Giants Nördlingen

Mit Teamplay statt Zockermentalität zurück zum Erfolg?

Lomax am 13.02.2009 um 10:08

Es war der vierte Spieltag, als die Giants aus Nördlingen in ihrer Hermann-Keßler-Halle gegen die TBB Trier mit 68:74 verloren. An sich keine weltbewegende Meldung. Nördlingen ist der Aufsteiger, Trier gehört seit 18 Jahren der Liga an und gilt, heute wie damals, als Favorit. Allerdings war es nach drei Siegen in der BBL für die Nördlinger die erste Niederlage. Nicht nur das: es war die erste Niederlage der Rieser nach 20 Punktspielen in der PRO A und BBL.

Und es war die erste Punktspielniederlage von Nördlingens Omari Westley. Der startet danach durch in der BBL: unangefochtener Topscorer der BBL, sechstbester Rebounder, zuverlässiger Freiwurfschütze, dritteffektivster Spieler, BBL-Allstar. Gegen Trier allerdings erwischte „Om“ einen seiner schwächeren Tage.

Mittlerweile kassierten die Kraterboys 12 Niederlagen und sind vom damaligen dritten Tabellenplatz am vierten Spieltag auf dem 15. Rang vor dem 21. Spieltag abgerutscht. Auch das hört sich aus Sicht des Aufsteigers nicht weiter tragisch an, hätte man damit doch das Saisonziel klar erreicht, welches da „Nichtabstieg“ lautet. Immerhin hat man noch ein Vier-Punkte-Polster auf die Abstiegsplätze. Dass es nicht mehr sind ist zum einen der bekannten Verletzungsmisere der Giants zuzuschreiben. Auch die durch Grippe oder ähnliche Krankheitsattacken geschwächte körperliche Konstitution manch Rieser Spaßmachers verhinderte das ein oder andere Erfolgserlebnis. Gewisse Dinge hat man einfach nicht in der Hand. Zu den Dingen, die man in der Hand hat, gehört allerdings das Mannschaftsspiel. Gerade dieses steht nicht erst seit dem Auswärtsspiel in Tübingen im Focus der Kritik bei Fans und Zuschauern. In Tübingen fehlte es sowohl am Mannschaftsspiel wie auch an körperlichen Kräften, war ein Großteil des Teams doch angeschlagen. Doch gerade wenn man nicht fit ist versucht man durch ein cleveres Miteinander Kräfte zu sparen.

Im vierten Auswärtsspiel des Jahres 2009 haben die Giants Nördlingen nun eine weitere Chance, sowohl die Kritiker Lügen zu strafen als auch immer noch dringend benötigte Punkte zu machen. Das der zweifache Pokalsieger keinen Grund hat, es den Nördlingern einfach zu machen zeigt die aktuelle Ausgangslage: die Trierer stehen aktuell zwei Punkte hinter den Play-Off-Plätzen. Für eine Mannschaft, die letzte Saison dem Abstieg nur durch eine Wildcard entkam eine durchaus respektable Ausgangsposition für den weiteren Saisonverlauf. Die bayerischen Schwaben aus dem Ries stehen zwei Punkte hinter Trier, was für beide Teams weitere Inspiration bedeuten dürfte.

Einer, der beim Hinspiel in Nördlingen verletzungsbedingt fehlte, war Center George Evans. Mit über 14 Punkten ist er Topscorer seines Teams und hat den ehemaligen BBL-Topscorer, Mannschaftskamerad und Forward Christopher Copeland (13,4 Punkte) mannschaftsintern auf Rang zwei verdrängt. Evans liegt allerdings das Rebounden (3,5 im Schnitt) gar nicht. Ebenso wie Centerkollegen Maksym Shtein (8,6 Zähler/3 Reb.). Eine aufmerksame Verteidigung der Paderborner letzte Woche ließ gerade einmal zehn Centerpunkte und sechs Rebounds zu. Auf jeden Fall ein Ansatz für die Nördlinger.

Spielmacher Derek Ravio ist ein zuverlässiger Passgeber, der zudem im Schnitt noch zweistellig punktet. Neben dem gepflegten Passspiel wird also auch eine knallharte Verteidigung zentrales Thema für die Nördlinger sein. Das Spiel in Trier ist für die Nördlinger keineswegs aussichtslos. Die Gastgeber erhielten letzten Samstag in Paderborn eine 96:63-Packung und sind heiß auf Wiedergutmachung. Vielleicht zu heiß?

Die Nördlinger Stärken liegen trotz allem im Teamzusammenhalt. Der kann aber nur greifen, wenn alle gemeinsam den Sieg in den Krater einfahren wollen und sich gegenseitig mitziehen. Von der individuellen Stärke her brauchen sich die Wagner-Schützlinge keineswegs vor dem kommenden Gastgeber verstecken. Das Hinspiel wurde nach großem Kampf und wirklich gutem Spiel verloren. Gelingt es dem zuletzt arg gescholtenen Gibson und seinen Mannen zurück zum Teamplay zu finden und die Zockermentalität abzulegen wäre der erste Auswärtssieg der Rückrunde zum Greifen nah.

Der wäre dann die richtige Einstimmung zur inoffiziellen bayerischen Meisterschaft am 21. Februar. Dann kommen die BROSE Baskets aus Bamberg nach Nördlingen. Den nicht für möglich gehaltenen Nördlinger Hinspielsieg in Bamberg hatte der jüngste Coach der Liga vorausgesagt. Damals, nach der ersten Nördlinger Niederlage nach 20 Spielen gegen Trier.

Pressemitteilung: Giants Nördlingen

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