TBB Trier

Bittere Pleite nach dreifacher Verlängerung

DragonLi am 28.02.2010 um 21:57

Die TBB Trier hat am Sonntagabend gegen das Tabellenschlusslicht der Beko BBL Paderborn eine bittere 98:101-Heimniederlage hinnehmen müssen. Nach dreifacher Verlängerung war das Team von Yves Defraigne damit im sechsten Spiel in Folge unterlegen und muss nun nach unten blicken. Bester Scorer für die Moselstädter war Jamal Shuler, der 39 Punkte erzielte und das Team zweimal in die Verlängerung rettete. Center George Evans konnte noch nicht eingesetzt werden.

 In einem Spiel auf über weite Strecken schwachem Niveau hatten die Trierer arge Probleme, überhaupt in die Partie zu finden. Kapitän James Gillingham erlöste die gut 2700 Zuschauer in der Arena Trier erst nach vier Minuten mit einem beherzten Zug zum Korb (2:4, 5. Minute), der von Paderborns Kevin Langford nur mit Foul und einem regelwidrigen Blockversuch gestoppt werden konnte.

Shuler glich mit einem Dreier zwei Minuten später erstmals aus (8:8, 7.Minute). Youngster Maik Zirbes war es, der die erste Trierer Führung an der Freiwurflinie herstellte (10:9, 9.). Doch wer glaubte, die Anfangsnervosität wäre damit überwunden gewesen, sah sich getäuscht: Im zweiten Viertel bauten die Paderborner den Vorsprung sogar bis auf ein Dutzend Punkte aus (24:36, 19.). Bei der TBB lief offensiv nicht viel zusammen, zu oft wurde gegen die Paderborner Zonenverteidigung der Abschluss von außen gesucht. In der Defensive zeigte nur James Gillingham den nötigen Biss. Der Kapitän war mit zehn Punkten auch bester Scorer zur Halbzeit (28:36).

Im dritten Viertel suchten die Trierer endlich mehr den Weg ans Brett und waren dort entweder nur durch Foul zu stoppen oder fanden Maksym Shtein, der leichte Punkte erzielen konnte. Shtein war es auch, der sein Team mit dem Korb zum 45:44 (28.) wieder nach vorne bringen konnte.

Trier war, so schien es, endlich in der Partie angekommen, doch im Schlussviertel ließ man Paderborn wieder davonziehen. Bis auf 49:62 Punkte hatten die Gäste aus Ostwestfalen ihren Vorsprung ausgebaut (35.), ehe eine Auszeit von Yves Defraigne endlich die Trendwende einleitete; es war bereits die dritte in der zweiten Hälfte gewesen.

Trier lieferte, angeführt vom überragenden Jamal Shuler, eine unglaubliche Aufholjagd und war mit dem Korb von James Gillingham zum 63:66 sechsundvierzig Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit wieder im Geschäft.

Wieder schlug Paderborn zurück und sah durch einen Leger von Moore und zwei verwandelte Freiwürfe von Terwilliger 25 Sekunden vor Schluss schon wie der sichere Sieger aus. Doch ein Dreier von Pekovic, zwei vergebene Freiwürfe des Paderborners Moore und ein per Korbleger abgeschlossener Spurt übers ganze Feld von Jamal Shuler brachten Trier sechs Sekunden vor Schluss in die Position, noch einmal zurückzukommen: Beim Stand von 68:70 passte Terwillger den Ball beim Einwurf ins Seitenaus. Ballbesitz Trier. Alles wieder offen. Auszeit Paderborn.

Dirk Happe wollte offenbar die letzte Verteidigungssequenz nochmals besprechen, gewährte seinem Gegenüber Yves Defraigne damit aber auch die Chance, einen finalen Spielzug aufzuzeichnen. Raivio netzte praktisch mit der Sirene aus der Mitteldistanz ein und rettete Trier in die erste Overtime.

Am Ende dieses zusätzlichen Abschnittes sah Paderborn wieder wie der sichere Sieger aus. Nicolai Simon hatte bei knapp sechs Sekunden verbleibender Spielzeit zwei Freiwürfe zum 80:83 eingenetzt. Doch das Dutzend mitgereister Paderborner Fans hatte die Rechnung ohne Jamal Shuler gemacht: Mit einem Wahnsinnsdreier bei Ertönen der Schlusssirene brachte der Flügelspieler Trier in die zweite Verlängerung. Die Halle stand kopf!

