BG Göttingen

„Es muss dringend etwas passieren!“

Pucki am 19.06.2009 um 17:51

Bis zum 30. Juni muss die starting five GmbH (Lizenzträger der MEG Göttingen) exakt 80 Prozent aller Sponsorengelder für die kommende Spielzeit vorweisen. Die Erfüllung dieser Lizenzauflage seitens der Basketball Bundesliga ist in Zeiten der wirtschaftlichen Krise ein schweres Unterfangen für die Veilchen. Die Unterstützung aus der Göttinger Bevölkerung ist groß, doch fehlen den MEG-Basketballern nach wie vor die großen Sponsoren.

Die MEG Göttingen war in der Saison 2008/2009 das Überraschungsteam schlechthin und eilte in der Basketball Bundesliga von Sieg zu Sieg. Die Erfolgswelle verschaffte den Veilchen auf dem Spielfeld eine Menge Respekt und schlug sich in zahlreichen überregionalen Medienberichten nieder. Mit durchschnittlich 3.132 Zuschauern bei den Heimspielen in der Lokhalle konnte man zudem einen neuen Zuschauerrekord aufstellen. Viel Grund zur Freude, wenn da nicht die schwierige wirtschaftliche Situation wäre. Denn ungeachtet des sportlichen Erfolges und des großen Fanzuspruchs, stellt sich im Sponsoring-Bereich die Situation für die Göttinger Basketballer schwierig dar. Angesichts der näher rückenden Frist zum Nachweis der Sponsoringeinnahmen beim Lizenzligaausschuss der BBL, beantwortet starting five-Geschäftsführer Marc Franz die wichtigsten Fragen zur finanziellen Situation der MEG Göttingen.


1. Für die kommende Spielzeit ist ein Etat von 1,7 Millionen Euro vorgesehen. Wie weit ist man mit der Abdeckung des Etats?

Marc Franz: Wir sind weit davon entfernt von einem gedeckten Etat sprechen zu können. Bei unserer Etatplanung für die kommende Saison sind wir bereits davon ausgegangen, dass im Vergleich zur Vorsaison keine Steigerung des Etats möglich ist. Und das, obwohl sich das Zuschauer- und auch Medieninteresse auf einem absoluten Hoch befinden. Bei der Zahl der Dauerkartenverkäufe liegen wir voll auf Kurs. Die Göttinger haben das Team in ihr Herz geschlossen. Die Fanunterstützung ist wirklich enorm. Und auch die Medien finden uns interessant. Wir waren bundesweit und teilweise sogar darüber hinaus in so gut wie allen wichtigen Medien präsent. Vor diesem Hintergrund ist es kaum zu glauben, dass uns die Sponsorenakquise so große Probleme bereitet. Ohne Sponsoren geht es nicht. Sponsoring ist und bleibt ein elementarer Bestandteil im Profisport.


2. Was sind die größten Eckpfeiler in der Etatplanung?

Marc Franz: Zum einem das eben angesprochene Sponsoring. Weitere wichtige Eckpfeiler unseres Etats sind die Zuschauereinnahmen und auch der businessClub, also unser Sponsorenpool bestehend aus über 100 Kleinunternehmern und Mittelständlern, die sehr viel Herzblut für den Göttinger Basketball haben. Denen kann ich gar nicht genug für ihr Engagement danken. Der buisnessClub sorgt zusammen mit unserem Namenssponsor MEG AG für rund ein Drittel unseres Etats. In diesem Zusammenhang möchte ich deutlich hervorheben, wie wichtig das Engagement der MEG AG für uns ist. Die Einnahmen aus Ticketing sind ein weiterer wichtiger Eckpfeiler. Sie machen ein weiteres Drittel der Einnahmen aus. Die Fanunterstützung ist schlichtweg überwältigend. Das noch fehlende Drittel des Budgets muss dann über Sponsoring gedeckt werden. Und genau an dieser Stelle präsentiert sich die Situation alles andere als zufriedenstellend. Den Einnahmen stehen natürlich auch Ausgabenposten gegenüber. Beispielsweise zahlen wir rund 170.000 Euro Hallenmiete an die GWG. Im Gesamtzusammenhang für uns ein echter Kraftakt.


