ProA

BV Chemnitz 99: "Wir werden weiterhin ProA spielen!"

DragonLi am 04.07.2009 um 16:48

Die gute Nachricht zuerst: Die NINERS haben die Lizenz für die kommende Saison in der 2. Basketballbundesliga ProA erhalten. Doch die Information, welche die Vereinsführung der BV Chemnitz 99 am Freitagnachmittag von der Ligaleitung erhielt, beinhaltete auch einen großen Wermutstropfen. Demnach wurde die Teilnahmeberechtigung zunächst nur unter Vorbehalt erteilt. Grund dafür ist ein umfangreiches Ranking-System, welches dieses Jahr über die Lizenzvergabe entscheidet und neben sportlichen, zu großen Teilen auch wirtschaftliche und strukturelle Aspekte beachtet.

Durch einen Grundlagenvertrag mit der BBL hatte sich die 2. Liga verpflichtet, ihre Vereine zu einer weitergehenden Professionalisierung anzuhalten. So hätten ursprünglich alle ProA-Teilnehmer in der kommenden Saison einen Etat von mindestens 400.000 Euro, sowie eine Halle mit 1.800 oder mehr Plätzen vorweisen müssen. Allerdings zeichnete sich schon im Frühjahr ab, dass nicht alle Vereine diese Anforderungen werden erfüllen können. Deshalb einigten sich die Clubvertreter auf eine Ranking-Tabelle, in der sowohl für das sportliche Abschneiden, als auch für Etat und Hallengröße Punktwerte vergeben werden, nach denen sich die ProA-Liga letztendlich zusammensetzt.

Bei sportlicher Qualifikation und Hallengröße erfüllte Chemnitz die Anforderungen vollständig, beim Etat war dagegen mit einer Abwertung zu rechnen. Während der Sitzung des Verwaltungsrates der Basketball Holding GmbH in Köln wurden die NINERS allerdings ans Ende der Ranking-Tabelle gesetzt, gleichauf mit Hannover, dem Tabellen-Zehnten der abgelaufenen ProB-Saison. Außerdem landete man beispielweise noch hinter Osnabrück, die zuletzt ebenfalls ProB spielten, jedoch einen deutlich höheren Etat als Chemnitz nachweisen konnten und die NINERS im Ranking somit überholten.

Nun liegt die BV Chemnitz 99 im Punkte-Ranking aber weiterhin unter den besten 14 Mannschaften, was mit den beiden regulären Absteigern aus der BBL eigentlich zu einer Teilnahme an der kommenden ProA-Saison berechtigt. Eigentlich! Denn bislang hat die BBL die Zahl der Absteiger noch nicht benannt. Nach dem freiwilligen Rückzug Nördlingens in die ProA läuft aktuell ein schwebendes Gerichtsverfahren mit dem ursprünglichen sportlichen Absteiger LTi Gießen 46ers. Darüber hinaus haben sich diese, ebenso wie der zweite Absteiger Eisbären Bremerhaven für eine BBL-Wildcard beworben. Außerdem haben einige Erstligisten bestimmte Lizenzauflagen noch nicht vollständig erfüllt. In den kommenden Tagen wird das Schiedsgericht, die Lizenzabteilung und die Mitgliederversammlung der BBL darüber entscheiden, wie viele Absteiger es letztlich geben wird. Sollten es mehr als zwei sein, könnte der BV Chemnitz 99 im Nachgang die ProA-Lizenz doch noch entzogen werden, wenn die Teilnehmerzahl von 16 Teams überschritten wird.

„Die Ligaleitung hat uns versichert, dass es nach dem momentanen Stand der Dinge nicht mehr als zwei Absteiger aus der BBL geben wird. Deshalb gehen wir fest davon aus, dass wir auch kommende Saison in der ProA spielen werden, wenngleich wir die Entscheidungen in der BBL abwarten müssen“, sagt Detlef Müller, der gemeinsam mit BV-Geschäftsführer Wolfgang Leibiger gerade bei der Ligasitzung in Paderborn weilt. Nichtsdestotrotz übt der NINERS-Präsident heftige Kritik am Lizenzierungsverfahren: „Es ist schon beachtlich, wie viele Vereine in Zeiten der Wirtschaftskrise ihre Hallenkapazitäten schlagartig vergrößern und ihren Etat teilweise verdoppeln konnten, um im Ranking letztlich vor uns zu stehen. Das habe ich auch auf der Ligasitzung geäußert und angemahnt, dass man die angegebenen Zahlen im Nachhinein genauer begutachten sollte. Es ist naheliegend, dass nicht alle Inhalte den Tatsachen entsprechen. Zudem ist das ganze Verfahren kaum transparent, weil die Liga in Lizenzfragen aus Geheimhaltungsgründen keine konkreten Zahlen veröffentlichen darf. Am Ende wird vielleicht ein Verein wie wir bestraft, der einen absolut ehrlichen, real untersetzten Etat angibt, die Gehälter immer pünktlich zahlt und seit Jahren im guten Mittelfeld der Liga mitspielt.“ Interessanterweise diskutiert die Ligaversammlung aus aktuellem Anlass gerade über eine Absenkung der sogenannten Mindeststandards für die Saison 2010/2011: Im Gespräch ist ein Mindestetat von 250.000 Euro und eine Hallenkapazität von 1.200 Plätzen.

Unabhängig von der aktuellen Situation arbeitet die gesamte Chemnitzer Vereinsführung mit aller Kraft daran, dass man künftig nicht mehr von derlei „Rechenspielchen“ abhängig ist. So gab es in den letzten Tagen einige vielversprechende Verhandlungen mit alten und neuen Sponsoren. Weitere werden in den nächsten Wochen folgen. „Wir liegen jetzt schon über dem Etat, welchen wir am 30. Juni bei der Liga eingereicht haben und wir müssen trotz der Wirtschaftskrise keine Einschnitte machen“, bestätigt Müller. Dennoch muss man bei den NINERS inzwischen auch ernsthaft über eine Erhöhung der Eintrittspreise nachdenken. Hier liegt die BV Chemnitz 99 traditionell am unteren Ende der Liga. Selbst Aufsteiger wie Crailsheim, Osnabrück und Hannover verlangen deutlich höhere Preise. Müller: „Das gestiegene Niveau in der 2. Basketballbundesliga, insbesondere durch die Staffelzusammenlegung vor zwei Jahren, sowie höchst konkurrenzfähige BBL-Absteiger und ProB-Aufsteiger, stellt uns vor neue sportliche und finanzielle Herausforderungen. In diesem Zusammenhang haben wir Nachholbedarf. In Zukunft sind aber auch die regionale Wirtschaft und die Stadt Chemnitz gefragt, wenn wir hier weiterhin hochklassigen Männerbasketball erhalten wollen.“

Voraussichtliches Teilnehmerfeld der 2. Basketballbundesliga ProA 2009/2010:

BBC Bayreuth, BG Karlsruhe, BV Chemnitz 99, Cuxhaven BasCats, ETB Wohnbau Baskets Essen, FC Bayern München, Giants Nördlingen, GiroLive-Ballers Osnabrück, proveo Merlins Crailsheim, Saar-Pfalz Braves (Homburg, ehemals Kaiserlautern), Science City Jena, TV 1862 Langen, UBC Hannover, USC Heidelberg, VfL Kirchheim Knights und ein weiterer noch nicht benannter Absteiger aus der BBL (wahrscheinlich LTi Gießen 46ers oder Eisbären Bremerhaven)

Pressemitteilung: BV Chemnitz 99



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