Auch zum Ende der zweiten Nachspielzeit war es wieder Shuler, der mit zwei verwandelten Freiwürfen zum 91:89 die letzten Trierer Punkte erzielt hatte. Doch Haynes konnte noch einmal für die Ostwestfalen ausgleichen, der letzte Trierer Angriff führte nicht zum Erfolg. Der Krimi ging in die dritte Nachspielzeit.

Hier hatten die Paderborner nun aber endgültig das bessere Ende für sich. Simon hatte zwar beim Stand von 98:99 und noch einundzwanzig Sekunden auf der Uhr den Ball verloren, doch Trier konnte das Spiel nicht mehr drehen. Jamal Shuler, der tragische Held des Abends, verlor den Ball beim Zug zum Korb und Malik Moore krönte den entscheidenden Ballgewinn mit einem Korbleger zum 98:101-Endstand.

Raivio hatte für Trier noch die allerletzte Chance, mit einem Wurf von Höhe der Mittellinie eine vierte Verlängerung zu erzwingen. Ein Treffer hätte bei dem kuriosen Spielverlauf wahrscheinlich niemanden mehr verwundert, doch das Gebet verfehlte sein Ziel und Paderborn konnte den dritten Auswärtssieg der Saison bejubeln.

„Diese Niederlage wird nicht leicht zu verkraften sein“, sagte TBB-Headcoach Yves Defraigne nach der Partie. „Wir müssen jetzt zusammen kämpfen und gemeinsam einen Ausweg aus dieser Situation finden. Wir haben heute zu verkrampft gespielt und es nicht geschafft, die Lücken in der Paderborner Verteidigung durch Penetration aufzudecken. Wir haben nicht unseren Basketball gespielt und mussten uns zurück in die Partie kämpfen. Das haben wir zwar getan, aber gleichzeitig haben wir diesen großartigen Kampf durch Fehler im Rebound und der Verteidigung wieder zunichte gemacht.“

Baskets-Coach Dirk Happe war nach Spielende sichtlich erleichtert, dass sein Team das Spiel doch nicht mehr aus der Hand gegeben hatte: „Das war ein unglaubliches Spiel. Trotz der vielen Rückschläge in Form von Buzzer-Beatern der Trierer, haben die Jungs unglaubliche Moral bewiesen und den wichtigen Sieg erkämpft.“

Paderborn ergreift mit dem Sieg einen Strohhalm im Abstiegskampf, verlässt aufgrund des besseren Direktvergleichs derzeit den letzten Tabellenplatz und hat am nächsten Wochenende beim Heimspiel gegen Gießen die Chance, sich vollends im Kampf um den Klassenerhalt zurückzumelden.

Für die TBB stehen nach der bitteren Niederlage in den nächsten beiden Wochen drei Auswärtsspiele auf dem Programm (Quakenbrück, Gießen, Berlin) und der Blick muss sich nun endgültig nach unten richten.

Statistikabriss

Punkteverteilung TBB Trier
SHULER (39), COPELAND (15), GILLINGHAM (12), SHTEIN (11), Pekovic (10), RAIVIO (9), Neitzel (0), Zirbes (2), Karamatskos, Picard, Andreev (n.e.).

Paderborn Baskets
BARRETT, Lieneke (je 17), LANGFORD (16), TERWILLIGER (14), Simon (10), HAYNES (8), Borha (7), Huelsewede (5), MOORE (4), Oehle (3).

Spielstationen
0:4 (2.), 2:4 (5.), 8.8 (7.), 12:16 (10.), 16:23 (13.), 21:25 (15.), 24:29 (17.), 28:36 (20.), 32:36 (22.), 36:39 (24.), 39:41 (26.), 45:44 (28.), 47:49 (30.), 47:55 (32.), 47:59 (34.), 54:64 (38.), 61:66 (39.), 70:70 (40.), 77:75 (43.), 83:83 (45.), 87.88 (47.), 91:91 (50.), 95:93 (53.), 98:101.

