BBL

Ausweitung der Positivquote für deutsche Spieler - Staffelung und Steigerung

Pucki am 04.10.2009 um 12:37

Wie sieht die Positivquote für deutsche Spieler nach der Saison 2009/2010 aus? Diese Frage war auf der Jahreshauptversammlung der Beko Basketball Bundesliga (Beko BBL) in Oldenburg ein wichtiges Gesprächsthema. Am Ende der zweitägigen Sitzung, zu der auch teilweise Bundestrainer Dirk Bauermann geladen war, und intensiver Diskussion sprachen sich die 18 Vereinsvertreter mit nur einer Gegenstimme für eine weitere Steigerung der Quote für einheimische Spieler und somit für eine Planungssicherheit bis zum Ende der Saison 2014/2015 aus. Die neue Regelung besteht nicht nur aus einer Steigerung, sondern sieht auch eine Staffelung je nach Anzahl der insgesamt eingesetzten Spieler pro Spiel vor.

Festgelegt wurde, dass ab der Saison 2010/2011 vier von Minimum zehn Spielern, die auf dem Spielberichtsbogen zu vermerken sind, über einen deutschen Pass verfügen müssen. Diese Zahl gilt auch bei elf eingetragenen Akteuren auf dem Spielberichtsbogen. Bei der Maximalzahl von zwölf Spielern steigt die Zahl der deutschen Akteure auf fünf an. Ab der Saison 2012/2013 gilt folgende Regelung: Vier von zehn Spielern auf dem Spielberichtsbogen müssen Deutsche sein; bei elf Spielern sind es deren fünf, bei zwölf Spielern deren sechs. Die bisherige Quotierung für deutsche Spieler, die auf den Mannschaftsmeldebögen vermerkt sein müssen, wird es nicht mehr geben.

„Diese auch in Spanien, Italien oder Frankreich in ähnlicher Form praktizierte Regelung erscheint aus unserer Sicht am sinnvollsten, um einerseits Spielzeit für einheimische Spieler zu gewährleisten und schrittweise zu steigern, andererseits aber die Coaching-Optionen und damit das Spiel selbst nicht zu sehr einzuschränken“, so Jan Pommer, Geschäftsführer der Beko Basketball Bundesliga. Und: „Wichtig ist uns auch, dass wir mit einer solchen Regelung jungen deutschen Spieler eine deutliche Perspektive bieten, den Weg als Profisportler einzuschlagen.“

Mit diesem Beschluss, so Pommer weiter, schaffe man einerseits eine 6+6-Regelung, andererseits lasse dies den Vereinen Entscheidungs- und Handlungsspielraum. Gewährleistet ist damit in jedem Fall, dass der prozentuale Anteil der deutschen Akteure innerhalb einer Mannschaft pro Partie immer zwischen 40 und 50 Prozent beträgt und die Einsatzzeiten dadurch steigen werden. „Dies ist eine sehr gute Basis, um die von uns im Business-Plan festgelegten 30 Prozent Spielanteile für deutsche Spieler nach der Saison 2012/2013 zu erreichen“, sagte der Präsident der Beko BBL, Dr. Thomas Braumann. Und weiter: „Das vielfach diskutierte 4+1-Modell, wonach mindestens ein Deutscher zu jeder Zeit der Begegnung auf dem Parkett hätte stehen müssen, hat die Mehrheit der Vereinsvertreter nicht überzeugen können. Viele sahen darin einen elementaren Eingriff ins Spiel.“

Neben der Erhöhung der Positivquote wird die Beko BBL ihre bisherigen erheblichen Anstrengungen im Bereich der Nachwuchsförderung fortsetzen. „Die Positivquote wird in der öffentlich geführten Diskussion zu Unrecht gern als Allheilmittel dargestellt, ist aber allenfalls ein begleitendes Instrumentarium. Vielmehr geht es darum, Strukturen und Rahmenbedingungen in der Nachwuchsförderung erheblich zu verbessern“, so Jens Staudenmayer, Leiter Sport der Beko Basketball Bundesliga.

„Die Beko BBL-Vereine bekennen sich ausdrücklich dazu, weiterhin alle erdenklichen Anstrengungen in diese Richtung zu unternehmen. Die Last allein auf die ‚Leuchttürme’ zu verteilen, wird jedoch nicht ausreichen“, erklärte Staudenmayer. Hier sei auch der Deutsche Basketball Bund stark gefordert, insbesondere mit Trainingskonzeptionen, Talentsichtungsmaßnahmen und in der Trainerqualifikation.

Die Beko BBL-Klubs sind nach wie vor verpflichtet, acht Prozent ihres Spieleretats in die Ausbildung junger deutscher Spieler zu investieren. Zudem wird der Einsatz von deutschen U24-Spielern des Jahrgangs 1986 und jünger durch den in der vergangenen Spielzeit installierten Ausbildungsfonds finanziell belohnt. Nicht zuletzt verfügt jeder Erstligastandort über eine Mannschaft in der Nachwuchs Basketball Bundesliga (NBBL, U19). Erweitert wird das Förderkonzept, an dem auch der Deutsche Basketball Bund und die AG 2. Basketball-Bundesliga Herren beteiligt sind, durch den Start der Jugend Basketball Bundesliga (JBBL, U16) zur Saison 2009/2010.

„Dies wird wünschenswerte Konzentrationsprozesse auslösen und damit die Qualität in der Spielerausbildung steigern“, ist Jan Pommer von der Richtigkeit dieses Weges überzeugt. Nur so gelinge es, mittel- und langfristig die Basis an jungen und talentierten deutschen Spielern auszubauen. Dazu müsse die systematische Trainerausbildung noch mehr als bislang intensiviert werden – und die Sichtung müsse deutlich früher als bislang beginnen, so Pommer weiter.

 

Pressemitteilung: Beko BBL



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