ProB
Talentschmiede wider Tradition
DragonLi am 03.03.2010 um 16:58
Nach dem Herzschlagfinale gegen Wedel (88:86) am vergangenen Samstag thronen die Dragons scheinbar komfortabel an der Tabellenspitze der Pro B. Durch die Niederlage der Würzburg Baskets in Ehingen und dem Punktabzug der Hertener Löwen in Folge des Spielabbruchs in Weißenhorn beträgt der Vorsprung mittlerweile drei Siege auf die beiden Konkurrenten. Da diese am kommenden Wochenende im direkten Duell aufeinander treffen, könnte mit einem Erfolg beim Schlusslicht aus Speyer ein weiterer wichtiger Schritt Richtung Meisterschaft gemacht werden.
Die Baskets brachen dieses Jahr mit ihrer Tradition und verpflichteten erstmals unter der Ägide des Vorsitzenden Helmut Kopf Profispieler für die erste Mannschaft. Schloss dieser auf Grund des Jugendkonzepts vorher kategorisch solche Transfers aus, sah man sich nach deftigen Pleiten in den ersten vier Saisonspielen dazu gezwungen, von dieser Philosophie abzuweichen. Sicher kam den Verantwortlichen dabei entgegen, dass keins der jungen Speyerer Talente für das kommende Jahr Ambitionen auf einen College-Aufenthalt in den USA hegt und dem Paradebeispiel Elias Harris folgen möchte – rekrutierte Akteure aus Vereinen mit Vertragsspielern werden in der NCAA zunächst mit einer Sperre belegt. So war der Weg frei und die Rheinland-Pfälzer konnten sich die Dienste von US-Boy Brendan Campbell und dem Israeli Igor Simin sichern. Doch Simin überzeugte in seinen acht Spielen so sehr, dass der Pro A-Ligist aus Osnabrück aufmerksam wurde und den 25-jährigen im Januar unter Vertrag nahm. Speyer reagierte jedoch schnell und angelte sich als Ersatz Point Guard Jon Goode.
Auch wenn die Truppe von Headcoach Reiner Chromik mit gerade einmal drei Siegen aus den bisherigen 22 Partien das Ende der Tabelle ziert und der Abstieg wohl kaum noch zu verhindern ist, darf man den Ex-Club von Dragons-Playmaker Nick Larsen nicht unterschätzen. Ständige Verletzungen von Leistungsträgern zogen sich wie ein roter Faden durch die Saison, bei einem ohnehin schon kleinen Kader eine schwere Hypothek. In den letzten Wochen lichtete sich aber langsam das Lazarett, Chromik hat daher zunehmend mehr Alternativen zur Verfügung. Das Hinspiel sollte ebenfalls als Warnung dienen. Zwar konnte die Partie mit 91:80 gewonnen werden, allerdings hielten die Gäste schon damals lange gut mit und brachen erst zum Ende konditionell ein.
Besonders Kapitän Julian Krieger zeigte am Menzenberg mit 21 Zählern seine Klasse. Der Shooting Guard aus der eigenen Talentschmiede, Herz und Seele der Mannschaft, ist nicht nur wegen seiner Scorer-Fähigkeiten brandgefährlich (18 ppg/4.5 rgp/3.3 apg). Sein Partner im Aufbau, US-Boy Goode, steht ihm in Sachen Statistik nicht nach: In den bisherigen sieben Partien legte dieser im Schnitt sogar 19.4 Punkte, 4.7 Rebounds und 3.3 Assists für sein Team auf. Und auch auf Brendan Campbell müssen die Dragons ein Auge haben, mit 17.2 Punkten und 7.8 Rebounds erfüllt der Small Forward ebenfalls die in ihn gesetzten Erwartungen.
Unter den Brettern räumt immer noch Routinier Robin Gieseck auf, besonders Jürgen Malbeck wird sich sicher an die ein oder andere Schlacht mit dem 2.09 Meter großen Hünen erinnern können. Mit durchschnittlich 10.1 Punkten und 7.8 Rebounds ist der 32-jährige jederzeit für ein Double-Double gut, zudem führt er mit 1.5 Blocks pro Spiel das Liga-Ranking in dieser Kategorie an. Unterstützt wird er von Power Forward Armin Leber, der ebenfalls zweistellig punktet (10.8 ppg/4.4 rpg) und die starke erste Fünf komplettiert. Diese konnte aber auf Grund der angesprochenen Verletzungssorgen nur selten in der Form auflaufen.
Vergangenes Wochenende unterlag Speyer in Wolfenbüttel mit 71:83. Ohne Julian Krieger, der studiumsbedingt passen musste, erwischte Jon Goode einen Sahnetag und erzielte 34 Punkte. Doch auch er konnte die Niederlage letztendlich nicht verhindern, ausschlaggebend hierfür war ein kollektiver Aussetzer im dritten Viertel. Kapitän Krieger dürfte am Samstag wieder zur Verfügung stehen, Coach Chromik kann also personell fast aus dem Vollen schöpfen. Daher warnt Drachen-Trainer Eric Detlev, der weiterhin auf den beruflich verhinderten Franz Montag verzichten muss auch eindringlich vor dem kommenden Gegner: „Auch wenn wir als klarer Favorit nach Speyer fahren, sind die Baskets sicherlich besser es die drei Siege aussagen. Wie schnell man unter die Räder kommen kann, haben wir dort im vergangenen Jahr leidvoll erfahren müssen. Für uns gilt volle Konzentration, um mit einer engagierten Leistung den nächsten Schritt in Richtung ProB-Meisterschaft zu machen.“
Für alle Drachenfans, die nicht die Möglichkeit haben die Partie live vor Ort mit zu verfolgen, bietet sich einmal mehr die Chance das Spiel per Internetradio zu verfolgen. Ab 19.35 Uhr kommentiert Rhöndorfs Hallensprecher Chris Fuhrmann die Partie live im DragonsFanRadio unter www.1000mikes.com.
Samstag, 6.3.2010, 19:30 Uhr: BIS Baskets Speyer vs. SOBA Dragons Rhöndorf
Pressemitteilung: SOBA Dragons Rhöndorf
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