossen hatte.
Unter den Körben baute man auf die etablierten Stützen Alvaro Peralta, Robert Apelt und Ur-TSV-ler Nico Löffler – und man fuhr gut damit. Auf den Flügel- und Guard-Positionen hatte Coach Wichote nach dem Weggang der Spanier zwar keine Spitzenathleten mehr aufzubieten, mit Daniel Wanjama, Martin Graf und Youngster Georg Beyschlag aber mehr Tiefe als in den Jahren davor. Die mannschaftliche Ausgeglichenheit und die Unberechenbarkeit waren denn auch die großen Trümpfe des TSV Nördlingen 2003. Hatten in den Jahren davor in den entscheidenden Matches um den Aufstieg immer die Ausländer sämtliche Verantwortung auf ihre Schultern gehievt, so fühlten sich in dieser Saison mehr Akteure in der Pflicht und meisterten letzten Endes die Favoritenbürde souverän. Gerade als es am Ende noch einmal knapp wurde, das letzte Heimspiel, quasi der erste Matchball gegen Neu-Ulm verloren gegeben wurde, bewies das Team Charakter. In beeindruckender Manier wurde die Mannschaft der Rückrunde, der TSV Dachau, in dessen eigener Halle, niedergerungen.
In der kommenden Saison wird allen Anzeichen zu Folge der Basketball-Boom in Nördlingen sich zu weiteren Höhenflügen aufschwingen. Da in einer Kleinstadt eine Damenmannschaft in der 1. Liga und ein Herren-Team in Bundesliga 2 finanziell nicht machbar sind, hat sich die Abteilung dazu entschlossen, der Publikumsgunst Rechnung zu tragen. Man zieht die Damen-Mannschaft aus Deutschlands Top-Liga zurück. Das Team wird mit einer Mischung aus erfahrenen Spielerinnen des letztjährigen Kaders und jungen Talenten, aber ohne Ausländerinnen in der 2. Liga antreten und versuchen, dort eine Plattform zu bilden, wo die Talente aus der bekanntermaßen guten Jugendarbeit sich profilieren können.
Die Herrenmannschaft bleibt wohl in ihrer Grundstruktur erhalten, wobei das Team-Management zusammen mit dem einzig verbliebenen hauptamtlichen Coach, dem Ungarn Zoltan Nagy, natürlich noch nach einschlägigen Verstärkungen Ausschau hält. Auf der Trainerbank wird Nagy, der letzte Saison noch das Damenteam coachte und einen laufenden Vertrag besitzt, von Martin Graf assistiert. Der letztjährige Kapitän hat seine Basketballschuhe ebenso an den berühmten Nagel gehängt wie auch Center Alvaro Peralta, der sich allerdings fit halten will, um für eventuelle Not-Einsätze zur Verfügung zu stehen.
Was auch immer personell verändert wird, der sechste Mann steht fest und wird wiederum ein entscheidender Faktor sein, sobald der erste Jump in der 2. Bundesliga hochgeworfen wird: die Nördlinger Fans. Sie fiebern schon jetzt dem Saisonstart ihrer Truppe entgegen getreu ihrem Wahlspruch: "2. Liga – und Nearle ist dabei!!!"