3. Welche konkrete Gegenwerte für Unternehmen bietet denn ein Sponsoring bei der MEG Göttingen?

Marc Franz: Mit den für Sport typischen Werbeflächen wie Trikot, Freiwurfkreise oder Banden im TV-Sichtbereich haben wir hoch attraktive Gegenwerte, die noch für die kommende Saison zu vergeben sind. Wer sich bei uns engagiert, der wirbt mit einem Club der jung und erfolgreich ist sowie über eine große Fanbasis verfügt. Das Medieninteresse an uns wächst beständig. Über 50 Medienvertreter waren bei jedem unserer Heimspiele. Jede große deutsche Tageszeitung hat über uns berichtet. Hinzu kommen Berichte in den großen Sportmagazinen sowie, ganz wichtig, TV-Präsenz. Zuletzt waren unsere Spiele sogar live im Free-TV auf Eurosport zu sehen. Mit unserem sportlichen Erfolg haben wir alle überrascht und in der Tabelle Teams hinter uns gelassen, die einen wesentlich höheren Etat haben. Wir haben gezeigt, dass man mit Teamgeist. Leidenschaft und hohem Engagement sehr viel erreichen kann. Head Coach John Patrick leistet hervorragende Arbeit und sportlich muss uns auch in der kommenden Saison nicht bange werden. Und das, obwohl wir John kein riesiges Budget für Spieler bereitstellen können.


4. Ist Bundesliga Basketball in Göttingen ohne ein größeres Engagement von Sponsoren mittelfristig überhaupt denkbar?

Marc Franz: Ein klares Nein! Schon jetzt ist es sehr problematisch. Entgegen der bei einigen Menschen verbreiteten Ansicht, sind wir finanziell nicht auf Rosen gebettet. Ganz im Gegenteil! Ohne ein größeres Engagement von Unternehmen muss man ganz klar die Frage stellen, wie lange Bundesliga Basketball in Göttingen noch machbar ist. Man darf auch nicht vergessen, dass wir uns ja nicht nur Profi-Sport kümmern, sondern auch eine Menge für den Breitensport in der Region tun. Mit unserer Schulkooperation Veilchen@school haben wir in sehr kurzer Zeit ein erfolgreiches Projekt auf den Weg gebracht. Zudem fördern wir den Nachwuchsbasketball in Göttingen mit knapp 100.000 Euro. Wenn wir uns zurückziehen müssen, löst sich nicht einfach nur irgendeine Profi-Mannschaft auf. Es erwachsen auch deutliche Nachteile für den Breitensport daraus. Zudem haben wir den Namen Göttingens in den vergangenen zwei Jahren deutschlandweit sehr gut repräsentiert und den Bekanntheitsgrad gesteigert.


5. Eine letzte Frage: Wie sieht der Zeitplan für die kommenden Tage aus?

Marc Franz: Bis zum 30. Juni müssen wir der Basketball Bundesliga ein zu 80 Prozent gedecktes Sponsoren-Budget vorlegen. Schon jetzt arbeiten wir Tag und Nacht daran, diese Auflage zu erfüllen. Wir führen viele Gespräche, jetzt brauchen wir Zahlen schwarz auf weiß. Alleine schaffen wir dies aber nicht. Wir benötigen die Unterstützung der regionalen Wirtschaft und der Politik. Neue Partner sind uns herzlich willkommen. Es ist wirklich etwas wert, sich mittelfristig für den Göttinger Spitzenbasketball zu engagieren. Wenn Göttingen als Sportstadt in der Sportlandschaft Deutschlands wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwindet, ist damit niemandem geholfen. Gerade weil sich die Göttinger sehr stark mit ihrem Basketball-Team identifizieren. In den kommenden Tagen muss dringend etwas passieren!


6. Welche Maßnahmen sich nun kurzfristig geplant?

Wir veranstalten am Dienstag, 23.06.09 um 20 Uhr im Hotel Freizeit In eine Infoveranstaltung für unsere Partner und Sponsoren. Dazu möchte ich auch alle interessierten Förderer einladen, die sich bisher noch nicht bei uns engagieren. Wir benötigen nun ein klares Signal der Region. Ein Signal PRO Bundesliga Basketball in Göttingen.

Pressemitteilung: MEG Göttingen

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