Giants Nördlingen

Trotz Niederlage gegen Veilchen ist der Klassenerhalt sicher

Lomax am 21.04.2009 um 09:03

In keinem der 32 BBL-Spiele erzielten die Giants Nördlingen 92 Punkte. Und in keinem kassierten sie 97. Mit ihrem bisherigen Punkterekord nahm die MEG Göttingen nach einem tempogeladenen Spiel verdient zwei Punkte mit aus dem Ries und fügten den Nördlingern die achte Niederlage in Folge bei. Dass es dabei nach einem zwischenzeitlichen Nördlinger 19-Punkterückstand zu verstärkter Schweißdrüsentätigkeit bei den Kraterfans und zumindest auch bei Göttinges Coach John Patrick kam war nicht überraschend. Schließlich ist das „Nicht aufgeben!“ eine Stärke der Nördlinger Spaßmacher.

Bei sommerlichen Temperaturen im Nördlinger Ries sind trotz sportlichem Alternativprogramm auf dem Lande gut 1.800 Zuschauer in den Hexenkessel gekommen. Die sahen dann auch ein sehr unterhaltsames Spiel, in dem weniger das Rückzugsverhalten der Protagonisten auf dem Feld zu bewundern war als vielmehr die hohe Angriffsintensität. Nach der einzigen Führung der Nördlinger nach zwei Freiwürfen von Danny Gibson zum 2:0 übernahmen die Niedersachsen das Kommando. Vier von sieben Dreiern, eine Wurfquote von 67% im ersten Viertel und die Gäste holten sich das erste Viertel mit 32:23. Der Aufsteiger mühte sich redlich, nicht von der „Veilchen-Power“ mitgerissen zu werden, hatte aber dem Angriffswirbel der Göttinger nichts entgegen zu setzen, zumal die Gastgeber sich mit neun teilweise haarsträubenden Ballverlusten selber unnötig unter Druck setzten.

Auch im zweiten Viertel ein unverändertes Bild. Der Tabellendritte dunkte, legte oder warf die Kugel aus allen möglichen und unmöglichen Positionen durch die Nördlinger Reuse. Die Nördlinger, die das Tempo der Gäste mitgingen, hatte nicht die Möglichkeit, als Spaßbremse für die Göttinger aufzutreten. Da half auch ein erneut starker Monta McGhee nicht oder ein gut ackernder Omari Westley. Von einem 28:39 (12.Min) über ein 33:49 (14. Min) ging es bis zur 17. Minute zu einem 39:54. Erst da schien es, als ob bei Göttingen der Motor ins Stocken kam. Die Wurfquote sank, Nördlingen kam mit einer aggressiveren Zonendeckung zu einigen Ballgewinnen. Doch konnten die Rieser daraus kein Kapital schlagen. Dennoch war der 45:56-Pausenrückstand für die Nördlinger im Rahmen der Erwartungen.

In der Pause schien es in der Göttinger Kabine einige klärende Worte gegeben zu haben. Innerhalb von vier Minuten fanden die Veilchen zum Anfangselan zurück und erhöhten auf ein 50:69 (24. Min.). Dabei tat sich besonders Göttingens Kapitän Ben Jacobsen hervor, der innerhalb von einer Minute zwei Dreipunktwürfe verwandelte. Doch für die Nördlinger schien jetzt „Schluß mit lustig“. Jeanty, Westley und Gibson schlossen je mit einem Dreier ab. Noch einmal Jeanty und wieder Gibson mit Drei verkürzten auf ein 64:75. In der Hermann-Keßler-Halle fing es an zu brodeln. Als McGhee mit einem Dreipunktspiel den Rückstand auf zehn Punkte verkürzte, explodierte der Hexenkessel. Die Veilchen schienen in eine Froststarre gefallen zu sein. Westley mit Freiwurf, ein starker Derrick Lang und erneut Gibson mit einem Dreier, dem sechsten Nördlinger Dreier in diesem Viertel und Nördlingen war bei einem 75:79 „back in game“. Möglicherweise rettete die Viertelpause die Veilchen, tatsächlich von der entfesselten Nördlinger Basketballfamilie, rein sportlich, gepflückt zu werden. Göttingen war vollkommen von der Rolle und verlor die Kontrolle.

Zwei Minuten Blumen gießen durch die Göttinger Trainer sollte für den Schlussabschnitt reichen. Göttingen erhöhte um zwei, Gibson und Westley verkürzten aber auf 79:81. Dann lieferten sich die Dreierschützen beider Teams einen sehenswerten Fight: Trice, Gibson, Oliver und Westley. Sechs Minuten vor Ende stand es 85:87 als der Topscorer des Abends, Monta McGhee, an die Freiwurflinie geschickt wurde. Der mögliche Ausgleich wurde aber vergeben, nur ein Wurf verwandelt. Insgesamt haderten die Rieser erneut mit ihren Chancen von der Linie. Mit 16 Treffern aus 25 Versuchen gewinnt man keine engen Spiele. Gibson und Jeanty, obwohl mit einem starken Auftritt, machten es in der Schlussphase nicht besser. Die Göttinger trafen in der gleichen Zeit alle vier zugesprochenen Strafwürfe. Als Gibson in den letzten Sekunden doch noch zweimal traf, war die Niederlage bereits besiegelt.
Es war ein packendes Spiel mit sehr vielen sehenswerten Offensivszenen. Göttingen fand den Weg zurück in die Erfolgsspur, Nördlingen vergab Chancen vor allem an der Freiwurflinie. Defensivtaktiker werden wenig Freude an dem Spiel gehabt haben, welches trotz Niederlage der Nördlinger aber als eine gelungene Alternative zu Kaffe und Kuchen angesehen werden kann.

Nachdem Bremerhaven bei den Brose Baskets Bamberg verloren hat und auch Gießen nicht mehr an den Riesern vorbeiziehen kann haben die Nördlinger tatsächlich drei Spieltage vor Ende der Hauptrunde ihr sportliches Ziel erreicht: den Nichtabstieg. Besser als damals im ersten Jahr der Zweitligazugehörigkeit, als man dem sofortigen Abstieg erst am letzten Spieltag entging…

Pressemitteilung: Giants Nördlingen

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