FORWARD

FORWARD - Karim Aw - Der deutsche Mutombo

Lomax am 24.02.2009 um 09:55

Das langgezogene Kariiiiiiim Aaaaaaaaaaaaaw des Hallensprechers in der Nürnberger BBZ-Halle klingt auch heute noch in meinen Ohren, als wäre es erst gestern gewesen. Am Berliner Platz in der Franken-Metropole sprang, flog und blockte der bereits damals 40-jährige Karim Aw, was Parkett und Bretter hergaben. Er zeigte es den jungen Hüpfern, verteilte kräftig Ellenbogen und stand drei Sekunden länger in der Zone als sein meist dumm aus der Wäsche schauender Gegner. Auch wenn sein Wurf so ästhetisch wirkte wie unrasierte Frauenbeine, gab er in jeder Partie 100 Prozent, meist mehr. Er war die letzte Bastion am Korb der damaligen „Harlander-Seniorentruppe“, rockte an der Seite von „rüstigen Rentnern“ wie Marcel Tenter und Thomas Rissmann oder Freshman Julius Jenkins die 2. Liga. Arbeitstier Aw, der personifizierte Muli, der immer dahin ging wo’s weh tat, feiert in diesem Sommer seinen 44. Geburtstag, wohlgemerkt noch immer als Aktiver.

Die Elite aus Nord und Süd hat sich mittlerweile zur ProA verschmolzen, Nürnbergs Falken hexten sich Abstieg um Abstieg in die ProB und aus dem auch heute noch an der Noris populären Aw wurde ein Zauberer. „Falke und ich konnten uns damals vertraglich leider nicht einigen. Nach einem Abstecher in Herzogenaurach hat Crailsheim gerufen“, zieht Aw Zwischenbilanz. Bei den proveo Merlins fiebert „Mr. Forever Young“ nun schon seit drei Jahren der ultimativ letzten Saison entgegen. Grund genug, dem „deutschen Mutombo“ eine paar Sätze zu widmen. Karim schwang zwar nie den legendären „Not in my House-Finger“, dafür beißt der kantige 65er unter den Plexiglas-Brettern der Liga noch immer herzhaft zu. Mit 5,3 Rebounds und knapp einem Block in nur 15 Minuten braucht sich der Methusalem-Merlin vor jüngeren Gegenspielern und gleichaltrigen Trainern definitiv nicht zu verstecken. „Es ist für mich ein großer Spaß die Jungs zu ärgern, ihnen zu zeigen, dass ich, der alte Mann, noch dagegenhalten kann“, schmunzelt er mit breiter Zahnlücke. „Viele Spieler der jüngeren Generationen denken, es reicht Talent zu haben, um in ein paar Jahren in der NBA zu spielen.

Doch zu jedem Talent gehört in erster Linie harte Arbeit.“ Karim trainiert zwei Mal die Woche, muss neben dem Hobby Basketball noch seinen Flughafen-Job in Nürnberg und Familie unter einen Hut bringen, sich um Sohn Lenard (19 Monate), Tochter Saly (5 Jahre) und Frau Ellen kümmern. „Ich danke dem lieben Gott, dass er mich mit Gesundheit gesegnet hat, ich noch immer Basketball spielen kann und darf. So lang die Knochen halten, bin ich dabei.“ Auch wenn Crailsheim in die ProA aufsteigen sollte? „Warum nicht?“, grinst Aw. Die Trikotnummer aus Nürnberger Zeiten hat er in Crailsheim eingemottet. „Das Kapitel Nummer 13 bleibt in meinem Herzen immer für Nürnberg reserviert. Unser Aufstiegsjahr war grandios. Das kann mir keiner mehr nehmen“, blickt er zurück. „Als ich vor der Saison bei den Merlins auf die 43 umschwenken wollte, waren die Trikots schon beflockt.“ Keine Sorge, Karim. Nächstes Jahr in der ProA kriegst Du die 44.

Artikel der Februar-Ausgabe FORWARD (TOM PRAGER)

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