Giants Nördlingen

Rieser Schwabenstreich in Braunschweig?

Lomax am 27.02.2009 um 00:34

Eine Fahrt ins Ungewisse steht den Giants Nördlingen bevor. Dabei sind doch Ziel und Zweck der Reise bekannt. Es geht zum aktuellen Tabellen-zehnten, den New York Phantoms Braunschweig (20:24 Punkte). Dort werden am ungewohnten Freitagabend ab 19.00Uhr im Rahmen des 23. Spieltages zwei Punkte vergeben. Beide Teams hätten diese gerne auf ihrem Konto.

Ungewiss ist die Fahrt deshalb, weil mit den Niedersachsen ein Gegner wartet, den man leistungsmäßig nicht so einfach einordnen kann. Mit insgesamt acht Heimsiegen sind die Phantome schwer verdauliche Auswärtsbrocken jeder Gästemannschaft. Heimniederlagen gegen den Tabellenletzten Bremerhaven zu Beginn der Saison sowie gegen den Tabellenfünfzehnten Düsseldorf scheinen Ausnahmen zu sein. Ihnen stehen Siege unter anderem gegen den neuen Tabellenführer Göttingen, den Tabellendritten Bonn und Tabellensechsten Ulm gegenüber. Auch ein hart umkämpfter Sieg in Nördlingen, was nicht jeder Mannschaft gelang, gilt es zu verzeichnen. Zu den Negativerlebnissen aber auch als Beweis der Heimstärke der Phantoms gehört die bisher letzte und zudem knappe 70:72-Heimniederlage gegen den jetzigen Tabellenzweiten Oldenburg. Die datiert vom 12. Spieltag. Neun Niederlagen in der Fremde stehen dieser tollen Heimbilanz gegenüber. Die Rieser auf Platz 14 (18:26) wollen ihre eigene ausbaufähige Auswärtsbilanz von lediglich 3 Siegen aber weiter aufpolieren. Ein bilateraler Interessenskonflikt scheint vorprogrammiert, sehr zur Freude der mitreisenden Nördlinger Fans.
Bei den Braunschweigern hebt sich ein Quartett besonders hervor: Smallforward Dustin Salisbery etwa mit 12 Punkten, Spielmacher William Franklin mit 11,9, der foulanfällige (3,8 Fouls) Powerforward und zweimalige All-Star Andrew Drevo mit 11,4 Punkten und Center Kyle Visser mit 10,4 Wertungen und knapp sechs Rebounds. Ein richtiges Phantom scheint der ehemalige Ulmer Jonathan Levy zu sein. Als Verteidigungsspezialist mit Scorerqualitäten (9,7 Punkte) steht er seinem Gegner unangenehm effektiv auf den Füßen. Im Gegenzug kann er seinem Verteidiger dann schwer im Magen liegen, trifft er doch mit 44%-iger Wahrscheinlichkeit, die auch schon mal bis auf 70% und deutlich zweistellige Punktwerte anwächst. Zudem gilt er als spektakulärer Vielflieger, was ihm eine Teilnahme beim All-Star-Dunkingwettbewerb einbrachte. Für die Gastgeber gilt es mit einem Sieg gegen die Rieser die Chancen auf die anvisierten Play-Offs aufrecht zu halten. Die Verpflichtung von dem US-Amerikaner Ayinde Ubaka auf der Spielmacherposition unterstreicht diese Ambitionen. Ubaka soll Regisseur Franklin entlasten. Letzte Saison verpassten die Braunschweiger die K.O-Runde mit Platz neun knapp. Am letzten Spieltag mussten die Phantoms die Punkte nach einer 81:83-Niederlage in Paderborn lassen. 16 Sekunden vor Ende hatte man diese noch in der Tasche, ehe sich ein Paderborner Dreipunktwurf durch die Braunschweiger Maschen rauschte. Und die Rieser hatten bekanntlich ein opulentes Dejavu-Erlebnis mit ihren Gästen aus Bamberg.

Die Kraterboys können nach diesem Sieg ziemlich unbekümmert in der zweitgrößten Stadt Niedersachsens aufspielen. Die Glanzleistung von Center Brian Butch, gegen Bamberg so groß und schwer bezwingbar wie die Eiger Nordwand, fördert nun Optionen zu Tage, die durch ein zu erwartendes und lang ersehntes Comeback von Avi Kazarnovski höchst erfreuliche Formen annehmen. Der Nördlinger Center machte sein letztes Spiel am achten Spieltag. Zuviel darf man sich natürlich noch nicht vom zweitgrößten Rieser Riesen erwarten. Die Hauptsache für die Giants dürfte sein, dass er wieder aktiv ins Geschehen eingreifen kann. Doch bei aller Lockerheit darf man eine Kleinigkeit nicht übersehen: acht Teams zwischen Rang neun (Bamberg) und Rang 16 (Giessen) liegen nur sechs Punkte auseinander. Sieg und Niederlage können sich drastisch auswirken. Für die Nördlinger hätte ein Auswärtssieg durchaus positive Aspekte. Zuerst natürlich zwei Punkte im Kampf um die immer noch nicht gesicherten Nicht-Abstiegsplätze. Die würden dann mit einem kleinen Punktepolster leichter zu verteidigen sein. Die Punkte aus dem Bambergspiel wären nachträglich vergoldet. Schlägt man die Gastgeber gar mit mehr als den sechs Punkten Differenz aus der 63:69-Hinspielniederlage gewinnt man auch den direkten Vergleich und macht weiteren Boden gut. Sollten dann die Ergebnisse aus den anderen Spielen kulant für die Rieser ausfallen, wäre das eine für die Giants Nördlingen durchaus erfreuliche Randerscheinung, die sich ebenfalls in der Tabelle niederschlägt. Braucht es noch mehr Motivation für einen Schwabenstreich im fernen Braunschweig?

Pressemitteilung: Giants Nördlingen

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