WALTER Tigers Tübingen

Co-Trainer Radisa Zdravkovic im Interview

DragonLi am 04.03.2010 um 10:15

Radisa Zdravkovic bildet zusammen mit Head Coach Igor Perovic seit dieser Saison das Trainergespann der WALTER Tigers Tübingen. Der 33-jährige Assistents-Trainer ging bereits für Ludwigsburg, Leverkusen, Bamberg, Gießen und Würzburg in der Beko BBL auf Punktejagd. Vor zwei Jahren beendete der ehemalige A2-Nationalspieler aufgrund diverser Verletzungen seine Karriere und ist seither hauptberuflich bei der Internationalen Schule in Stuttgart als Eventmanager angestellt. Im Interview spricht „Radi“ über seine Basketballkarriere, den Spagat zwischen Schule und den Tigers, seine Aufgaben als Assistent und die aktuelle Saison. Johannes Beyer unterhielt sich diesbezüglich mit der rechten Hand von Tigers-Cheftrainer Igor Perovic.

Wie bist du zum Basketball gekommen?

In meiner Heimatstadt Bielefeld habe ich damals gegenüber von einem Freiplatz gewohnt. Dort habe ich zunächst zum Spaß gespielt, ehe ich dann mit 15 Jahren über Freunde auch bei dem örtlichen Verein angefangen habe. Ich hatte damals mit Miodrag Radomirovic einen Trainer, der mich entdeckt und auch individuell gefördert hat. Ihm habe ich es zu Verdanken, dass ich relativ schnell den Sprung in die zweite Liga nach Hannover geschafft habe.

War professioneller Basketball immer dein Ziel oder hattest du auch andere Pläne?

Nachdem ich den Sprung nach Hannover geschafft hatte, war für mich klar, dass ich professionell Basketball spielen möchte. Bis zu meinem 26. Lebensjahr war ich nur Vollprofi und hatte keine weitere Beschäftigung neben dem Basketball. Erst nach meiner ersten großen Verletzung in Würzburg, damals hatte ich einen Bandscheibenvorfall und musste operiert werden. In der sechsmonatigen Verletzungspause habe ich mir dann Gedanken gemacht und entschieden, ein Fernstudium zu beginnen.

Du konntest in der A2-Nationalmannschaft auch internationale Erfahrung sammeln, wie war diese Zeit für dich?

Die Erfahrungen, die ich aus dieser Zeit mitnehmen konnte, sind großartig. Für einen jungen Spieler ist es das Größte, wenn er in der Auswahl seines Landes spielen darf. Vor allem Turniere in den USA gegen Colleges wie UCLA oder Stanford werden mir unvergessen bleiben.

Bei welchem Verein konntest du deine größten Erfolge feiern?

Der größte sportliche Erfolg war für mich der Gewinn der Vizemeisterschaft mit Bamberg. Dennoch zähen für mich die drei Jahre in Gießen als die Erfolgreichsten meiner Karriere. In Gießen konnte ich mich spielerisch am meisten entwickeln und relativ viel Einsatzzeit sammeln.

Mit einem Karrierewert von durchschnittlich 3,5 Punkten warst du offensiv zurückhaltender Spieler. Lagen deine Stärken mehr im defensiven Bereich?

Die Stärken lagen in der Tat in der Defensive. Für mich war es immer wichtig, sehr mannschaftsdienlich zu spielen und gut zu verteidigen. Meine Aufgaben lagen meist darin, dass ich das Tempo kontrolliere, Ordnung in das Spielgeschehen bringe und meine Mitspieler in Szene setze. Mit dieser Rolle war ich durchaus zufrieden und hat bei den Mannschaften, für die ich spielen durfte, auch immer sehr gut funktioniert.

Wie wichtig ist es für einen talentierten Spieler, auch eingesetzt zu werden?

Es ist immens wichtig. Als junger Spieler kann man trainieren und trainieren, aber die wirklichen Fortschritte macht man nur, wenn man auch spielt. Natürlich muss man weiter hart trainieren, aber im Spiel hat man eine ganz andere Drucksituation. Gerade wenn das Spiel in die entscheidende Phase geht und die Atmosphäre in der Halle sich verändert, kann ein junger Spieler viele wichtige Erfahrungen sammeln. Diese Situationen lassen sich im Training natürlich nicht simulieren und deshalb ist es wichtig, dass ein talentierter Spieler nicht nur sporadisch eingesetzt wird.

