ProB

Stuart Turnbull: Auf den Spuren der großen Schwester

Pucki am 07.10.2009 um 23:27

Familienzusammenführung à la SC Rist: Taryn Turnbull ist seit 2007 Führungsfigur des Wedeler Damen-Zweitligateams. Ihr Bruder Stuart verstärkt nun die Pro B-Herren und wird am Sonnabend gegen Ehingen seine Heimpremiere feiern. Ein Bericht über eine sportbegeisterte Familie aus Kanada, die in Wedel auf Korbjagd geht.


Er hatte kaum eine andere Wahl. Stuart Turnbull musste einfach Basketball-Spieler werden. Denn Basketball und die Familie Turnbull aus Kingston, Ontario – das gehört zusammen. Seine Schwestern Taryn und Breanna hatten sich früh der Korbjagd verschrieben und wurden trainiert von ihrem Vater Tom, einem langjährigen High School-Coach. Während es Taryn (31) bis ins kanadische Junioren-Nationalteam schaffte, an der Tulane University in New Orleans, LA spielte, später bekanntermaßen mit ihrem Mann, dem deutsch-kanadischen Eishockey-Profi John Tripp (Hamburg Freezers), nach Europa zog und seit 2007 uneingeschränkte Leistungsträgerin der 1. Damen ist, stand Breanna (26) sowohl im Basketball- als auch im Fußballteam des New Jersey Instituts of Technology.


Angesichts dieser sportbegeisterten Familie lag es nahe, dass auch Stuart einen ähnlichen Weg wie seine Schwestern einschlagen würde. „Da ich aus Kanada komme, habe ich auch viel Eishockey gespielt, mich letztlich aber für Basketball entschieden“, erzählt der 24-Jährige. Und diese Wahl hat er nie bereut. Denn schnell stellten sich Erfolge ein und sollten sich vor allem während seines fünfjährigen Aufenthalts an der Carleton University geradezu häufen. „Die besten fünf Teams der kanadischen College-Liga können mit jeder Mannschaft der NCAA mithalten“, ordnet er das Spielniveau gegenüber dem „großen Bruder“ USA ein. Regelmäßig forderten die „Carleton Ravens“ in der Saisonvorbereitung bekannte Namen aus dem Nachbarnland zum Duell heraus. 2008 unterlag man der University of Kansas hauchdünn mit 83:84 und fegte mit der University of South Alabama ein weiteres NCAA Division One-Team mit 78:59 weg.


Der entscheidende Faktor dafür, dass Turnbull mit Carleton von 2004 bis 2009 viermal die Meisterschaft in der kanadischen College-Liga CIS gewann, war für den 24 Jahre alten Guard Headcoach Dave Smart. „Er ist einer der besten Trainer in Kanada. In der Anfangszeit war es hart für mich, weil Coach Smart sehr viel verlangt. Aber er macht jeden Spieler und das Team besser. Bei ihm heißt es: You quit or you succeed.“ Smart, zugleich Assistenztrainer der kanadischen Nationalmannschaft, gilt als Erfolgsgarant der „Ravens“ und formte auch Turnbull. Der schönste der vier Titelgewinne ist für den 24-Jährigen der letzte, im Frühjahr 2009 errungene (Video: http://www.youtube.com/watch?v=xWMpUBqmfJE&feature=related). Kein Wunder, denn gemeinsam mit Aaron Doornekamp (jetzt bei Juve Caserta in der italienischen Serie A unter Vertrag) war Turnbull 2008/2009 DIE Führungsfigur der Raben und der Akteur, der den Ball in der Hand hielt, wenn eine Partie auf Messers Schneide stand. So etwa im Meisterschafts-Halbfinale gegen die Western University (66:65), das Turnbull mit einem „Buzzer Beater“ zu Carletons Gunsten entschied (Video: http://www.youtube.com/watch?v=jyHYvck3gbQ&feature=related) „Das sind Momente als Basketball-Spieler, die man nicht vergisst“, so der 24-Jährige. Die Auszeichnungen prasselten nach der erneuten Meisterschaft nur so auf ihn nieder: All-Canada First Team (also einer der fünf besten Spieler der CIS in der Saison 2008/2009), MVP der CIS-Playoffs, zudem bester Spieler der Saison in der OUA East-Division. „Die Berufung ins All-Canada-Team war sicherlich die schönste der Auszeichnungen“, sagt er rückblickend.


Als sich die erfolgreiche College-Karriere dem Ende entgegenneigte, fasste Turnbull den Entschluss, es anschließend als Basketballer in Europa zu versuchen. Durch seine Besuche bei seiner Schwester Taryn hatte er bereits einen Eindruck von Deutschland erhalten: „Ein Land, in dem man sehr gut leben kann“, findet er. Ende September traf Stuart in Hamburg ein, spielte bereits wenige Stunden nach seiner Ankunft für die Rister beim „Pentosin-Cup“ und absolvierte in den Tagen darauf ein Probetraining bei den Giants Nördlingen. Beim Pro A-Team traf er mit Osvaldo Jeanty einen früheren Kollegen von der Carleton University („Ein großartiger Spieler. Wenn Os ein wenig größer wäre, wäre er Michael Jordan“, sagt Turnbull schmunzelnd), der in der vergangenen Spielzeit für die Schwaben in der Bundesliga spielte und als einer der besten Distanzschützen des Basketball-Oberhauses glänzte.


Letztlich entschieden sich die Nördlinger Verantwortlichen mit Casey Archibald allerdings für einen anderen, bereits europaerfahrenen Kanadier. Glück für den SC Rist, denn Turnbull kam zurück in den Norden und feierte am Sonnabend sein Pflichtspieldebüt in Gelb-Grün. „Wir waren ein bisschen unglücklich. In der Anfangsphase waren wir die bessere Mannschaft, konnten aber leider nicht gewinnen“, schaut der Kanadier auf die 79:83-Niederlage bei den Frankfurt Skyliners zurück. „Stu hat sein Bestes versucht, war aber noch etwas unsicher, weil er unsere Systeme noch nicht so gut kannte“, sagte 1. Herren-Coach Özhan Gürel im Anschluss an die Partie. Doch Gürel ist sich sicher, dass der Kanadier nach einer Eingewöhnungszeit schon sehr bald eine wichtige Rolle in der Mannschaft übernehmen wird: „Er bringt sich im Training sehr gut ein. Da Stu aus dem amerikanischen Basketball kommt, sind einige Systeme und taktische Dinge bei uns anders als er sie bisher kannte, aber er ist ein intelligenter Junge und lernt schnell.“

Pressemitteilung: SC Rist Wedel



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