Giants Nördlingen

Giants empfangen Bamberg - Schlagabtausch mit offenem Visier?

Lomax am 19.02.2009 um 23:39

Aufstand des Aufsteigers! Die Giants Nördlingen fordern die lange Zeit beste bayerische Mannschaft erneut zum Duell heraus. Zu Gast ist der Pokalsieger von 1992 und zweifache Deutsche Meister BROSE Baskets Bamberg. Schlägt man die Bamberger nach dem Schwabenstreich in Bamberg ein zweites Mal, wäre man ganz nebenbei auch inoffizieller bayerischer Meister.

Schraubt man die Erwartungen beim Anhang des Tabellenfünfzehnten mit dem Hoffen auf einen Nördlinger Sieg zu hoch? Sorglos und unbekümmert fuhr man in der Hinrunde in die einstmals gefürchtete JAKO-Arena nach Bamberg. Dort sahen die Kraterboys schnell, dass die Franken auch nur mit Wasser kochten. In einem dramatischen Spiel schnappten sich die Nördlinger nach einem 82:75-Overtimesieg zwei Punkte, die wohl kaum einer auf der Rechnung hatte. Der Laie staunte, die Liga wunderte sich und Basketballnördlingen feierte. Als kleiner Aufsteiger entführte man den Sieg von einem der richtig großen Klubs der Liga. Der steckt nach der Bauermannära (jetzt „nur“ noch Nationaltrainer) und den Abgängen von Steffen Hamann (zu Alba Berlin) und Chris Ensminger (Paderborn Baskets) in einem Umbruch. Chris Fleming heißt der neue Verantwortliche an der Seitenlinie. Der meinte jüngst in einem Interview, dass die Niederlagen, unter anderem die gegen die Nördlinger, nicht Resultat besseren gegnerischen Auftretens sondern eher Konsequenz der schlechten Qualität des Bamberger Spiels gewesen seien. Schenkt man den Buschtrommeln im Frankenland Beachtung kann eine Niederlage im Ries schon das Ende solcher Ansichten und der Ära Fleming bedeuten.

Druck genug nach zuletzt zwei Niederlagen in Serie, aktuell außerhalb des Minimalziels Play-Off und zu einem Sieg gegen eine Mannschaft gezwungen, die man in Bamberg vorher kaum kennt. Die Bamberger kämpfen um den Glanz alter Zeiten, aber unter ganz anderen Bedingungen. Ihre Spielstätte, einst aufgrund der gänsehauterzeugenden Stimmung und der Heimstärke der Bamberger ehrfurchtsvoll nur „Frankenhölle“ genannt, steht zum Verkauf. Über die nahe Zukunft von Trainer und einigen Leistungsträgern wird öffentlich spekuliert, ein erster Sponsor ist abgesprungen. Zudem scheint es mannschaftsintern nicht stimmig zu sein. Gegenseitige Vorwürfe über fehlenden Einsatz oder mangelndes Spielverständnis dienen kaum der Selbstfindung eines Teams. Doch wer glaubt dies sei nun der richtige Zeitpunkt für eine fränkische Schlachtplatte sei gewarnt. Erst vor kurzem haben die Bamberger auf dem Spielermarkt zugeschlagen. Unter anderem zogen die Bamberger Verantwortlichen David Daniel Dickau an Land. Der ehemalige NBA-Profi wirbelt seit vier Spielen als Spielgestalter nicht nur die Gegner durcheinander, sondern greift auch die Topscorerkrone an. 17 Punkte im Schnitt nach vier Spielen bedeuten den zweiten Platz hinter Nördlingens Omari Westley (18 Punkte). Was für ein Duell auf dem Nördlinger Parkett.

Klar ist, dass der Sieger sehr viel gewinnt. Die nominell wesentlich besser besetzten Bamberger sorgen damit wieder für erwartete Verhältnisse, die aber auch bei einem knappen Sieg ihrerseits gegen einen Aufsteiger die Kritiker nicht verstummen lassen werden. Ein zweistelliger Erfolg scheint die Mindestanforderung zu sein, um für Ruhe zu sorgen. Weiter hält man Kontakt zu den Play-Off-Plätzen oder rutscht gar hinein.

Ein Sieg der Nördlinger Spaßmacher hingegen kann zu einem Sprung nach oben in der Tabelle führen. Und als Konsequenz zu weiterer Krisenstimmung bei den bayerischen Stammesgenossen beitragen. Die Nördlinger müssen sich auf einen Sturmlauf ihrer Gäste einstellen. Eigene Rückstände werden wegzustecken sein. Gelingt es den Giants, das Publikum von Anfang an mit in das Spiel zu holen und steht die Hermann-Keßler-Halle auch in schwierigen Spielphasen hinter den Nördlinger Giants wird es einen Schlagabtausch mit offenem Visier geben.

Es darf keine Rolle spielen, dass bei Bamberg mit Demond Greene und Robert Garret zwei deutsche Nationalspieler auflaufen. Auch die Wurfkünste eines Pedrag Suput, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% seine Dreipunktwürfe versenkt, dürfen die Nördlinger Giants nicht verunsichern. Sie können Bamberg besiegen, die Fans um UN’96 wollen „bayerischer Meister“ werden. Und dann wäre Nördlingen zumindest für eine Nacht die bayerische Faschingshochburg, denn es wird auf jeden Fall die UNglaublichste Party im Krater an diesem Abend.

Karten zu diesem bayerische Derby gibt es Samstagvormittag in der Geschäftsstelle von 10.00Uhr bis 13.00Uhr (Tel.:09081/25 05 65 0) sowie an der Abendkasse.

Kurz gemeldet: Das Bayerische Fernsehen berichtet am Sonntag in seiner Sendung „Sport in Bayern“ ab 23.00Uhr vom Derby.

Pressemitteilung: Giants Nördlingen

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