Während Deiner Zeit in Ludwigsburg hast du auch gegen Tübingen gespielt. Welche Erinnerungen hast du an dieses besondere Derby?

Während der Zeit in Ludwigsburg habe ich natürlich die besondere Rivalität zwischen beiden Mannschaften mitbekommen. Es war immer etwas besonderes, wenn man gegen Tübingen gespielt hat. Selbst in der Porsche-Arena, also mehr oder weniger auf neutralen Boden und selbst dort hat man gemerkt, wie wichtig es ist, diese lokalen Spiele zu gewinnen.

Wie sehen deine Aufgaben als Assistents-Trainer aus?

Da ich nicht auf Vollzeit bei den Tigers angestellt bin, kann ich natürlich nicht ganz so viel machen, wie die Assistenten in anderen Vereinen. Ich sehe meine Tätigkeiten als wichtige Lernphase, in welcher ich zu Beginn meiner Trainerkarriere lernen kann. Deshalb haben Igor und ich uns die Aufgaben aufgeteilt. Während Igor zum Beispiel die Videoanalysen macht, bin ich für den Scoutingreport über die anderen Mannschaften und deren Spieler zuständig. Des Weiteren besprechen Igor und ich vor den Spielen und im Training die taktischen Strategien. Im Training teilen wir dann auch des Öfteren die Mannschaft auf und jeder arbeitet dann mit einer Gruppe. An Spieltagen ist meine Hauptaufgabe zunächst das Aufwärmen der Spieler zu organisieren. Während des Spiels versuche ich auch die Übersicht zu behalten um Igor Dinge mitzuteilen, die ihm im Eifer des Gefechts vielleicht nicht aufgefallen sind.

Fungierst du zusätzlich auch als Bindeglied zwischen Spielern und Head Coach?

Ich versuche natürlich als Bindeglied zu fungieren. Während meiner Zeit als Spieler war es eigentlich immer so, dass die Spieler eine gewisse Distanz zu ihrem Head Coach wahrten. Das ist ein ganz normales Verhalten und deshalb ist es wichtig, dass die Spieler mich nicht nur als ihren Trainer sehen, sondern auch jemanden haben, mit dem sie privat reden können aber auch Probleme mitteilen können, seien sie basketballerischer oder privater Natur. Ich glaube dies gelingt mir ganz gut, wobei man sagen muss, dass es in dieser tollen Mannschaft auch relativ einfach ist.

War es nach deiner Karriere schon immer ein Ziel, später als Coach einer größeren Mannschaft zu arbeiten?

Ich war schon immer sehr an Coaching interessiert. Nach meiner aktiven Zeit konnte ich dann bei der Internationalen Schule in Stuttgart auch eine Jugendmannschaft betreuen und habe dort den Entschluss gefasst, auch im Seniorenbereich tätig zu werden. Dennoch habe ich nicht daran gedacht, dass ich so schnell in der Bundesliga landen werde.

Wie ist Igor Perovic auf dich aufmerksam geworden?

Igor und ich kannten uns bereits aus der Liga. Durch Zufall habe ich meinen B-Trainerschein zusammen mit Igor gemacht. Auf diesem Lehrgang haben wir uns ein Zimmer geteilt und viel über Basketball gesprochen. Wir stellten schnell fest, dass wir gerade im taktischen Bereich sehr ähnlich Ansichten haben. Als dann das Angebot von Igor kam, habe ich mich sehr darüber gefreut und natürlich nicht lange überlegen müssen.

Wie schaffst du es, deinen Beruf als Marketingmanager und die Tätigkeit bei den Tigers unter einen Hut zu bekommen?

Gerade weil der Spielplan diese Saison sehr anstrengend ist, ist es nicht ganz einfach. Gerade Spiele unter der Woche oder Doppelspieltage an Freitagen und Sonntagen sind natürlich ein wenig problematisch. Ich habe Glück, dass ich einen sehr flexiblen und toleranten Chef habe. Auch hier in Tübingen ist man mir sehr entgegenkommend und versucht es mir, so stressfrei wie möglich zu gestalten. Dadurch funktioniert der Spagat zwischen Stuttgart und Tübingen eigentlich sehr gut.

