Giants Nördlingen
Nördlinger Niederlage gegen Tübinger Tigers
Lomax am 08.02.2009 um 22:22
Es war wohl die Unerfahrenheit eines Aufsteigers im Abstiegskampf. Anders kann man den Leistungsabfall der Giants Nördlingen bei den Walter Tigers Tübingen nicht erklären. Obwohl die Gastgeber den Riesern zwei Punkte auf dem Tablett servierten griff man nicht zu und fuhr stattdessen mit einer 85:96-Niederlage nach Hause.
Klärungsbedarf scheint genügend vorhanden zu sein. Zum Beispiel warum ein 1,80 kleiner Danny Gibson in seiner Funktion als Nördlinger Spielmacher fünfmal gegen Tübingens lange Garde mit dem Spieler des Abends, Rasko Katic, 2,08mtr, oder Michael Haynes, 2,03mtr, zum Korbleger ansetzt und seine besser postierten Spieler nicht sieht oder nicht einsetzt. Dass er dabei nur viermal scheiterte war verwunderlich. Oder auch das Reboundverhalten, sonst eine Paradedisziplin der Rieser: nach der ersten Hälfte hatte man mit 12 Rebounds verschwindend mehr Ballabpraller aufgenommen als Rasko Katic, der von 21 Tübinger Rebounds alleine neun einsammelte. Am Ende stand es hier 29:41 aus Nördlinger Sicht. Auch ein nicht vorhandenes Mannschaftsspiel dürfte den Bayern in den kommenden Spielen eher hinderlich als dienlich sein. Es dauerte bis zur fünften Spielminute, als Monta McGhee den ersten Feldkorb zum 6:13 erzielte. Zwar gab es feine Einzelaktionen durch Monta McGhee, Brian Butch oder Omari Westley. Doch entschied hier eher das Zufallsprinzip als die taktischen Vorgaben.
Die Rieser trafen allerdings auch auf eine hochmotivierte Tübinger Mannschaft, die die Hinspielniederlage vergessen machen wollte. Allen voran Center Rasko Katic, mit 16 Punkten unter dem Korb und insgesamt 22 Punkten Topscorer seines Teams, war nicht zu halten. Hier spielten die Tübinger klar ihren Trumpf aus. Aber auch ein Michael Haynes oder das Geburtstagskind AJ Moye konnte in Nördlingens Zone schalten und walten wie sie wollten. Insgesamt 44 Punkte bei 30 Versuchen machten die Gastgeber. Diese Quote von überdurchschnittlichen 73% bedeutet für die Nördlinger BBL-Negativrekord. Die hingegen erzielten zum Vergleich von derselben Stelle 22 Punkte aus 24 Versuchen.
Die Nördlinger hielten bis zur Halbzeit trotz der genannten Mankos mit. 23:19 gab man das erste Viertel ab und gewann den Folgedurchgang mit 27:23. So war der Halbzeitstand von 46:46 gegen eine keineswegs sattelfeste Tübinger Mannschaft durchaus hoffnungsvoll. Die konzentrierte sich darauf, Nördlingens Scharfschützen aus dem Spiel zu nehmen, was ihnen durch das unstrukturierte Spiel ihrer Gäste auch erleichtert wurde. Omari Westley, mit 24 Punkten später Topscorer des Abends, traf vier seiner vier Dreierversuche, die aber nie herausgespielt waren. Osvaldo Jeanty erhielt im ganzen Spiel lediglich acht Feldversuche, was zum einen der guten Verteidigungsarbeit der Tübinger, andererseits aber auch dem schlechten Blick seiner Mitspieler zu danken war.
Es war noch keine Minute im dritten Viertel gespielt als Gibson mit seinem dritten und letzten Dreier die erste Nördlinger Führung heraus-warf (49:46). Die Gäste waren nun eindeutig am Drücker, die Tübinger begannen zu schwimmen. Doch statt konzentriert nachzusetzen wurden die Tübinger wieder „zurückgeholt“. Unnötige und schlechte Wurfentscheidungen, Ballverluste und 30 Sekunden später lagen die Tigers wieder mit 51:49 vorne. Noch zweimal sollte es dem Aufsteiger in der 24. Minute gelingen, die Führung zurückzuholen (53:51; 56:53). Die hohe Fehlerhäufigkeit im Nördlinger Spiel (17 Ballverluste) gaben den Ausschlag dafür, dass Tübingen sich gegen Ende des dritten Viertels wieder absetzen konnte (69:62).
Im letzten Viertel schien die Nördlinger Mannschaft dann auseinander zu brechen. Dies allerdings auch dem Umstand geschuldet, dass viele Spieler angeschlagen ins Match gegangen sind. Kapitän Carl Mbassa saß gar in Zivil auf der Bank. Bis zur 34. Minute gelang ihr zwei Freiwurfpunkte. Die Unistädter zogen auf 81:64 davon. Ein Foul eines Tübingers an Ty Shaw mit anschließendem technischem Foul wandelte sich nach Beratung der drei Unparteiischen in ein Offensivfoul gegen Shaw, sein Viertes. Das technische Foul gegen seinen Tübinger Kontrahenten bekam er dann auch gleich mit und durfte zum duschen. Später erhielt Tübingen zwei weitere technische Fouls aufgebrummt, was die Nördlinger zur Ergebniskosmetik durch Freiwürfe nutzten (81:69, 35.Min.). Der 96:85-Sieg der Gastgeber wurde aber nicht mehr gefährdet.
Zum entwicklungsfähigen Spiel der Nördlinger passte nach dem Spiel noch der entwicklungsfähige, weil vulgäre, von einem Block der Tübinger angestimmte Abschiedsgruß. Der trieb manchem Tübinger Zuschauer die Schamesröte ins Gesicht und sorgte in einem durchwegs fairen und stimmungsvollen Spiel für Unverständnis und Unruhe. Wenigstens das aber scheint sich durch vernünftige Tübinger Fans bereits geklärt zu haben.