TSV Nördlingen
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Dabei waren die Vorzeichen vor Saisonstart gar nicht so eindeutig gewesen. Schließlich war die Mannschaft personell enorm verändert worden. Die beiden spanischen Topscorer Baydal und Hernandes verließen den Verein in Richtung Bayreuth bzw. Spanien. Dies versuchte das Team-Management um Helmut Beyschlag und Dr. Uli Haag auszugleichen, indem man mit Jose Supervia wiederum einen spanischen Guard verpflichtete und mit Felix Neuberger, Ado Badnjevic und Christian Boszczyk gleich drei Spieler vom schwäbischen Konkurrenten Leitershofen loseiste. Der Knüller unter den Verpflichtungen aber gelang erst, als man Supervia für nicht tauglich genug erachtete und kurz vor Saisonstart den Superathleten Rasheed Sparks verpflichtete, der im Vorjahr noch beim Liga-Konkurrenten Neu-Ulm unter Vertrag gestanden hatte. Sparks verzückte die Fans nicht nur durch seine unglaublichen Flugeinlagen und Superdunks, sondern kristallisierte sich im Laufe der Saison auch als Team-Leader heraus. Er punktete verlässlich und war immer zur Stelle, wenn seine Mannschaft ihn brauchte – ein Glücksfall für den TSV und für das schon erwähnte begeisterungsfähige Publikum, das den US-Amerikaner mit der "wahrscheinlich dünnsten Wade der Liga" schnell ins Herz geschlossen hatte.Unter den Körben baute man auf die etablierten Stützen Alvaro Peralta, Robert Apelt und Ur-TSV-ler Nico Löffler – und man fuhr gut damit. Auf den Flügel- und Guard-Positionen hatte Coach Wichote nach dem Weggang der Spanier zwar keine Spitzenathleten mehr aufzubieten, mit Daniel Wanjama, Martin Graf und Youngster Georg Beyschlag aber mehr Tiefe als in den Jahren davor. Die mannschaftliche Ausgeglichenheit und die Unberechenbarkeit waren denn auch die großen Trümpfe des TSV Nördlingen 2003. Hatten in den Jahren davor in den entscheidenden Matches um den Aufstieg immer die Ausländer sämtliche Verantwortung auf ihre Schultern gehievt, so fühlten sich in dieser Saison mehr Akteure in der Pflicht und meisterten letzten Endes die Favoritenbürde souverän. Gerade als es am Ende noch einmal knapp wurde, das letzte Heimspiel, quasi der erste Matchball gegen Neu-Ulm verloren gegeben wurde, bewies das Team Charakter. In beeindruckender Manier wurde die Mannschaft der Rückrunde, der TSV Dachau, in dessen eigener Halle, niedergerungen.
In der kommenden Saison wird allen Anzeichen zu Folge der Basketball-Boom in Nördlingen sich zu weiteren Höhenflügen aufschwingen. Da in einer Kleinstadt eine Damenmannschaft in der 1. Liga und ein Herren-Team in Bundesliga 2 finanziell nicht machbar sind, hat sich die Abteilung dazu entschlossen, der Publikumsgunst Rechnung zu tragen. Man zieht die Damen-Mannschaft aus Deutschlands Top-Liga zurück. Das Team wird mit einer Mischung aus erfahrenen Spielerinnen des letztjährigen Kaders und jungen Talenten, aber ohne Ausländerinnen in der 2. Liga antreten und versuchen, dort eine Plattform zu bilden, wo die Talente aus der bekanntermaßen guten Jugendarbeit sich profilieren können.
Die Herrenmannschaft bleibt wohl in ihrer Grundstruktur erhalten, wobei das Team-Management zusammen mit dem einzig verbliebenen hauptamtlichen Coach, dem Ungarn Zoltan Nagy, natürlich noch nach einschlägigen Verstärkungen Ausschau hält. Auf der Trainerbank wird Nagy, der letzte Saison noch das Damenteam coachte und einen laufenden Vertrag besitzt, von Martin Graf assistiert. Der letztjährige Kapitän hat seine Basketballschuhe ebenso an den berühmten Nagel gehängt wie auch Center Alvaro Peralta, der sich allerdings fit halten will, um für eventuelle Not-Einsätze zur Verfügung zu stehen.
Was auch immer personell verändert wird, der sechste Mann steht fest und wird wiederum ein entscheidender Faktor sein, sobald der erste Jump in der 2. Bundesliga hochgeworfen wird: die Nördlinger Fans. Sie fiebern schon jetzt dem Saisonstart ihrer Truppe entgegen getreu ihrem Wahlspruch: "2. Liga – und Nearle ist dabei!!!"
TSV Nördlingen
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