Hat ein ehemaliger Spieler weniger Probleme sich als Coach zurechtzufinden?

Ich denke, dass es für einen ehemaligen Profi einfacher ist, sich als Coach zurechtzufinden. Wenn man selbst jahrelang auf hohem Niveau gespielt hat, kann man auf viele Trainer zurückblicken. Man schaut dann, was hat der Trainer gut oder der andere schlecht gemacht. Während einer Karriere nimmt man viel verschiedene Basketballphilosophien mit sich und lernt eine Menge über Taktik. Diese Erfahrungen helfen jedem Trainer, der neu im Geschäft ist, enorm weiter.

Vor der Saison haben die wenigsten an eine solch erfolgreiche Saison geglaubt. Wie erklärst du dir die positive Entwicklung, bist du selbst ein wenig überrascht?

So wie die Saison begonnen hat, muss man sagen, dass es ein wenig überraschend ist. Zu Beginn der Saison konnte man merken, dass die Zuordnung auf dem Parkett noch nicht richtig funktioniert hat. Im späteren Verlauf ist das um einiges besser geworden und die Mannschaft hat sich richtig gut entwickelt. Die ganze Arbeit, die jeder Einzelne investiert, zahlt sich jetzt aus und wir werden belohnt.

Wie hat sich das Trainerduo Perovic und Zdravkovic im Laufe der Saison entwickelt?

Zunächst einmal war es für uns beide eine neue Situation. Igor war zuvor Assistents-Trainer und ist plötzlich Hauptverantwortlicher für eine Bundesligamannschaft. Dadurch hat er natürlich eine ganz andere Drucksituation und muss viel mehr Verantwortung übernehmen. Für mich ist es meine erste Station als Trainer bei einer professionellen Mannschaft. Natürlich versucht man, seine eigenen Ideen einzubringen und ein eigenes Profil zu entwickeln. Dies geht jedoch nicht von einer auf die andere Sekunde. Es macht keinen Unterschied mit welchem Alter man als Trainer beginnt, mit der Zeit und durch viel Arbeit erreicht man ein bestimmtes Niveau. Ich bin froh, dass wir uns relativ schnell zurechtgefunden haben, wobei natürlich der momentane Erfolg es einfacher macht. Wir agieren jetzt souveräner und haben noch klarere Vorstellungen, was wir von der Mannschaft erwarten.

Mit Aleksandar Nadjfeji konnte vor der Saison ein sehr erfahrener Spieler verpflichtet werden. Wie wichtig ist er für die Mannschaft?

Sascha ist eine Bereicherung für jede Mannschaft. Es ist für uns enorm wichtig, einen Spieler zu haben, der internationale Erfahrung hat und viel Respekt innerhalb der Mannschaft besitzt. Zudem unterstützt er Igor und mich bei Entscheidungen während des Spiels oder des Trainings. Durch seine spielerische Klasse und vor allem seine Persönlichkeit hilft er uns sehr viel weiter. Er ist ein Spieler, auf den die Mannschaft hört, der auch mal auf uns Trainer zugeht und sagt, was gerade nicht so gut funktioniert und wie man es anders machen könnte. Und wir nehmen diese Hilfe sehr dankbar an, denn wir wissen, welche Erfahrungen Sascha während seiner Karriere sammeln konnte.

Wie wichtig ist es für die Mannschaft, daheim vor einer vollen Halle zu spielen?

Für die Spieler ist es enorm wichtig. Unsere Fans können der Mannschaft extrem viel Unterstützung geben. Gerade in schwierigen Situationen merkt man das immer wieder. Gerade wenn es mal nicht läuft, ist es wichtig, dass die Fans da sind und die Mannschaft nach vorne „puschen“. Es freut mich, dass mittlerweile die Zuschauer kommen und auch sehen, dass hier etwas bewegt wird. Wir haben eine unglaubliche Unterstützung von den Fans hier in Tübingen und versuchen immer den Fans durch gute Leistungen dafür zu danken. Gerade die Unterstützung der Fans bringt uns im Spiel oft den entscheidenden Schritt nach vorne.