Pressemitteilung: Giants Nördlingen
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Klärungsbedarf scheint genügend vorhanden zu sein. Zum Beispiel warum ein 1,80 kleiner Danny Gibson in seiner Funktion als Nördlinger Spielmacher fünfmal gegen Tübingens lange Garde mit dem Spieler des Abends, Rasko Katic, 2,08mtr, oder Michael Haynes, 2,03mtr, zum Korbleger ansetzt und seine besser postierten Spieler nicht sieht oder nicht einsetzt. Dass er dabei nur viermal scheiterte war verwunderlich. Oder auch das Reboundverhalten, sonst eine Paradedisziplin der Rieser: nach der ersten Hälfte hatte man mit 12 Rebounds verschwindend mehr Ballabpraller aufgenommen als Rasko Katic, der von 21 Tübinger Rebounds alleine neun einsammelte. Am Ende stand es hier 29:41 aus Nördlinger Sicht. Auch ein nicht vorhandenes Mannschaftsspiel dürfte den Bayern in den kommenden Spielen eher hinderlich als dienlich sein. Es dauerte bis zur fünften Spielminute, als Monta McGhee den ersten Feldkorb zum 6:13 erzielte. Zwar gab es feine Einzelaktionen durch Monta McGhee, Brian Butch oder Omari Westley. Doch entschied hier eher das Zufallsprinzip als die taktischen Vorgaben.
Die Rieser trafen allerdings auch auf eine hochmotivierte Tübinger Mannschaft, die die Hinspielniederlage vergessen machen wollte. Allen voran Center Rasko Katic, mit 16 Punkten unter dem Korb und insgesamt 22 Punkten Topscorer seines Teams, war nicht zu halten. Hier spielten die Tübinger klar ihren Trumpf aus. Aber auch ein Michael Haynes oder das Geburtstagskind AJ Moye konnte in Nördlingens Zone schalten und walten wie sie wollten. Insgesamt 44 Punkte bei 30 Versuchen machten die Gastgeber. Diese Quote von überdurchschnittlichen 73% bedeutet für die Nördlinger BBL-Negativrekord. Die hingegen erzielten zum Vergleich von derselben Stelle 22 Punkte aus 24 Versuchen.
Die Nördlinger hielten bis zur Halbzeit trotz der genannten Mankos mit. 23:19 gab man das erste Viertel ab und gewann den Folgedurchgang mit 27:23. So war der Halbzeitstand von 46:46 gegen eine keineswegs sattelfeste Tübinger Mannschaft durchaus hoffnungsvoll. Die konzentrierte sich darauf, Nördlingens Scharfschützen aus dem Spiel zu nehmen, was ihnen durch das unstrukturierte Spiel ihrer Gäste auch erleichtert wurde. Omari Westley, mit 24 Punkten später Topscorer des Abends, traf vier seiner vier Dreierversuche, die aber nie herausgespielt waren. Osvaldo Jeanty erhielt im ganzen Spiel lediglich acht Feldversuche, was zum einen der guten Verteidigungsarbeit der Tübinger, andererseits aber auch dem schlechten Blick seiner Mitspieler zu danken war.
Es war noch keine Minute im dritten Viertel gespielt als Gibson mit seinem dritten und letzten Dreier die erste Nördlinger Führung heraus-warf (49:46). Die Gäste waren nun eindeutig am Drücker, die Tübinger begannen zu schwimmen. Doch statt konzentriert nachzusetzen wurden die Tübinger wieder „zurückgeholt“. Unnötige und schlechte Wurfentscheidungen, Ballverluste und 30 Sekunden später lagen die Tigers wieder mit 51:49 vorne. Noch zweimal sollte es dem Aufsteiger in der 24. Minute gelingen, die Führung zurückzuholen (53:51; 56:53). Die hohe Fehlerhäufigkeit im Nördlinger Spiel (17 Ballverluste) gaben den Ausschlag dafür, dass Tübingen sich gegen Ende des dritten Viertels wieder absetzen konnte (69:62).
Im letzten Viertel schien die Nördlinger Mannschaft dann auseinander zu brechen. Dies allerdings auch dem Umstand geschuldet, dass viele Spieler angeschlagen ins Match gegangen sind. Kapitän Carl Mbassa saß gar in Zivil auf der Bank. Bis zur 34. Minute gelang ihr zwei Freiwurfpunkte. Die Unistädter zogen auf 81:64 davon. Ein Foul eines Tübingers an Ty Shaw mit anschließendem technischem Foul wandelte sich nach Beratung der drei Unparteiischen in ein Offensivfoul gegen Shaw, sein Viertes. Das technische Foul gegen seinen Tübinger Kontrahenten bekam er dann auch gleich mit und durfte zum duschen. Später erhielt Tübingen zwei weitere technische Fouls aufgebrummt, was die Nördlinger zur Ergebniskosmetik durch Freiwürfe nutzten (81:69, 35.Min.). Der 96:85-Sieg der Gastgeber wurde aber nicht mehr gefährdet.
Zum entwicklungsfähigen Spiel der Nördlinger passte nach dem Spiel noch der entwicklungsfähige, weil vulgäre, von einem Block der Tübinger angestimmte Abschiedsgruß. Der trieb manchem Tübinger Zuschauer die Schamesröte ins Gesicht und sorgte in einem durchwegs fairen und stimmungsvollen Spiel für Unverständnis und Unruhe. Wenigstens das aber scheint sich durch vernünftige Tübinger Fans bereits geklärt zu haben.
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