Zuschauer
2764

Schiedsrichter
Andreas Schreiner, Jens Hegemann, Johannes Hack

Kommissar
Walter Schrauzer

Komplettes Scouting (Beko-BBL)
http://statistik.basketball-bundesliga.de/bbl/stats/game/index.php?saison=2009&spiel_id=7335

Pressemitteilung TBB Trier



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Offiziell

BBL

# T P Diff
1 BAM 38:4 399
2 ULM 34:8 119
3 QUA 30:10 187
4 BER 30:12 217
5 WÜR 24:16 119
6 BHV 22:18 -35
7 FCB 22:20 85
8 BRA 22:20 -17
9 OLD 20:18 13
10 BON 18:22 -26
11 FRA 18:24 -105
12 TÜB 18:24 -32
13 BAY 16:24 -120
14 HAG 14:26 -189
15 GIE 14:28 -173
16 TRI 14:28 -107
17 LUD 12:30 -56
18 GÖT 4:38 -279

ProA

# T P W/L
1 MBC 32 16/3
2 KIR 30 15/5
3 CHE 26 13/8
4 CRA 26 13/8
5 PAD 22 11/8
6 DÜS 20 10/10
7 JEN 20 10/11
8 HEI 18 9/10
9 NÜR 18 9/11
10 EHI 18 9/11
11 KAR 18 9/12
12 ETB 16 8/11
13 CUX 16 8/11
14 SAA 12 6/15
15 LEI 8 4/16

ProB

Nord

# T P W/L
1 HAN 34 17/5
2 BRA 28 14/6
3 HER 28 14/7
4 VEC 28 14/7
5 SCH 26 13/8
6 DOR 24 12/9
7 RSV 22 11/11
8 WUL 20 10/12
9 WOL 18 9/12
10 WED 18 9/13
11 LEV 16 8/13
12 ALB 12 6/15
13 BRN 2 1/20

Süd

# T P W/L
1 GOT 29 15/5
2 LEI 28 14/6
3 NÖR 26 13/7
4 BSW 26 13/7
5 RHÖ 24 12/8
6 HAN 24 12/8
7 LAN 22 11/9
8 LIC 20 10/10
9 GÜS 18 9/11
10 FRA 12 6/14
11 WEI 6 3/17
12 GIE 4 2/18

Alternativ

BBL

# T P W/L
1 BAM 38 19/2
2 ULM 34 17/4
3 QUA 30 15/5
4 BER 30 15/6
5 WÜR 24 12/8
6 BHV 22 11/9
7 FCB 22 11/10
8 BRA 22 11/10
9 OLD 20 10/9
10 BON 18 9/11
11 FRA 18 9/12
12 TÜB 18 9/12
13 BAY 16 8/12
14 HAG 14 7/13
15 GIE 14 7/14
16 TRI 14 7/14
17 LUD 12 6/15
18 GÖT 4 2/19

ProA

# T P Diff
1 MBC 32:6 168
2 KIR 30:10 154
3 CHE 26:16 43
4 CRA 26:16 55
5 PAD 22:16 42
6 DÜS 20:20 45
7 JEN 20:22 5
8 HEI 18:20 57
9 NÜR 18:22 -24
10 EHI 18:22 -26
11 KAR 18:24 -61
12 ETB 16:22 -11
13 CUX 16:22 -69
14 SAA 12:30 -122
15 LEI 8:32 -256

ProB

Nord

# T P Diff
1 HAN 34:10 236
2 BRA 28:12 155
3 HER 28:14 70
4 VEC 28:14 97
5 SCH 26:16 128
6 DOR 24:18 48
7 RSV 22:22 -39
8 WUL 20:24 -54
9 WOL 18:24 -23
10 WED 18:26 -17
11 LEV 16:26 -123
12 ALB 12:30 -212
13 BRN 2:40 -266

Süd

# T P Diff
1 GOT 30:10 178
2 LEI 28:12 122
3 NÖR 26:14 90
4 BSW 26:14 54
5 RHÖ 24:16 116
6 HAN 24:16 41
7 LAN 22:18 35
8 LIC 20:20 5
9 GÜS 18:22 -94
10 FRA 12:28 -106
11 WEI 6:34 -146
12 GIE 4:36 -295
 

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