Radi, vielen Dank für das Gespräch.

Pressemitteilung: WALTER Tigers Tübingen



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Offiziell

BBL

# T P Diff
1 BAM 38:4 399
2 ULM 34:8 119
3 QUA 32:10 191
4 BER 30:12 217
5 WÜR 24:18 115
6 OLD 22:18 26
7 BHV 22:18 -35
8 FCB 22:20 85
9 BRA 22:20 -17
10 BON 20:22 2
11 FRA 18:24 -105
12 TÜB 18:24 -32
13 BAY 16:26 -148
14 GIE 14:28 -173
15 HAG 14:28 -202
16 TRI 14:28 -107
17 LUD 12:30 -56
18 GÖT 4:38 -279

ProA

# T P W/L
1 MBC 32 16/4
2 KIR 30 15/5
3 CHE 26 13/8
4 CRA 26 13/8
5 PAD 22 11/8
6 DÜS 20 10/10
7 JEN 20 10/11
8 ETB 18 9/11
9 NÜR 18 9/11
10 CUX 18 9/11
11 HEI 18 9/11
12 EHI 18 9/11
13 KAR 18 9/12
14 SAA 12 6/15
15 LEI 8 4/16

ProB

Nord

# T P W/L
1 HAN 34 17/5
2 BRA 30 15/6
3 HER 28 14/7
4 VEC 28 14/7
5 SCH 26 13/8
6 DOR 24 12/9
7 RSV 22 11/11
8 WUL 20 10/12
9 WOL 18 9/13
10 WED 18 9/13
11 LEV 16 8/13
12 ALB 12 6/15
13 BRN 2 1/20

Süd

# T P W/L
1 GOT 29 15/5
2 LEI 28 14/6
3 NÖR 26 13/7
4 BSW 26 13/7
5 RHÖ 24 12/8
6 HAN 24 12/8
7 LAN 22 11/9
8 LIC 20 10/10
9 GÜS 18 9/11
10 FRA 12 6/14
11 WEI 6 3/17
12 GIE 4 2/18

Alternativ

BBL

# T P W/L
1 BAM 38 19/2
2 ULM 34 17/4
3 QUA 32 16/5
4 BER 30 15/6
5 WÜR 24 12/9
6 OLD 22 11/9
7 BHV 22 11/9
8 FCB 22 11/10
9 BRA 22 11/10
10 BON 20 10/11
11 FRA 18 9/12
12 TÜB 18 9/12
13 BAY 16 8/13
14 GIE 14 7/14
15 HAG 14 7/14
16 TRI 14 7/14
17 LUD 12 6/15
18 GÖT 4 2/19

ProA

# T P Diff
1 MBC 32:8 162
2 KIR 30:10 154
3 CHE 26:16 43
4 CRA 26:16 55
5 PAD 22:16 42
6 DÜS 20:20 45
7 JEN 20:22 5
8 ETB 18:22 -5
9 NÜR 18:22 -24
10 CUX 18:22 -56
11 HEI 18:22 44
12 EHI 18:22 -26
13 KAR 18:24 -61
14 SAA 12:30 -122
15 LEI 8:32 -256

ProB

Nord

# T P Diff
1 HAN 34:10 236
2 BRA 30:12 159
3 HER 28:14 70
4 VEC 28:14 97
5 SCH 26:16 128
6 DOR 24:18 48
7 RSV 22:22 -39
8 WUL 20:24 -54
9 WOL 18:26 -27
10 WED 18:26 -17
11 LEV 16:26 -123
12 ALB 12:30 -212
13 BRN 2:40 -266

Süd

# T P Diff
1 GOT 30:10 178
2 LEI 28:12 122
3 NÖR 26:14 90
4 BSW 26:14 54
5 RHÖ 24:16 116
6 HAN 24:16 41
7 LAN 22:18 35
8 LIC 20:20 5
9 GÜS 18:22 -94
10 FRA 12:28 -106
11 WEI 6:34 -146
12 GIE 4:36 -295
 

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